Vorschläge zu Umwelt- und Klimaschutz

Raus aus dem Sitzungssaal

Keine knisternden Tüten und Folien: Ein möglichst plastikfreies Leben ist ein Ziel des Umweltbeirates Feucht für seine Marktgemeinde. Ein neu zusammengestelltes Team von sieben Mitgliedern erarbeitet Vorschläge, wie dieses erreicht werden könnte. | Foto: Evgeniya Biriukova/stock.adobe.com2021/01/Feucht-plastikfrei-AdobeStock_249321966-scaled.jpeg

FEUCHT – Der Umweltbeirat reagiert auf die Pandemie und verlagert seine jüngste Sitzung ins Netz. Hier diskutieren die Mitglieder unter anderem darüber, wie Feucht plastikfrei werden könnte.

Angeregt vom Vorsitzenden des Umweltbeirates Ernst Klier und seiner Stellvertreterin Sophie Wurm, hat die Verwaltung ein Online-Treffen des Gremiums via Zoom organisiert. Dreizehn Mitglieder fanden sich online zusammen, um von zu Hause aus über die neuesten Umweltthemen des Marktes Feucht zu diskutieren. Der Umweltbeirat ist das erste Gremium, das das neue Medium ausprobiert. „Wir haben viel vor und wollten nicht erst warten, bis wir uns irgendwann mal wieder persönlich treffen können“, sagt Klier zur Begrüßung.

Zuschauer waren in der öffentlichen Sitzung diesmal nicht anwesend. Doch die Möglichkeit, an der Online-Veranstaltung teilzunehmen hätte es gegeben: „Es hat sich aber niemand angemeldet“, sagt Gabriele Kaiser von der Verwaltung, die die Sitzung mit organisiert hat. Besonders ungewöhnlich sei dies aber nicht. „Die Bürger kommen eigentlich nur, wenn ihnen etwas richtig unter den Nägeln brennt“, weiß Kaiser aus Erfahrung.

Themensammlung „Klimatisch“

Der umfassendste Tagesordnungspunkt der Sitzung befasste sich mit der Themensammlung „Klimatisch“, die sich konkret in zwei größere Unterpunkte unterteilte: Zum einen das Ziel, Feucht soweit wie möglich frei von Plastik zu bekommen, zum anderen die Verbesserung des Klimaschutzes durch mehr Information. Andreas Sperling, Lothar Trapp und Ernst Klier stellten den restlichen Mitgliedern erste Vorschläge und Ansatzpunkte vor: Beim Thema Plastikfrei sei es unabdingbar, Gewerbetreibende und Gastronomen mit ins Boot zu holen. Überlegenswert sei etwa, ein Tauschbehälterkonzept einzuführen, um Einmalplastik bei To-go-Produkten zu vermeiden. „Ein sinnvolles Mehrwegkonzept funktioniert natürlich nur gemeinsam. Deswegen brauchen wir einen runden Tisch mit unserem Handel und Gewerbe“, erklärte Sperling.

Prominente und Unverpackt-Ecken

Trapp regte unter anderem an, als Gemeinde mit gutem Beispiel voran zu gehen und bei Veranstaltungen, die vom Markt Feucht organisiert würden, komplett auf Wegwerfplastik zu verzichten. Klier ergänzte, es sei unter Umständen auch denkbar, Unverpackt-Ecken in Feuchter Geschäften einzurichten. Beim Thema Klimaschutz schlug er vor, Prominente, wie den Physiker und Philosophen Harald Lesch, für Vorträge nach Feucht einzuladen. Auch Trapp und Sperling möchten die Bürger per Infoveranstaltungen, Ausstellungen, Flyer und Workshops zu mehr Klimaschutz motivieren.

Die Anregungen der drei Initiatoren ernteten allgemeine Zustimmung im Beirat. „Ich bin absolut dafür. Es klingt alles sehr sinnvoll“, sagte etwa Harald Danzl (CSU). Er warnte jedoch davor, zu schnell zu konkrete Vorstellungen zu entwickeln. „Wir dürfen uns noch nicht in zu kleinen Details verrennen. Die Maßnahmen sind alle nützlich, noch wichtiger ist aber, wie wir das ganze transportieren und an den Mann bringen“, erklärte er seine Überlegung und schlug anschließend vor, zu diesem Zwecke ein kleineres Untergremium zu bilden, dass sich gezielt mit der Konkretisierung und Ausarbeitung weiterer Konzepte befassen solle.

Internet als gute Alternative

Das hört sich gut an. Es wäre schön, wenn wir auch hier gleich die Bürger mit integrieren könnten“, stimmte Klier zu und griff damit die Stimmung im virtuellen Raum auf. Alle Anwesenden erklärten sich mit der Idee einverstanden. Der neue Arbeitskreis besteht nun zunächst aus sieben Freiwilligen aus dem Umweltbeirat: Birgit Ruder, Harald Danzl, Karin Reiwe, Monika Blümm, Christian Nikol, Andreas Sperling und Lothar Trapp.
Das neue Format hat gut funktioniert. Man merkt fast nicht, dass man nicht in echt beisammen sitzt – obwohl das natürlich vorzuziehen ist“, resümierte Ernst Klier lachend die erste Online-Sitzung des Umweltbeirates, nachdem er bei der Schließung der Sitzung über ein „Und kommen Sie gut nach Hause“ gestolpert war. Weder Technik noch Gesprächsbeteiligung ließen zu wünschen übrig, sodass sich die Verlagerung des Treffens ins Internet in der Tat als gute Alternative in herausfordernden Zeiten erwies.

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