Ana Popovic bei MIA

Ana macht Altdorf atemlos

Atemlos durch die Nacht, aber ein bisschen anders: Ana Popovich beim rasanten Blues-Rock-Funk-Ritt. | Foto: Gisa Spandler2019/07/Altdorf-Popovic-online.jpg

ALTDORF – Vor einigen Jahren noch stand Ana Popovic stramm für gitarrenlastigen Blues. Und sonst nichts. Ihr tut die Öffnung hin zu Funk und Gesang richtig gut. Das bewies sie am Samstag Abend zur besten MIA-Zeit mit ihrer vierköpfigen Band.

Die gebürtige Serbin zeigt in Altdorf kraftvolle Bluesrock-Nummern mit viel Temperament, hat für die Musikfreunde aber auch ein ausgewogenes Programm mit ein paar gefühlvollen Soul-Balladen und herzhaften Haudrauf-Rock-Songs parat. Und passt mit ihren funklastigen und gern auch bassbetonten Ausflügen bestens zum diesjährigen MIA-Motto „Blues & Funky Grooves“.

Waffenscheinpflichtige Stilettos

Wenn die 43-Jährige mit Löwenmähne und waffenscheinpflichtigen Stilettos die Bühne betritt, gehört die ganze Aufmerksamkeit zunächst ihr. Sie nimmt sich aber nicht viel Zeit, die zu genießen, sondern legt sofort los. Es geht Schlag auf Schlag. Keine Pausen. Schnelle, dynamische Nummern. Eigentlich atemlos durch die Nacht, nur anders.

Nach den ersten schallmauer-durchbrechenden Stücken, bei denen die Rocklady gern und häufig ihre Fußpedale bedient, kommt die erste gefühlige Nummer, mit viel Soul und Seele in der Stimme. Eine Stimme, die bisweilen Janis selig zur Ehre gereichen würde. Auch einen Cowboysong mit hartem, galoppierenden Beat hat sie im Programm, der mit einem zackigen Bass und gut aufgelegten Bläsern brilliert.

Soulröhre und wieselflinke Gitarristin

Doch ihre ungewöhnliche Popularität als attraktive weibliche Soulröhre und wieselflinke E-Gitarristin sowie ihre angenehme Vielseitigkeit täuschen nicht darüber hinweg: In erster Linie hat sie das Blues-Feeling inhaliert und kann es auch wieder mitreißend nach außen vermitteln. Das lässt das Publikum erwartungsgemäß nicht kalt.

Es geht aber auch ab, wenn die anderen Musiker zum Zug kommen. Popovic steht nicht mit Begleitern auf der Bühne, sondern mit musikalischen Persönlichkeiten. Da fällt es ihr nicht schwer, sich zurückzunehmen, wenn der Schlagwerker seinen fantastischen Beat in den Vordergrund rückt, der Hammond-Organist über die Tasten wedelt, und schon gar nicht, wenn der charismatische Mann am Bass die Saiten schnalzen lässt. Ein Glücksgriff sind die beiden Bläser, die sich verausgaben bis zum Letzten und anhören, als wäre eine ganze Bigband am Start.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler