„Turba stellt vor“ im Industriemuseum

Blick hinter die Kulissen

Das „Ensemble Klanggenuss“ begleitete den Abend im Museumsgarten. | Foto: Stegmeier2016/07/pz-121850_Turbastelltvor2.jpg

Ein warmer Sommerabend mit Theater, Musik und interessanten Gesprächen – was fehlte, waren die Zuschauer bei „Turba stellt vor“ im Garten des Laufer Industriemuseums. Warum dieses neue Format des „PZ-KulturRaums“ (noch) nicht vom Publikum angenommen wird, ist angesichts des kurzweiligen und abwechslungsreichen Programms nur schwer verständlich.

Mit „Don‘t Stop Me Now“ von „Queen“ und einer spritzig-witzigen Version von „Nur für dich“ von den „Wise Guys“ machte das junge „Ensemble Klanggenuss“ den gelungenen Auftakt, bevor die Theatergruppe des CJT-Gymnasiums eine Szene aus den „Känguru-Choniken“ von Marc-Uwe Kling zum Besten gab. Hier wurde allerdings auch der Nachteil des Spielorts deutlich: Die Pegnitz mischte, verstärkt durch Niedrigwasser, lautstark mit, was das Zuhören auch beim Interview von Wolfgang Riedelbauch erschwerte, zumal hier auch noch die Mikrofone den Dienst versagten.

Schade, denn das, was der langjährige Leiter und Gründer des Dehnberger Hof Theaters (DHT), hervorragende Dirigent und Festivalleiter zu erzählen hatte, ging weit übers Anekdotische – das er im Übrigen auf höchst unterhaltsame Weise servierte – hinaus. So gab er Einblick in seine Zusammenarbeit mit den Wagner-Enkeln Wieland und Wolfgang während zahlreicher Spielzeiten in Bayreuth. Dass Letzterer sogar den Aufbau des DHT vor 40 Jahren mit unterstützt hat, wissen nur wenige.

Spürbar war auch das Engagement für seine kulturübergreifenden türkisch-deutschen Projekte, wie die Aufführung des „Messias“ an der Staatsoper Izmir oder die Inszenierung des türkischen „Emre“-Oratoriums in Bamberg. Der Gesprächsgast im zweiten Teil, Bernd Weller,
setzte ganz andere Akzente. Der Laufer Musiker, Fotograf und Film-Enthusiast gab besonders im schnellen Fragedurchlauf einige interessante Details aus seinem Leben preis und erläuterte die Entstehungsgeschichte zu seinen hintersinnigen Fotoausstellungen (zur Zeit ist im Laufer Rathaus sein letztes Projekt „Senioren im Portrait“ zu sehen).

Daneben gab es noch eine zweite pointierte Känguru-Szene des CJT-Oberstufentheaters zu sehen, an die sich ein witziges Kurzinterview mit der Leiterin der Gruppe, Eva Pöllinger. anschloss. Und mit dem Gitarrenduo Eric Flach (Gitarre) und Hannes Stegmeier (Gitarre, Gesang), ist Turba ein weiterer Glücksgriff gelungen. Die beiden rissen mit fetzigem Western-Gitarrenklang und Gesang das Publikum mit. Nach dem Schlusssong „The Man In The Mirror“ vom Gesangsensemble aus Nürnberg gab es für alle Mitwirkenden einen Riesenapplaus, und als Zugabe erklang die Titelmelodie der US-Serie „Friends“.

Anne Stegmeier

Wolfgang Riedelbauch (links) ließ hinter die Kulissen blicken.
Wolfgang Riedelbauch (links) ließ hinter die Kulissen blicken. | Foto: Stegmeier2016/07/Turba-stellt-vor.jpg
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