DIEPERSDORF – Seit über zehn Jahren spenden Sonja Fischers Kundinnen und Kunden im Friseursalon in Diepersdorf ihre Haarzöpfe zur Perückenherstellung zugunsten krebskranker Kinder. Friseurmeisterin Sonja Fischer erklärt, wie das funktioniert und was zu beachten ist: „Eine Haarspendeaktion ist eine gemeinnützige Initiative, bei der Menschen gesunde Haare spenden, die dann zu Perücken für Betroffene von Haarausfall, zum Beispiel durch Chemotherapie, verarbeitet werden. Wichtige Voraussetzungen sind eine Mindestlänge von circa 30 Zentimetern. Das Haar darf nicht chemisch behandelt sein, also ungefärbt, nicht blondiert, keine Dauerwelle. Die Spenden schicke ich in bestimmten Abständen an verschiedene Partner, zum Beispiel den Verein Rapunzel oder Haarfee.“

Die Friseure und Friseurinnen der Salons, die sich an den Aktionen beteiligen, binden die Haare zu einem Zopf, schneiden sie fachgerecht ab und schicken sie gesammelt an Partnerorganisationen. Die Haare werden zu hochwertigen Perücken verarbeitet. Sogar Haarzöpfe, die jahrelang in Schränken und Schuhkartons aufbewahrt wurden, können noch für solche Spendenaktionen verwendet werden. Sonja Fischer: „Wenn Haare trocken aufbewahrt werden, kann man diese noch nach Jahrzehnten einem Spendenfriseur übergeben. Zu uns in den Salon werden auch ab und an Haarspenden hereingereicht oder per Post gesendet.“
„Menschen, die nach Krankheiten keine Haare mehr haben, leiden oft sehr darunter, besonders Kinder“, weiß die Friseurin. Auch die Krankheit Alopecia areata, die einen kreisrunden Haarausfall bedeutet, sorge dafür, dass Menschen ihre Haare nach und nach verlieren. Echthaarperücken werden mit Hand geknüpft und können daher mehrere Tausend Euro kosten.
Zweimal im Jahr lasse sich vermehrt Kundschaft in Fischers Salon die langen Haare abschneiden. Dies passiere vor allem nach Rock im Park, dann kämen auch viele Männer. In der Adventszeit seien es vor allem junge Mädchen. Eine von Fischers letzten Spenderinnen ist Johanna Schmid aus Diepersdorf.
