140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbruck

„Eine ganz starke Gemeinschaft“

Ein Geldgeschenk, versteckt in einer modelhaft aufgebauten Feuerwehrübung mit Playmobilfiguren, überreichte für die Ortsteilfeuerwehren Bernd Haslinger (rechts) an 1. Vorstand Wolfgang Söder (l.) und Kommandant Christian Eckstein. | Foto: Märtl2016/10/ffw_sb_jubi_3.jpg

SCHWARZENBRUCK – Es war zwar nur ein halbrunder Geburtstag, aber doch ein seltener, den die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbruck am Samstag in der Bürgerhalle feierte: seit 140 Jahren besteht „der gute Geist in der Feuerwehr“, wie es Kreisbrandrat Norbert Thiel auf den Punkt brachte. Mit der Schwarzenbrucker Wehr – besonders begrüßt wurden die Ehrenmitglieder Werner Hemmer und Erich Meyer sowie die Ehrenkommandanten Hans Schrödel und Lothar Miederer – feierten viele Gäste, darunter Bürgermeister Bernd Ernstberger und sein Gemeinderat, Kreisbrand-rat Norbert Thiel, die Kreisbrandinspektoren Peter Schlerf und Bernd Haslinger, die Kreisbrandmeister Christian Falk und Christian Lankes, die Ortsteilfeuerwehren Lindelburg, Pfeifferhütte, Rummelsberg und Altenthann sowie die Patenwehr aus Feucht. Deren Anwesenheit bezeichnete 1. Vorstand Wolfgang Söder „als Wertschätzung und Anerkennung“.

Söder lobte den Zusammenhalt und das lebendige Miteinander in der Wehr, das von Generation zu Generation weitergetragen wurde. Im öffentlichen Leben sei zwar jeder Verein und jede Gruppe wichtig, aber der Feuerwehr komme eine besondere Rolle zu. Feuerwehrleute müssten immer bereit sein, denn ein Unglück frage nicht nach dem Terminkalender. Dazu kämen die vielen Übungen, um die gute Ausstattung im Ernstfall richtig einzusetzen. „Wir tun das gerne, angetrieben vom Willen, dem Nächsten zu helfen“, betonte Söder. Die Freiwillige Feuerwehr sei für ihn „eine ganz starke Gemeinschaft“.

Dies bekräftigte auch 1. Kommandant Christian Eckstein, der besonders auf das gemeinschaftliche Engagement hinwies, das Ausdruck einer aktiven Gesellschaft sei. In Schwarzenbruck sei dies seit 140 Jahren der Fall.

Heute 82 Aktive

Damals – es war der 1. Februar 1876 – trafen sich 24 Bürger aus Schwarzenbruck und Gsteinach, um die Feuerwehr zu gründen, anfangs nur ausgerüstet mit Ledereimern und einer Druckspritze. Nicht mehr zu vergleichen mit der modernen Ausrüstung, die man heute zur Verfügung hat. Aktuell zählt man 82  Aktive, die durchschnittlich zu 100 Einsätzen pro Jahr gerufen werden.
Feuerwehrdienst sei in der heutigen Zeit mehr als Brände löschen, meinte Eckstein und deswegen sei es auch notwendig, für die technischen Einsätze entsprechend gerüstet zu sein. Zum Ausdruck kommt dies in insgesamt 6000 Ausbildungsstunden pro Jahr.

Dass es auch um den Nachwuchs gut bestellt ist, sehe man an der Jugendfeuerwehr, die derzeit 16 Mitglieder zählt. Um auch deren Nachwuchs rechtzeitig zu rekrutieren, wird man im nächsten Jahr auch eine Kinderfeuerwehr gründen, die für die Altersgruppe 7 bis 12 Jahre gedacht ist.

Dem Kommandanten war es ein besonderes Anliegen an diesem Tag ganz besonders der Gemeinde zu danken. Bürgermeister und Gemeinderat hätten in all den Jahren die Feuerwehr immer bestens unterstützt.

Aber die beste Ausrüstung nütze nichts, wenn sie nicht entsprechend eingesetzt werde. Deswegen galt der weitere Dank und die besondere Anerkennung den aktiven Feuerwehrleuten, die immer zur Stelle sind, sei es bei Übungen oder bei Einsätzen. Nicht vergessen wurden die Familien, ohne deren Unterstützung vieles nicht möglich sei.

Stolz auf die Wehr

Bürgermeister Bernd Ernstberger gratulierte für die Gemeinde und betonte, dass man auf die Feuerwehr stolz sei. Ihm persönlich liege die Freiwillige Feuerwehr, der er seit seinem 16. Lebensjahr verbunden sei, sehr am Herzen.
Er verwies darauf, dass sich die Aufgaben der Feuerwehr stark gewandelt haben, weg von der reinen Brandbekämpfung zur technischen Hilfeleistung.
Aber die beste Ausrüstung nütze nichts, wenn sie nicht entsprechend eingesetzt werde. Dazu gehöre eine entsprechende Ausbildung und die sei in Schwarzenbruck bestens gewährleistet.

Sind unschlagbar

Kreisbrandrat Norbert Thiel machte deutlich, dass in den Feuerwehren ein guter Geist herrsche. Deswegen sei man unschlagbar. Er lobte die Kameradschaft und Freundschaft, die in den Feuerwehren herrsche und machte deutlich, dass man den Dienst freiwillig verrichte. „Wir helfen in jeder Situation, ohne zu fragen, wer schuld ist.“ Mit der Führungsebene der Landkreisfeuerwehr sei er stolz auf die Schwarzenbrucker Feuerwehr.

Für die Orsteilfeuerwehren gratulierte KBI Bernd Haslinger. Er machte deutlich, dass die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbruck für die Wehren in den Ortsteilen ein sehr wichtiger Partner sei. „Auf euere Kompetenzen können wir uns verlassen.“ Dankbar sei man, dass die Schwarzenbrucker Wehr besondere Aufgaben übernommen habe. Kommandant Christian Eckstein habe als federführender Kommandant der Gemeinde Schwarzenbruck immer ein offenes Ohr für die Wehren der Ortsteile.

Den Festabend moderierte 2. Vorstand Richard Pfeiffer, der auch die Hauptlast der Vorbereitung und Organisation trug. In seinen einleitenden Worten hatte er festgestellt, dass angesichts der Tatsache, dass es schon  im alten Ägypten und bei den Römern Feuerwehren gab, 140 Jahre eigentlich kein langer Zeitraum sind.

Trotzdem habe man sich in der Vorstandschaft entschieden, dieses Jubiläum entsprechend zu feiern, im familiären Rahmen, mit lieben Gästen, denen er einen schönen Abend wünschte.

Nach den Reden und Grußworten durften sich die Gäste beim Essen stärken, um dann für den Verlauf des weiteren Abends gerüstet zu sein.
Musikalisch sorgten Accoustic Affairs unter Leitung von Erhard Feil für eine dezente Umrahmung des Abends.

Zu einem besonderen Höhepunkt wurde der besondere Vereinsrückblick, der sich wohltuend abhob von einer langatmigen Verlesung der Vereinschronik. Vielmehr trafen sich vier Generationen Feuerwehrler auf der Bühne, um im lockeren Gespräch aufzuzeigen, wie soch im Lauf der Jahre nicht nur die Einsätze und die Ausrüstung, sondern auch die Rahmenbedingungen geändert haben. Für Manfred Gernhart, Lothar Miederer, Christian Willner und Max Timm gab es viel Beifall. Um bei den besonderen Programmpunkten des weiteren Abends zu bleiben: auch Thomas Krausseneck als Zauberer und Petra und Martina Riedel mit einem Sketch sorgten für Kurzweil und Unterhaltung.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl