Neues vom Feuchter Polizeichef auf Bürgerversammlung

Feuchter Polizei zieht demnächst nach Altdorf

Dass es jetzt so schnell geht, war bislang nicht bekannt: Polilzeichef Raimund Mihatsch berichtete auf der Bürgerversammlung in Schwarzenbruck, dass seine Inspektion in den nächsten Wochen, spätestens bis Mitte des Jahres, von Feucht nach Altdorf umzieht. | Foto: Blinten2016/01/db-buergerversammlungschwarzenbruck.jpg

SCHWARZENBRUCK – Premiere in Schwarzenbruck: Erstmals hatte Bürgermeister Bernd Ernstberger den Chef der Feuchter Polizei dazu geladen. Anlass für den Rathauschef waren mögliche Sorgen von Bürgern im Zusammenhang mit der Unterbringung weiterer Flüchtlinge im Gemeindegebiet. Doch Schwarzenbruck ist überraschend entspannt beim Umgang mit dem Thema. Im Anschluss an Polizeichef Mihatschs Vortrag gab es kaum Nachfragen. Erstauntes Raunen allerdings ging durch die Reihen der Zuhörer, als der Gast aus Feucht ankündigte, dass der Umzug seiner Polizeiinspektion nach Altdorf innerhalb der nächsten Wochen, spätestens bis Mitte des Jahres erfolgen werde.

Damit waren alle Bemühungen der Feuchter und Schwarzenbrucker umsonst, die Inspektion in der Marktgemeinde zu halten. Innerhalb der Polizei war schon seit Monaten bekannt, dass die Entscheidung für die Zusammenlegung der Inspektionen gefallen und unabänderlich ist. Daran konnten auch alle gemeinsamen Proteste und Unterschriftensammlungen der Feuchter und Schwarzenbrucker nichts ändern.

„Gut ausgebaute Staatsstraße“

Was denn geschehe, wenn die Polizei ganz schnell vor Ort sein müsse, wollte man deshalb auf der Bürgerversammlung in der Schwarzenbrucker Bürgerhalle wissen.

Die Ordnungshüter können zwar weiterhin ganz schnell eingreifen, weil die Polizei mit der Verkehrspolizeiinspektion, zuständig für die Autobahnen, in Feucht präsent bleibt. Aber Altdorf ist elf Kilometer von Feucht entfernt. Die Strecke muss eine Streife der Inspektion zuerst einmal zurücklegen. „Wir haben aber jetzt eine gut ausgebaute Staatsstraße“, sagt Mihatsch dazu.

Die derzeitige Sicherheitslage ist in Schwarzenbruck gut, Probleme mit den rund 150 im Gemeindegebiet untergebrachten überwiegend männlichen Flüchtlingen gibt es laut Mihatsch nicht: „Wenn die Polizei gerufen wird, sind das überwiegend kleinere Streitigkeiten.“ Es gebe in Schwarzenbruck aber insgesamt ausgesprochen wenige Konflikte. Allen Bürgern, die sich Sorgen machen, die möglicherweise Angst vor Asylbewerbern haben, empfiehlt Miehatsch, einfach den Kontakt zu den Leuten zu suchen.

Schwarzer Adler wird Unterkunft

Das gelingt oft über die im Asylhelferkreis tätigen Bürger. Rathauschef Ernstberger warb in der Bürgerversammlung darum, dass sich weitere Schwarzenbrucker in diesem Kreis engagieren. Grund: Der Gasthof „Schwarzer Adler“ in Ochenbruck ist kürzlich an die Nürnberger Firma Rowi Treuhand- und Verwaltungs GmbH verkauft worden, die die Immobilie in eine Unterkunft für Asylbewerber umbauen wird. Hier können dann bis zu 90 Menschen unterkommen. Rowi betreibt im Landkreis mehrere Flüchtlingsunterkünfte, darunter auch das „Hotel Bauer“ in Feucht. Über die Firma als Betreiberin der Unterkunft in Ochenbruck konnte Mihatsch nur Positives berichten. Der Kontakt der Polizei mit deren Sicherheitsdienst im „Hotel Bauer“ in Feucht klappe hervorragend.

Für den „Schwarzen Adler“ gibt es zwar in Sachen Umbau noch keinen Bauantrag, trotzdem hat Ernstberger bereits Signale vom Landratsamt bekommen, dass man spätestens im Mai beginnen wird, die Unterkunft zu belegen.

Derzeit leben rund 130 Flüchtlinge in Rummelsberg, weitere 18 unbegleitete Jugendliche in Pfeifferhütte. „In Schwarzenbruck funktioniert das alles sehr gut, auch wegen der guten Arbeit, die in Rummelsberg geleistet wird“, so Ernstberger.

Dem kann Raimund Mihatsch nur zustimmen: Die Rummelsberger sind halt Profis. Wenn das Miteinander mit Asylbewerbern im Diakonie-Dorf nicht klappen würde, ja, wo sollte es denn dann gelingen?

Damit die Flüchtlinge sich im deutschen Straßenverkehr zurechtfinden, hat die Polizei im vergangenen Jahr einen Verkehrsunterricht organisiert, dabei übersetzte man vom Deutschen ins Englische und weiter ins Arabische, was umständlich war, aber immerhin so gut geklappt hat, dass alle gut mitkamen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten