Ergebnisse der Umfrage liegen vor

Ezelsdorfern ist ihr Weiher wichtig

Weil eine deutliche Mehrheit der Ezelsdorfer ihren Dorfweiher behalten will, wird der Dorfverein sein Engagement zum Erhalt und zur Sanierung fortsetzen. | Foto: Spandler2018/01/ezelsdorf-weiher2.jpg

EZELSDORF – Die Ezelsdorfer schätzen ihren Dorfweiher und wollen daher mit deutlicher Mehrheit, dass das Gewässer erhalten und saniert wird. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage im Ort, die der Dorfverein Ezelsdorf im Oktober des vergangenen Jahres durchgeführt hat.

Der Zusammenschluss von Ezelsdorfer Bürgern, der sich vor gut vier Jahren gegründet hat, kümmert sich um die Traditionen und ein attraktives Ortsbild des Ortsteils, und das lässt sich mit dem verwahrlosten Weiher nicht vereinbaren. Nun wollen sie einen Antrag in den Gemeinderat einbringen, damit dieser den Erhalt des Tümpels in Angriff nimmt.

Mangel an Frischwasser

Seit deutlich mehr als einem Jahrzehnt ist der Weiher in einem schlechten Zustand, Ursache ist der Mangel an Frischwasser. Daher ist vielen nicht nur die ungepflegte Optik ein Dorn im Auge, sondern auch der Geruch, der während heißer Tage im Sommer von dem Gewässer ausgeht, wenn es umzukippen droht. Da die Gemeinde sich zwar mit dem Thema befasst und einen Landschaftsarchitekten beauftragt hat, nach Lösungen zu suchen, letztendlich aber alle Alternativen als zu teuer verwarf, hat der Verein nun selbst das Heft in die Hand genommen.

Man wollte zunächst die Argumente, die aus dem Rathaus zu hören waren, überprüfen. Da hieß es, den Ezelsdorfern sei der Weiher doch eigentlich egal. Außerdem könne man einer Sanierung wegen der hohen Kosten – Bürgermeister Heinz Meyer sprach auf der Bürgerversammlung im Oktober von Kosten zwischen 230.000 und 490.000 Euro – nicht zustimmen. Katja Wittmann und ihre Mitstreiter sehen diese Darstellungen nun als widerlegt an.

561 Ezelsdorfer machen mit

Alle Ezelsdorfer Einwohner über 18 Jahren waren aufgerufen, an der vierzehntägigen Befragung teilzunehmen. Der Bogen enthielt acht Aussagen, die von den Befragten auf einer Fünf-Punkte-Skala von „voll zutreffend“ bis „gar nicht zutreffend“ eingestuft werden sollten. Außerdem konnten eigene Vorschläge zum weiteren Verfahren angegeben werden.

Insgesamt beteiligten sich 561 Ezelsdorfer an der Befragung, was einer Teilnahmequote von rund 30 Prozent der über 18-jährigen Bevölkerung entspricht. Bei einer freiwilligen Umfrage ein ordentliches Ergebnis, das einer Gleichgültigkeit in Sachen Dorfweiher widerspricht, findet der Dorfverein.

Nach der Auswertung der abgegebenen Umfragebögen ergibt sich folgendes Bild, das von den Aktiven des Vereins in einer Zusammenfassung dargelegt wird: „Eine deutliche Mehrheit spricht sich für eine Sanierung des Dorfweihers aus. Insgesamt 463 Teilnehmer (entspricht 83 Prozent aller Teilnehmer) stimmten der Aussage, der Weiher solle saniert werden, voll oder eher zu. Die Ansicht, dass der Weiher so bleiben sollte wie er ist, vertraten nur 13 Prozent.“

Weitere Ergebnisse der Analyse: Einer anderen Nutzung des Geländes steht die Mehrheit der Befragten eher kritisch gegenüber. 332 Teilnehmer waren nicht der Meinung, das Weihergelände könne besser genutzt werden. Kaum ein Befragter steht dem Weiher gleichgültig gegenüber: 86 Prozent stimmten der Aussage, der Weiher sei ihr egal, nicht, die meisten sogar gar nicht zu.

Vorsichtig sanieren

Interessant finden die Initiatoren der Umfrage die persönlichen Vorstellungen zur Gestaltung des Areals. Neben Sitzbänken, die sich viele wünschen, gehörte folgender zu den konkreten Vorschlägen: „Den Dorfweiher vorsichtig sanieren, so dass sein Charakter erhalten bleibt, ausschlämmen, das Schilf reduzieren, mit einer kleinen Fontäne stetig belüften, mit Seerosen und Goldfischen besetzen und eine Bank (oder zwei) mit Weiherblick aufstellen.“

Die Mitglieder des Dorfvereins räumen zwar ein, dass es schwer einzuschätzen sei, inwieweit die Ergebnisse für alle Ezelsdorfer repräsentativ seien, aber unabhängig davon lasse sich aus den Resultaten schließen, dass der Bevölkerung ihr Dorfweiher und das umliegende Gelände wichtig sind. Aus diesem Grund will der Verein sein Engagement zur Rettung des Weihers fortführen. Aber wie kann das angesichts der hohen zu erwartenden Kosten gehen?

Keine ganz große Lösung

Katja Wittmann betont, dass man keinesfalls eine ganz große Lösung anstrebe, das Gewässer solle nur wieder ansehnlicher werden. Unabdingbar sei, dass das Ufer wieder hergerichtet, vor allem aber, dass der Untergrund abgedichtet wird. Dieses Problem ließe sich nach ihrer Meinung mit dem Bau eines Brunnens am besten lösen.

Man habe auch bereits Kontakte zu Handwerkern aufgenommen, sich nach den Kosten erkundigt und dabei festgestellt, dass eine ordentliche Sanierung bereits für 100.000 Euro zu haben sein könnte. Auch was die anschließende Instandhaltung angeht, hat man sich Gedanken gemacht und würde wie in anderen Dörfern selbst bei der Pflege mit Hand anlegen.

Nun hofft man, dass die Fraktionen und der Bürgermeister einer Sanierung doch noch zustimmen, wenn der Antrag im Gemeinderat behandelt wird. Bei einem Vorgespräch im Dezember mit Bürgermeister Meyer erfuhren sie nämlich, dass von Seiten der Gemeinde kein weiteres Engagement geplant ist mit Ausnahme des jährlichen Zurückschneidens des Schilfbewuchses.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler