Sicherheitsbericht der Polizei

Weniger Kriminalität, aber mehr Sexualdelikte im Nürnberger Land

Insgesamt ist auch im Nürnberger Land die Zahl der Straftaten zurückgegangen – nicht aber im Bereich der Sexualdelikte. | Foto: LeslieAnn/stock.adobe.com2022/03/AdobeStock_262033107-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Die Zahl der Straftaten ist im Nürnberger Land in den vergangenen fünf Jahren insgesamt um knapp 20 Prozent gesunken. Das zeigt der Sicherheitsbericht für das Jahr 2021 des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Stark gestiegen ist im Landkreis allerdings die Zahl der Sexualdelikte und der Fälle von Kinderpornographie.

Insgesamt hat sich die Sicherheitslage im Freistaat 2021 weiter verbessert, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2021. Selbes gilt für den Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Denn auch im Jahr 2021 habe sich ein „überaus erfreulicher Trend fortgesetzt“, schreiben Polizeipräsident Roman Fertinger und Polizeivizepräsident Adolf Blöchl im Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken. 2021 ist die Anzahl der erfassten Straftaten im Regierungsbezirk erneut gesunken und liegt bei 73.000. 2016 seien noch 95.000 Straftaten erfasst worden. „Sie sehen, mehr denn je kann man mit sehr gutem Gefühl beruhigt in Mittelfranken leben“, so die beiden Beamten.

Auch im Nürnberger Land sank die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr erneut: 2020 registrierte man im Landkreis 4776 Delikte, 2021 insgesamt 4616 Straftaten. Im Vergleich zu 2017 – damals waren es 5540 Delikte – sank die Zahl der Straftaten um knapp 20 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf im Schnitt überdurchschnittliche 70 Prozent.

Viele Sexualdelikte

Auffällig ist aber die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ und der Kinderpornographie, die das Polizeipräsidium Mittelfranken in seinem Sicherheitsbericht aufführt. Im Bereich der Sexualdelikte kam es zu einer Steigerung der Fallzahlen um 46,7 Prozent von 120 (Jahr 2020) auf 176 (Jahr 2021). „Das ist der höchste Wert der letzten fünf Jahre“, heißt es in dem Bericht. 92,6 Prozent der Fälle seien aber aufgeklärt worden. Außerdem registrierten die Beamten im Nürnberger Land 28 Fälle von sexueller Belästigung – ein Höchstwert im Fünf-Jahres-Vergleich.

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2021 kam es außerdem 13 Mal zu einer Vergewaltigung. „13 Vergewaltigungen bedeuten fünf Fälle weniger als 2020. Alle Taten konnten geklärt werden“, so die Polizei in ihrem Bericht.

70 Mal Kinderpornographie

Um satte 169,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist die Zahl der Fälle von Kinderpornographie: 2021 registrierte die Polizei 70 Fälle, 2020 waren es 26 und in den Vorjahren noch weniger. Ob es sich dabei um eine Person handelt, die in mehreren Fällen angeklagt wurde, oder um zahlreiche verschiedene Fälle, geht aus dem Bericht nicht hervor. Bei der Verbreitung pornografischer
Schriften stiegen die Fallzahlen von 35 auf 85. Auch die Zahl von exhibitionistischen Handlungen stieg um sechs auf 14 Fälle.

Ebenfalls auf einem Fünf-Jahres-Hoch liegt die Zahl der Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. 2021 registrierte man 175 Fälle, 2020 waren es 95. Das ist ein Anstieg um 65,3 Prozent. Beachtlich ist auch die Zahl des Betrugs mit dem „Tatmittel Internet“ – also zu denen das Internet für das Delikt verwendet wurde: 2021 kam es zu 278 Fällen – ein Plus von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Außerdem trieben 2021 insgesamt 5,9 Prozent mehr Ladendiebe im Nürnberger Land ihr Unwesen als im Jahr zuvor. Insgesamt kam es zu 126 Fällen. Insgesamt ist die Zahl der Diebstähle, wie Taschen- oder Autodiebstahl, aber gesunken.

Weniger Mord und Totschlag

„Mit drei Straftaten gegen das Leben verzeichnen wir sieben Fälle weniger als im Vorjahr. Darunter ein Mord und ein Totschlag“, so die Polizei Mittelfranken in ihrem Bericht. Alle Delikte seien aufgeklärt worden. Im Vergleich: Jahr mit den meisten Morden war 2017. Damals wurden im Nürnberger Land fünf Menschen umgebracht (viermal Mord, einmal Totschlag), 2019 wurden sechs Menschen Opfer von Tötungsdelikten (zweimal Mord, viermal Totschlag).

Insgesamt erfreulich

Insgesamt spricht die Polizei aber von einer „erfreulichen Entwicklung“. So sind zum Beispiel die „Rohheitsdelikte“, wie zum Beispiel Raubüberfälle und Körperverletzung, gesunken. Es gab insgesamt weniger Diebstähle im Landkreis. Im Bereich der Cyberkriminalität verzeichnete man mit 66 Fällen 2021 sogar den niedrigsten Wert seit 2017. Auch die Zahl der Fahrraddiebstähle sinkt auf ein Fünf-Jahres-Tief, ebenso wie die Zahl der Sachbeschädigungen. Auch die Zahl der Rauschgiftdelikte sinkt im Vergleich zu 2020 leicht.

Die gesamte Kriminalitätsstatistik der Polizei Mittelfranken ist hier als Pdf-Dokument abrufbar.

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