Unwetter überflutet Straßen und Keller

Viel Wasser in sehr kurzer Zeit

Nicht nur im Wiesenweg musste die Kirchensittenbacher Wehr einen Keller vom Wasser befreien. | Foto: P. Wattenbach2017/05/hochwasser.jpeg

HERSBRUCK – Das Unwetter am Donnerstag erinnerte die Hersbrucker stark an das von 2005. Am heftigsten erwischte es wieder das Gewerbegebiet in der Kühnhofener Straße in Altensittenbach. Blumen Wendler schwammen die Pflanzen davon, das Wasser strömte dort wie ein Fluss quer übers Gelände. Gefährdet war das gesamte Gewerbegebiet, aber letztlich lief nur in einem weiteren Gebäude, einem Privathaus, ebenfalls der Keller voll.

„So schnell, wie es kam, war es auch wieder weg“, sagt der Altensittenbacher Feuerwehrkommandant Andreas Weber am Tag darauf. Mit seinen Leuten hatte er am Sittenbach plötzlich viel zu tun. „Bei einer Kontrolle nach dem Starkregen um Dreiviertel sieben war der Pegel nur leicht erhöht, eine bis eineinhalb Stunden später hatte er ein so extremes Ausmaß erreicht wie selten.“

Um 21 Uhr ging Weber noch davon aus, dass die Wehr im Gewerbegebiet nacheinander alle Keller auspumpen muss. Das war am Ende aber gar nicht nötig. Zu dieser Zeit war die überflutete Kühnhofener Straße für den Verkehr komplett gesperrt. Zwischen 21.30 und 22 Uhr sank der Wasserspiegel rasch wieder ab — fast als ob nichts gewesen wäre. Davor aber sei die Wassermenge, die vom Michelsberg, den Äckern und vom Sittenbach her drückte und zusammenlief, „schon extrem gewesen in so kurzer Zeit“.

An den kritischen Stellen in Hersbruck waren neben der Feuerwehr und später Bauhofmitarbeitern auch Bürgermeister Robert Ilg und Stadtbaumeister Lothar Grimm vor Ort. Im Buchgebiet riss das Wasser Sand, Schotter und Zweige die Straße hinunter. „Wir kennen den neuralgischen Punkt, wir arbeiten am Hochwasserschutz dort“, sagt der Bürgermeister.

Er berichtete vom Kinderkompetenzzentrum, in dem der Keller voller Wasser stand, ebenso wie in einem Gebäude am Haidplatz. Dort lief das Wasser wie in Altensittenbach und wie im Buchgebiet vom Berg hinunter, durch die Garage und vorne wieder zum Haus hinaus. Der Keller stand bis zur zweiten Treppenstufe unter Wasser. Hinter dem Gebäude versuchte die Feuerwehr das drückende Nass umzuleiten.

Dort hat die Stadt jetzt rasche Hilfe zugesagt. Schon kommende Woche soll der Bauhof zwischen Acker und Wohngrundstück einen kleinen Graben anlegen. Für die Kühnhofener Straße gab es früher schon Überlegungen, den öfter mal anschwellenden Sittenbach zu entschärfen. Allerdings habe sich dafür noch keine Lösung gefunden, sagt Grimm auf Nachfrage. Am Freitag ließ er sich Messdaten über die Regenmenge geben. In der Kläranlage waren es nur 12,7 Liter pro Quadratmeter, in der Amberger Straße immerhin 40 l/m². 2005 waren es 115 l/m². Die Werte zeigen, dass es stark darauf ankam, über welches Gebiet die Unwetterwolke zog. Sie beziehen sich auf 24 Stunden und sagen wenig über die stattliche Menge in nur kurzer Zeit.

Kirchensittenbach hat es als zweite Gemeinde stark erwischt. 16 Einsätze verzeichnete zweiter Kommandant Peter Wattenbach. Die Leitung für sechs Gemeindewehren war zentral organisiert. Am meisten Wasser kam von den Hängen im Hauptort, ebenfalls in kurzer Zeit. Vier Keller mussten ausgepumpt werden, der Hof der Reitanlage im Dorf stand kurzzeitig knietief unter Wasser. An der Staatsstraße an der Abzweigung nach Unterkrumbach strömte das Wasser heftig aus dem Wald und sogar am höchsten Punkt der Strecke über den Asphalt. Die Wehr pumpte dort und in Unterkrumbach Wasser von einer auf die andere Fahrbahnseite, um den Abfluss zu beschleunigen.

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N-Land Michael Scholz
Michael Scholz