Jahresempfang

FCN-Vorstand bei der IHK Hersbruck

Aufmerksam lauschten nicht nur die Ehrengäste in der ersten Reihe den Ausführungen Niels Rossows, kaufmännischer Vorstand des FC Nürnberg (links), zum Thema „Gemeinschaft“. | Foto: A. Pitsch2019/03/IMG_4668.jpeg

HERSBRUCK  – Was haben der FC Nürnberg und die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken gemeinsam? „Es sind eigene Clubs mit eigener Community und eigenen Regeln“, analysierte IHK-Präsident Dirk von Vopelius beim Jahresempfang des Hersbrucker Gremiums.

Solange es eine Firma gebe, sei diese automatisch bei der IHK, erklärte von Vopelius. Doch diese Pflicht- sei zugleich eine Interessengemeinschaft aus verschiedenen Unternehmen mit diversen Anliegen: „Um einen Nenner zu finden, ist eine objektive Diskussion – auch bei so einem Abend mit Bier und Wein – nötig.“

Stark im Team

Hersbrucks IHK-Vorsitzender Swen Heckel nannte Fachkräftemangel, die Frage nach der EU-Stabilität, Digitalisierung, Bürokratie und das gleichbleibend schlechte Zinsniveau als Hemmschuhe für Wachstum und Investitionen. Bei diesen Fragen stehe die IHK mit Rat und Tat zur Seite.

Das Ausbildungsweekend werde 2019 ausgesetzt. Dafür stünden im September und Oktober Wahlen an. Vier Personen aus der Industrie, drei aus dem Handel und vier aus dem Bereich Dienstleistungen sollen die neue Hersbrucker IHK-Vertretung bilden. Heckel will wieder kandidieren, versuchte aber, die Anwesenden zur Mitarbeit zu motivieren.

Ergonomie im Fokus

Wie eng Wirtschaft und Politik verzahnt sind, erzählte die Gründungsgeschichte der Dauphin Human Design Group, die vergangenes Jahr 50. Geburtstag feierte. Für Anekdoten über Beamte auf Holzstühlen erntete Geschäftsführer Jochen Ihring etliche Schmunzler. Mittlerweile bediene Dauphin mit verschiedenen Marken und Tochterfirmen ergonomische Sitzmöbel aller Preisklassen sowie das Büro- und Wohnmöbelsegment,.

So erwirtschafte Dauphin rund 130 Millionen Euro Umsatz im Jahr und produziere etwa 2000 Stühle am Tag – davon etwa zwei Drittel in Offenhausen, verriet Ihring. Größter Markt mit über 50 Prozent Anteil sei Deutschland. „Noch sehen wir die Wirtschaft positiv – trotz der Damoklesschwerter Brexit und Handelsstreit zwischen USA und China.“

Eine ganz andere Bedrohung lauere dagegen auf den FC Nürnberg – der Abstieg in Liga zwei, den Niels Rossow, kaufmännischer Vorstand des FCN, für wahrscheinlicher hält als den Klassenerhalt: „Geld schießt eben doch Tore.“ Von der finanziellen Konsolidierung will Rossow nicht abrücken.

Finger des FCN

Der FCN habe gleich mehrere Vorteile, die der Verein nicht ausreichend nutze: Zum einen sei das eine maßgebliche Zahl an Followern und Websitebesuchern; zum anderen die Tatsache, dass vielen bei Nürnberg neben Bratwürsteln, Lebkuchen und Christkindlesmarkt der „Club“ einfalle. Und: „Wenn der FCN mit dem Finger schnippt, dann versammeln sich die Massen.“ Was fehle, sei eine identitätsstiftende Gemeinschaft – gerade für junge Leute.

Mit den Ultras habe der „Club“ sogar schon so eine Community: „Sie stehen zusammen, sind gemeinnützig und entwerfen ihre Kurven-Choreo selbst.“

Aber Rossow will mehr: „Es muss zum guten Ton gehören, in den FCN zu investieren.“ Außerdem schwebt Rossow ein Leuchtturmprojekt vor: Ein Stadion mit mehr als 19 VIP-Logen.

Die Hortkinder sollen über eine eigene Liga angelockt werden: „Wenn Mikael Ishak einem Kind über den Kopf streicht und es für sein schönes Tor lobt, dann haben wir es fürs Leben gewonnen.“

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch