Gerd Bauer im PZ-Kulturraum

Lieder für den Frieden

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Die Frage über Krieg oder Frieden und ein gewaltfreies Miteinander ist durch die aktuellen Krisensituationen weltweit wieder in den Fokus geraten. Auch Gerd Bauer beschäftigt das Thema: Im PZ-Kulturraum gab er ein Konzert mit dem Titel  „Peace-Frieden-Shalom.“

Der ehemalige Schönberger Gemeindepfarrer brachte sich schon als Junge das Spielen auf einer zwölfseitigen Gitarre bei, seitdem begleitet ihn die Musik. Der Sohn eines Zeitsoldaten, der zwei Jahre selbst bei den Gebirgsjägern war, fing schon als Soldat an, Protestsongs gegen Krieg und die Bundeswehr zum Besten zu geben.

„Heute möchte ich das Thema Frieden aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und den Zuhörern auch zeigen, wie Musik und Krieg in der Vergangenheit verknüpft waren.“ Dazu spielt Bauer in seinem mehr als zweistündigen Konzert sowohl Friedenslieder als auch bekannte Soldatenlieder aus verschiedenen Epochen, um diese in den richtigen Kontext zu setzen.

Bekannte Stücke wie „Universal Soldier“ von Donovan aus den 1970er Jahren sind ebenso dabei wie „The green fields of France“, das auf Deutsch „Es ist an der Zeit“ heißt und von Hannes Wader verfasst wurde. „Dieses Lied gefällt mir besonders“, sagt Bauer.

„Es zeigt die Sicht auf Schlachten des 1. Weltkriegs von zwei Seiten. Die Engländer sangen die englische Version auf ihrer Seite der Front, auf der anderen Seite der Felder von Verdun sangen die Deutschen eine ganz ähnliche Version.“
Solche und andere Anekdoten erzählt Bauer dem interessierten Publikum während seines Konzertes, wodurch es ihm gelingt, eine gute Mischung aus musikalischer Unterhaltung und Informationen zu schaffen. Bei den rund 70 Zuhörer im PZ-Kulturraum kommt das gut an.

Melodien aus der Vergangenheit

„Es ist interessant, solche Geschichten rund um bekannte und neue Lieder zu hören. Von vielen Liedern kenne ich die Melodie aus der Vergangenheit“, so Ilse Trautner aus Lauf, die mit ihren zwei Freundinnen den Abend genoss.
Am Ende des Abends sind Gerd Bauer zwei Botschaften wichtig:

Zum einen möchte er deutlich machen: Wo Waffen sind, ist Leid. Dies sei gerade mit dem Hintergrund des weit verbreiteten Waffenbesitzes wichtig, der aus seiner Sicht viel zu wenig reglementiert wird.

Zum anderen will er mit seinem Auftritt zum Nachdenken anregen und eine Moralfrage in den Raum werfen: „Es ist der letzte Krieg.“

Das sei es, was man oft von Soldaten zu hören bekomme. „Sobald wir hier gewinnen, gibt es Frieden.“ Doch aus meiner Sicht hat Frieden mit Gerechtigkeit zu tun und mit einer gleichmäßigen Verteilung der Ressourcen.

Solange nicht jeder Mensch auf der Welt gute Chancen hat, wird es weiterhin Kriege geben unter der falschen Vorstellung, dass dieser den Leuten Wohlstand und Frieden bringt.“

N-Land Max Fischer
Max Fischer