Gemeinderat Vorra

Pläne für das Baugebiet „Sandbühl“ werden konkret

So sieht der Bebauungsplan Sandbühl aus: „Achse 1“ zeigt die Linksabbiegespur von der Staatsstraße 2162; „Achse 4“ den Fußweg über den Sandbühlweg Richtung Stöppacher Straße und „Achse 5“ Fußweg/Anbindung an die Birgstraße.2021/03/Bebauungsplan-Sandb-hl-2.jpg

VORRA – Wichtigstes Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Vorstellung der Erschließungsplanung für das Baugebiet „Sandbühl“ mit anschließender Beschlussfassung. Zudem beschäftigte sich das Gremium unter anderem mit Angeboten für die Glasfaseranschlüsse im Rathaus und in der Grundschule sowie mit einem Zuschussantrag der Kirchengemeinde Alfalter.

Das Baugebiet Sandbühl in Vorra beschäftigt die Gemeinde bereits seit vielen Jahren. Nachdem nun vergangenes Jahr ein rechtskräftiger Bebauungsplan verabschiedet werden konnte, wurde das Ingenieur-Büro Siegle mit der weiteren Planung beauftragt. Diplom-Ingenieur Gero Siegle erläuterte an dem Abend die aktuelle Erschließungsplanung. Man habe sich relativ genau an die Vorgaben des Bebauungsplans gehalten. Die Haupterschließungsstraße werde etwas schmäler als geplant und zusätzlich werden das Nahwärmenetz ebenso wie die Kanal- und Wasseranschlüsse im Straßenverlauf verlegt.

Anhand von Einzelplänen zeigte er den Verlauf einer Erschließungsstraße im Mittelteil des Baugebiets auf, einer weiteren Straße entlang einer Lärmschutzwand in Richtung Bahnlinie sowie die Versorgung beziehungsweise den Anschluss der 24 Parzellen an die Abwasseranlage (Trennung von Regen- und Schmutzwasserkanal), an die Wasserversorgung, an die Fernwärmeleitung und an sonstige Datenkabel.

Wall gegen Bahnlärm

Neben der Erschließung über die Staatsstraße (Sandbühlweg) sind zwei fußläufige Verbindungen mit je einer Breite von drei Metern geplant, einmal Richtung Birgstraße zwischen Anwesen Weigl und Schwarm und einmal in Richtung Stöppacher Straße mit Unterquerung der Bahnlinie. Der Lärmschutzwall, etwa zwei bis drei Meter hoch, soll im Abstand von acht Metern entlang des Sandbühlweges errichtet werden.

Gemeinderat Arslan Derebasi wollte wissen, warum die Straßenbreite von 7,50 Meter auf sieben Meter verringert wurde. Der Diplom-Ingenieur erläuterte dazu, dass für einen Wagen beziehungsweise Laster bei verminderter Geschwindigkeit im Begegnungsverkehr 4,15 Meter ausreichen würden, 5,50 Meter wären überzogen. Ein Parkstreifen mit zwei Meter für Längsparker sowie fünf Meter Fahrbahn seien also in Zukunft mehr als ausreichend.

Zweiter Bürgermeister Thomas Prechtel wies darauf hin, dass vor allem der Fußweg Richtung Ortsmitte stark frequentiert sein werde, weshalb man eine zusätzliche Beleuchtung einplanen solle, und Gemeinderätin Johanna Seitz meinte, dass man beim Ausbau auch an die Rollstuhlfahrer beziehungsweise Kinderwagen und Fahrräder denken müsse.

Keine Trabantenstadt

Gemeinderat Bernd Müller wollte wissen, ob auch ein Spielplatz vorgesehen sei, was Bürgermeister Volker Herzog mit dem Hinweis verneinte, dass auf der Hälfte des 1,2 Hektar großen Areals die bestehende Streuobstwiese erhalten bleibe. Auf alle Fälle wolle man eine „Trabantensiedlung“ vermeiden.

Nach ausführlicher Diskussion über weitere Einzelheiten, etwa den Standort für die Zentrale des Nahwärmenetzes, stimmte der Gemeinderat den Planungen in der vorgestellten Form zu. Die Gesamtkosten der Erschließung belaufen sich voraussichtlich auf rund 2,3 Millionen Euro. Die Verwaltung wurde beauftragt, die umlegbaren Kosten zu ermitteln. Herzog geht davon aus, dass bereits Ende Mai die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke verschickt werden können.

Für die Glasfaseranschlüsse im Rathaus und in der Grundschule lag je ein Angebot der Firma Telekom vor. Das Angebot für die Schul-Anbindung beläuft sich auf 84 918 Euro. Von den 50 000 Euro an Zuwendung gehen jeweils 25 000 Euro an die Grundschulen Vorra und Hartenstein, so dass der Eigenanteil der Kommune bei rund 60 000 Euro liegen würde, so der Bürgermeister.

Nicht zu bezahlen

Ein „utopischer“ Betrag, der deshalb so hoch ist, weil zur Realisierung des Anschlusses rund 290 Meter Kabelkanal von der Einmündung Fischbrunner Weg/Hirschbacher Straße zur Schule hin gegraben sowie 430 Meter Kabel (aus Richtung Hauptstraße) eingezogen werden müssen. Deshalb, so der einstimmige Beschluss, werde die Glasfaseranbindung der Grundschule aus Kostengründen derzeit nicht weiter verfolgt. Bei Bedarf werde eine Leistungssteigerung über eine LTE-Funklösung geprüft.

Die Entscheidung, ob das Rathaus einen Glasfaseranschluss erhält, wurde zurückgestellt, bis geklärt ist, zu welchem Zeitpunkt im VG-Gebiet der Anschluss an das Behördennetz erfolgen soll. Hier lag das Angebot der Firma Telekom bei 28 120 Euro. Bei einer 80-prozentigen Förderung kein „Riesenbetrag“ für die Kommune, deren Eigenanteil von rund 5600 Euro in den Haushalt eingeplant werden könne.

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