M.S. Allstarband brachte die Sporthalle zum Kochen

Rocknacht mit Tina und Joe

Thomas Höflein - Gitarrist bei „I see Fire“. | Foto: Krätzer2016/12/allstars-hoeflein-online.jpg

BURGTHANN – Rock-Herz, was willst du mehr? Das furiose Einstandskonzert der M.S. Allstarband in der Sporthalle ließ keine Wünsche offen. Alles hatten die Musikprofis um den Initiator und musikalischen Leiter, Schlagzeuger Martin Stenger (M.S.), dafür aufgeboten. Das begann bei der Technik mit grandioser Lichtshow, reichte von den mitreißenden Arrangements – alle von Pianist und Arrangeur Florian Balan – bis hin zur erfrischenden Moderation von Amrei Noä sowie den zahlreichen großartigen Solisten, Musikern und dem Chor „Voices of Spirit“ unter der Leitung von Brigitte Urdaneta. Ob so ein Konzert in Burgthann Erfolg haben kann, stand als bange Frage über der Premiere dieser so unterschiedlichen Musiker – Profis wie Laien. Jetzt weiß man: Es kann.

An die drei Stunden zauberten und verzauberten Sängerinnen und Sänger, Streicher, Bläser, Gitarristen, Keyboarder, Bassist, Percussionist und Schlagzeuger aus der Region ihr Publikum. An die 40 Mitwirkende standen in wechselnden Formationen auf der Bühne, die das Flair eines Rockkonzerts nach Burgthann brachte. Gemeinsamer Nenner außer der Musik: Sie alle kennen Martin Stenger, unter anderem Schlagzeuglehrer am MusikForum Burgthann, seit Jahren. Er habe einen „wilden Haufen zusammengetrommelt“, formulierte es Johanna Urdaneta (Gesang), bezogen auf die mitwirkenden Freunde und Weggefährten Stengers.

Bei der Generalprobe überreichte sie dem Ideengeber für die M.S. AllStarband ein „Volume 1“-T-Shirt mit sämtlichen Unterschriften – ein Dank, dieses Konzert mit so vielen Künstlern ermöglicht zu haben. Die intensive Vorbereitung habe viel Spaß gemacht und die Stimmung bei den Proben sei hervorragend gewesen. Das konnte man auch beim Konzert spüren, bei dem der Funke dieser Begeisterung sofort auf das Publikum übersprang.

Großartige Akzente

Mal rockte die Band in voller Besetzung mit Streichern – das Neue Burgthanner Streichensemble, Leitung Bernd Fellmann, setzte großartige Akzente – mal solistisch oder im Duett. Wie Gitarre und Saxophon bei dem bekannten Ohrschmeichler-Musikthema „Lily was here“ (aus dem Film „Der Kassier“, Musik: David A. Stewart). Herausragend, was hier Saxophonist Matthias Lange zusammen mit Gitarrist Mathias Köttner hören ließen, sich gegenseitig anstachelnd. Mit Originalbläsersätzen, temporeich und exakt gespielt, bekamen Hits wie „Superstition“ den perfekten Sound.

Klasse das stimmungsvolle Instrumental „I see fire“ (Filmmusik von Ed Sheeran), bei dem zu leiser Gitarrenbegleitung die Posaune den Anfang machte. Musik, in die man sich am liebsten hineinlegen würde. Mit ihren einfühlsamen Soli begeisterten die unterschiedlichen Gitarristen, mit Temperament und Können hielt die Rhythmusgruppe die Band zusammen und woben die Pianisten den vielschichtigen Hintergrund, auf dem sich die anderen entfalten konnten.

Mit weiteren bekannten Titeln wie „Lady Madonna“, „When you say nothing at all“ oder „I want to know what love is“ blieben keine Wünsche zwischen Rockballade, Filmmusik und Funk offen. Sei es so gefühlvoll wie bei „Let it go“ aus dem Film „Frozen“ oder das großartige Duett „To love somebody“. Hits von Tina Turner („The best“) und Joe Cocker („Could you be love“) standen ebenfalls auf dem Programm – so exzellent interpretiert wie von Eva Martin und Gerhard Keil konnte man glauben, die beiden Stars hätten sich hier ein Stelldichein gegeben.

Minutenlanger Applaus und stehende Ovationen verlängerten das Konzert noch über die eingeplante Zugabe „You“ hinaus. Fazit: Von der zündenden Anfangsidee haben sich viele anstecken lassen, durch das Konzert noch mehr. Und die freuen sich jetzt schon auf eine Fortsetzung mit „Volume 2“.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer