Rekordhaushalt in Schwarzenbruck

Abgespeckt und trotzdem fett

Die den neuen Gsteinacher Kindergarten überspannende Brücke nimmt Gestalt an. Vier Millionen Euro kostet die Einrichtung für Kinder, drei Millionen davon sind im 2019er Haushalt eingeplant, der dickste Ausgabeposten im Schwarzenbrucker Etat. | Foto: Blinten2019/03/Schwarzenbruck-Rohbau-Kindergarten.jpg

SCHWARZENBRUCK – Der Schwarzenbrucker Haushalt für das Jahr 2019 steht. Einstimmig hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung das Zahlenwerk beschlossen, in gesonderter Abstimmung lehnte die CSU allerdings den Stellenplan ab, weil die Christsozialen unter anderem nicht einverstanden sind mit der Schaffung einer Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit.

Der Verwaltungshaushalt ist vergleichbar mit einem Girokonto, von dem die Gemeinde ihre laufenden Kosten begleicht. In Schwarzenbruck beträgt dessen Volumen für das Jahr 2019 17,416 Millionen Euro. Vergleichbar mit dem Sparkonto, das man für größere Ausgaben braucht, ist der Vermögenshaushalt der Kommune. Für 2019 hat Schwarzenbruck darin rund 6,8 Millionen.

Damit hat der Etat ein Gesamtvolumen von über 24 Millionen Euro. „Das ist ein Rekordhaushalt“, stellte Bürgermeister Bernd Ernstberger fest. Noch nie hat die Kommune einen so umfangreichen verabschiedet. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen haben sich die Einnahmen ganz hervorragend entwickelt. Die Gewerbesteuereinnahmen sind ebenso angestiegen wie die Einnahmen aus der Einkommensteuer. Vor zehn Jahren standen hier für Schwarzenbruck noch etwa drei Millionen Euro Einnahmen zu Buche, jetzt sind es rund fünf Millionen. 

Anspruchsvolles Haushaltsjahr

Den deutlich gewachsenen Einnahmen stehen aber enorme Ausgaben gegenüber. Ernstberger verwies hier unter anderem auf den Kindergartenneubau in Gsteinach, für den die Gemeinde in diesem Jahr drei Millionen Euro in den Haushalt stellt. Weitere 400 000 stehen im Etat für die Sanierung der Schwarzachstuben, die spätestens im Oktober dieses Jahres wieder öffnen sollen.

Weil die Ausgaben für die Gemeinde eine besondere Herausforderung darstellen, hat sich der Schwarzenbrucker Finanzausschuss in einer mehrstündigen Beratung mit Einsparungen befasst und zusammen mit dem Kämmerer den 2019er Haushalt um fast eine Million Euro verschlankt.

Kämmerer Michael Hess hatte zuvor von einem „anspruchsvollen Haushaltsjahr“ gesprochen. Anspruchsvoll deshalb, weil die Gemeinde viel investieren muss. Zum einen werden die Schwarzenbrucker auf ihr Erspartes zurück greifen müssen. Eine Million nehmen sie aus ihren Rücklagen, die damit von 3,5 auf 2,5 Millionen Euro zusammenschmelzen. Weitere zwei Millionen Euro nimmt die Gemeinde als Darlehen auf.

Damit steigt die Pro-Kopf-Verschuldung in Schwarzenbruck von jetzt 329 Euro auf 529 Euro Ende 2019 an, ein deutlicher Anstieg, der aber immer noch unter dem Durchschnitt bayerischer Kommunen vergleichbarerer Größe bleibt. „Wir haben trotz vieler Investitionsmaßnahmen eine gute Finanzlage“, betonte Ernstberger deshalb.

Enormer Arbeitsaufwand

Der Bürgermeister nahm auch ausdrücklich Stellung zur Personalsituation: Die Personalkosten seien unter anderem auch deshalb gestiegen, weil die Gemeinde die Reinigungskräfte für die gemeindlichen Gebäude wieder selbst beschäftigt. Die Schaffung einer Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit verteidigte der Rathauschef noch einmal, weil von den Gemeinden immer mehr Informationen gefordert würden.

Die Arbeit in der Verwaltung werde immer umfangreicher und komplizierter. Ernstberger nannte als Beispiel die vorhabenbezogenen Bebauungspläne, die zwischenzeitlich für einzelne oder ganz wenige Gebäude aufgestellt werden müssten und einen enormen Arbeitsaufwand bedeuteten. „Und neue Vorschriften belasten die Kommunen und machen das Bauen extrem teuer.“

Insgesamt ist der Bürgermeister mit der finanziellen Entwicklung zufrieden, zumal die Steuerkraft der Kommune erneut gestiegen ist.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten