Hilfsangebote

Beratungsstelle der Diakonie „NAH“: Eine Sucht kann jeden treffen

Jasmin Schöneberg, Psychologin in der Suchtberatung Nürnberger Land der Diakonie „NAH“, im Gespräch.
Jasmin Schöneberg, Psychologin in der Suchtberatung Nürnberger Land der Diakonie „NAH“, im Gespräch. | Foto: Hannah Bögler-Haas2026/02/Jasmin_Schoeneberg_Psychologin_in_der_Suchtberatun.jpg

NÜRNBERGER LAND – „So kann es nicht weitergehen – ich möchte etwas verändern!“ So oder ähnlich äußern sich viele Klientinnen und Klienten, die Unterstützung bei der Suchtberatung der Diakonie „NAH“ suchen. „Abhängigkeit ist ein Thema, das zahlreiche Menschen direkt oder indirekt betrifft. Etwa zehn Millionen Menschen leiden in Deutschland laut Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen unter einer Abhängigkeitserkrankung“, erklärt die Psychologin Jasmin Schöneberg von der Suchtberatung Nürnberger Land.

Doch woran erkennt man überhaupt eine Abhängigkeit? „Häufig entwickelt sich die Erkrankung schleichend und über einen längeren Zeitraum hinweg“, erläutert Schöneberg in der Pressemeldung der Diakonie: „Nach und nach wird das Verlangen nach einer Substanz oder einem bestimmten Verhalten immer stärker und bestimmt zunehmend das Leben. Wichtige Beziehungen, Aufgaben oder Interessen treten immer mehr in den Hintergrund und werden vernachlässigt. Betroffene können nicht mehr steuern, wann oder wie viel sie konsumieren, und sie konsumieren auch dann weiter, wenn negative Folgen eintreten oder drohen.“ Hierbei kann sich laut Schöneberg eine Abhängigkeitserkrankung entweder auf bestimmte Substanzen wie Alkohol oder Drogen beziehen, aber auch auf ein Verhalten wie etwa das Glücksspiel, den Gebrauch sozialer Medien oder des Internets.

Schwerpunkt Alkohol

„In unserer Beratungsstelle liegt der Schwerpunkt der Beratungen auf dem Thema Alkohol. Im Jahr 2025 waren etwa 60 Prozent der ratsuchenden Betroffenen wegen eines Alkoholproblems bei uns. Hierbei war die Alkoholabhängigkeit entweder die alleinige Diagnose oder es spielten daneben noch andere Substanzen wie beispielsweise der Konsum von Cannabis eine Rolle.“ Aber auch die Angehörigenarbeit hat einen hohen Stellenwert in der Arbeit, betont sie: „Häufig leidet das Umfeld meist ebenso stark oder sogar stärker unter dem Konsum wie die Betroffenen.“ Wer wolle, könne übrigens auch komplett anonym beraten werden.

Wie kann nun so eine Beratung aussehen? „Grundsätzlich orientieren wir uns an den Anliegen und Zielen der ratsuchenden Menschen“, schildert Schöneberg die Arbeitshaltung der Suchtberatung. „Wir arbeiten zieloffen. Manche wünschen sich eine Unterstützung dabei, den Konsum ganz einzustellen. Andere möchten den Konsum reduzieren oder weniger schädlich konsumieren.“ Häufig gehe es auch darum, die Ratsuchenden über verschiedene Hilfsangebote wie etwa Entgiftungsmöglichkeiten in der Region oder ambulante und stationäre Therapieformen zu informieren. „Hier fungieren wir als Schnittstelle zu vielen anderen Institutionen in unserem Netzwerk. Gern unterstützen wir unsere Klientinnen und Klienten dabei, das für sie passende Angebot zu finden.“

Grundsätzlich lohne es sich immer, den eigenen Konsum oder das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Für manche Menschen ist auch die anstehende Fastenzeit ein Anlass, ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen.“

Info: Kontakt zur Suchtberatung Nürnberger Land unter Telefon 09151/9087676, [email protected] oder www.suchtberatung.digital.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Weekli. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen