MTB: Die Besten schaffen 312 Kilometer

Martina Geelhaar aus Schnaittach.2011/06/24993_New_1309450269.jpg

SCHNAITTACH — Zum dritten Mal veranstaltete der Radclub Schnaittachtal ein Zwölf-Stunden-MTB-Rennen – ein einzigartiges Event in der Region.

Der Startschuss fiel um 9 Uhr. Kurz vorher machten sich alle 300 Teilnehmer auf zu einer kurzen Einführungsrunde quer durch Schnaittach. Zurück in der Allee gingen dann 28 Einzelfahrer und jeweils ein Biker der 87 Teams auf die erste Runde. Der Kurs war etwa sechs Kilometer lang und hatte alles zu bieten, was Bikerherzen höher schlagen lässt. Kurze Anstiege, schnelle Abfahrten, schöne Trails, aber auch flache Wald- und Schotterwege.

Von Anfang an machte den Bikern das Wetter zu schaffen. Beim Fahren kamen sie ganz schön ins Schwitzen, im Fahrerlager dagegen war es empfindlich kalt. So sah man dann die wartenden Fahrer auch immer wieder in Schlafsäcke eingemummt sitzen. Auch die Strecke hatte zu leiden. Durch heftige Schauer in der Woche vor dem Rennen und immer mal wieder Regen am Renntag selbst, war der Boden aufgeweicht. Die Trails drohten im Schlamm immer tiefer und die Wurzeln gefährlich rutschig zu werden. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Ferdl Thiel, der den Kurs zwölf Stunden lang immer wieder neu präparierte, hielt die Strecke stand.

Von Beginn an hatte der Herren-Vierer vom fränkischen Redheads Team mit dem Schnaittacher Alexander Geelhaar die Nase vorne. Die Jungs lieferten sich aber einen Dauerkampf mit dem besten Vierer-Mixed Team um die Gesamtwertung. Bei den Einzelfahrern setzten sich Marco Luthardt und Stefan Lerzer (Radfreunde Hilpoltstein) an die Spitze der Herren-Wertung. Ebenso Marco Gottesmann (Bike Team Münchberg) und Harry Grimm (Radfreunde Hilpoltstein/Team Guttenberger) bei den Senioren. Als einzige Frau traute sich Marina Kastenmiller den alleinigen Ritt über zwölf Stunden zu. Sie siegte zwar konkurrenzlos, aber mit bemerkenswerten 31 Runden (nur zehnrunden weniger als der beste männliche Einzelfahrer).

Auch bei den Zweier-Damen-Teams ging es zur Sache. Das Redheads-Duo Martina Geelhaar (vom Radclub Schnaittachtal) und Rebacca Fondermann lag zwar von Beginn an vorne, hatte allerdings immer nur einen Abstand von knapp einer halben Runde zum Verfolgerteam des SC Hausach/Team Neumayer. Bei den Zweier-Herren konkurrierte das AAN Racing Team aus Wendelstein mit dem RVC Trieb um den Sieg. Dahinter kämpften die Brüder Harry und Thomas Schiffer vom SCR Schnaittach verbissen um den dritten Platz.

Das Vierer-Mixed-Team Herobikes Roth & Friends bestehend aus einer Frau und drei Männern lag in seiner Kategorie uneinholbar an erster Stelle. Das Quartett des Radclubs Schnaittachtal (Uwe Lingansch/Reinhold Kail/Christian Wild und Vorjahressiegerin Luise Lingansch) kämpfte lange um den vierten Platz in der Mixed-Kategorie und konnte diesen am Schluss auch gegen zwei weitere Teams knapp verteidigen. Leichter fiel es da dem Damen-Vierer. Die vier „Berghexen“ setzten sich schon frühzeitig ab und gewannen ihre Wertung mit fünf Runden Vorsprung.

Ab 20 Uhr änderte sich die Stimmung im Fahrerlager. Es wurde spannend. Die Einzelfahrer überlegten, ob sie noch einmal eine Runde riskieren sollten, Für alle galt: Wer um Punkt 21 Uhr nicht von der Strecke zurück ist, ist die letzte Runde umsonst gefahren. Eine Viertelstunde vor Ende des Rennens war der Nervenkrieg der Teams in vollem Gange. Jede Mannschaft rechnete ihre Runden nach und taktierte.

Mit 52 Runden holte sich das Redheads Team mit Alexander Geelhaar, Robert Gorgos, Steffen Weisenseel und Michael Führmann sowohl den Sieg in der Kategorie „Vierer-Herren“ als auch den Gesamtsieg. Bei den Einzelfahrern gewann Marco Luthardt die Herrenwertung. Marco Gottemann siegte bei den Senioren.

Martina Geelhaar verteidigte mit ihrer neuen Partnerin Rebecca Fondermann ihren Vorjahressieg. Die beiden Redheads gewannen die Zweier-Damen-Konkurrenz mit 40 Runden.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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