Kompromiss in Sicht

Braucht Ezelsdorf überhaupt einen Dorfweiher?

„Ich würde auch gern was am Weiher machen.“ Bürgermeister Heinz Meyer (Mitte) diskutiert mit Ezelsdorfer Bürgern und Gemeinderäten vor dem ausgetrockneten Gewässer. | Foto: Spandler2018/10/Ezelsdorf-Dorfweiher-Ortsbegehung.jpg

EZELSDORF – Wie geht es weiter mit dem Dorfweiher in Ezelsdorf? Ein konkretes Vorgehen hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt nicht beschlossen. Aber es zeichnet sich zumindest ein Kompromiss ab. Zunächst aber kochten die Emotionen bei einer Ortsbegehung noch einmal hoch.

Wie berichtet, empfinden viele Ezelsdorfer den Weiher als unschönen Schandfleck in der Ortsmitte und möchten eine attraktive Sanierung des ehemaligen Löschweihers. Insbesondere die Mitglieder des Dorfvereins haben sich des Themas angenommen und im vergangenen Jahr eine Umfrage im Ortsteil gemacht, die erbrachte, dass eine deutliche Mehrheit der Dorfbewohner sich wünscht, dass das Gewässer saniert und erhalten werden soll. Ein dahingehender Antrag im Gemeinderat wurde nun im Ausschuss auf die Tagesordnung gesetzt, um in eine Diskussion einzutreten. Dreh- und Angelpunkt sind wie so oft die Kosten.

Die Verwaltung hatte bereits einen Landschaftsarchitekten beauftragt, der Vorschläge für eine Rettung des Weihers machen sollte, die sich aber im Bereich von 230.000 bis 490.000 Euro bewegen – zu teuer, wie die Gemeinde befand. Ursache für den desolaten Zustand des Tümpels, der nach dem langen, regenarmen Sommer nun gänzlich trocken gefallen ist, ist die mangelnde Zufuhr an Frischwasser, aber auch fehlende Pflege der Außenanlagen.

Bohrung eines Brunnens…

Der Dorfverein hat sich nun selber um einen Lösungsvorschlag bemüht und einen ähnlich gelagerten Fall in Dörfleins bei Hallstadt besichtigt, wo der deutlich größere Weiher für 48.000 Euro saniert werden konnte. Dort wurde der Weiher ausgebaggert, mit Lehm abgedichtet und die Wasserversorgung durch einen Brunnen gesichert. Dadurch konnte der Wasserspiegel erhöht werden. Die Bohrung eines Brunnens steht nun auch in Ezelsdorf im Raum, wobei die Verwaltung und auch CSU-Gemeinderäte dem sehr skeptisch gegenüber stehen. Das Landratsamt Nürnberger Land hingegen sieht eine Bohrung bis 40 Meter Tiefe unter bestimmten Auflagen als unproblematisch an.

Beim Ortstermin wurde zunächst das weitere Vorgehen erörtert. Zu einem Gespräch mit dem Dorfverein und Bürgermeister Heinz Meyer war es bisher aus terminlichen Gründen nicht gekommen, nun will man aber bald aufeinander zugehen, eventuell sogar einen Ortstermin in Dörfleins wahrnehmen.

…oder endgültig zuschütten?

Solange man aber eine Bohrung ablehnt, dürfte auch eine Besichtigung des oberfränkischen Gewässers nicht weiterführen. Im Gespräch mit den Bürgern vor Ort wurde immer wieder ersichtlich, dass auch der Bürgermeister und mit ihm wohl viele Gemeinderäte mit dem Zustand des Tümpels nicht zufrieden sind, aber eine aufwändige Sanierung vermeiden möchte. „Es ist die Frage, ob man bei so vielen schönen Plätzen in Ezelsdorf noch einen weiteren braucht“, warf er ein und brachte auch andere Lösungen wie ein endgültiges Zuschütten des Tümpels aufs Tapet.

Der Dorfverein sei ihm bisher schuldig geblieben, Vorschläge für das weitere Vorgehen zu machen. Die anwesenden Mitglieder wehrten sich gegen den Vorwurf mit Verweis auf ihren Sanierungsansatz und Wolfgang Lahm, SPD-Fraktionssprecher, erinnerte daran, dass der Verein nicht nur das Beispiel Dörfleins ins Spiel gebracht, sondern sich auch beim Wasserwirtschaftsamt, dem Landratsamt und einem Fachmann für Tiefbau informiert hatte. Die Bürger seien schließlich keine Spezialisten, die der Verwaltung sagen könnten, was zu tun sei.

Eine Dorfmitte kann der Ortsteil gut vertragen

Ungehalten wurde der Gemeindechef, als ihm Mitglieder des Dorfvereins vorwarfen, in Ezelsdorf gebe es keineswegs so viele schöne öffentliche Plätze, wie das der Bürgermeister darstellt. Zusammenhalt im Ort sei nur durch die Vereine und die engagierte Bevölkerung vorhanden, eine Dorfmitte mit Weiher könnte der Ortsteil aber gut vertragen: „Sehen Sie den Weiher doch nicht nur als wirtschaftliche, sondern auch als emotionale Komponente“, ermunterte ein Anwesender den Bürgermeister. Wer in Ezelsdorf nicht genügend attraktive Orte findet, der sei mit Sicherheit in der Minderheit, konterte Meyer.

Am Ende der Diskussion wurde dann die „kleinere Lösung“ angesprochen, die entsprechend preisgünstiger ausfallen könnte. Dennoch beharrte der Verwaltungschef auf dem Dreh- und Angelpunkt: „Ich kann das alles nur machen, wenn ich Wasser habe.“

In der anschließenden Sitzung wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass sich die Fraktionen Gedanken über das weitere Vorgehen machen sollen. Alternativen, wie ein Wasserspielplatz, wurden ebenfalls angesprochen. Wolfgang Lahm lehnte diesen Ausweg an dieser Stelle allerdings ab und schlug vor, bei einer kleineren Lösung den Weiher einmalig mit Wasser zu fluten und dann nur die Menge kontinuierlich wieder aufzufüllen, die verdunstet. „So viel wird das schon nicht sein“, nahm er an.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler