Protest aus Naturschutzgründen gegen Rennen

Jäger gegen Motocross

Schöner Sport oder Naturzerstörung? Gegen die Motocrossveranstaltung am Wochenende protestieren heimische Jäger. Foto: PZ-Archiv2014/05/81990_MotocrossFahrerbea_New_1399566664.jpg

BERNHOF — Gegen die Motorcrossveranstaltung „Juraduro“ (siehe auch Veranstaltungshinweis im Ressort Sport) am Wochenende rund um einen Steinbruch zwischen Ittling und Hormersdorf regt sich Widerstand. Der Jagdpächter des Geländes und die Jägervereinigung Lauf protestieren nicht nur in einem Brief an Landrat Kroder gegen die Genehmigung der Veranstaltung durch die Untere Naturschutzbehörde. Sie wollen am Samstag, zusammen möglicherweise mit BN-Mitgliedern aus Schnaittach, auch vor Ort gegen das Motorradgeländerennen demonstrieren.

Nachdem die Veranstaltung viele Jahre lang im Herbst auf sehr einfachen Kursen auf abgemähten Feldern stattgefunden hat, freut sich der Ausrichter Motorradclub Frankenjura jetzt darüber, dass es am Samstag einen echten Endurolauf auf einer anspruchsvollen Strecke geben wird. Rund 150 Starter haben sich deshalb schon angemeldet.

Jagdpächter Thomas Memmler beklagt in seinem Brief an das Landratsamt, dass weder der zuständige Jagdvorsteher noch der Jäger selbst von der Veranstaltung informiert wurden. Und man deshalb auch keine Möglichkeit hatte, Alternativvorschläge zu unterbreiten oder die Situation zu entschärfen. Kritisiert wird vom Jäger vor allem der Zeitpunkt des Motorsportwettbewerbes im Frühjahr. Es sollte doch bekannt sie, so Memmelers Klage, „dass sich in dieser Jahreszeit der überwiegende Teil der Tiere mit der Aufzucht seines Nachwuchses beschäftigt, dass die Rehgeißen sich zum Setzen der Kitze zurückziehen und daher äußerst empfindlich auf Störungen reagieren.“

Die Jäger versuchten deshalb stets verzweifelt, die Bevölkerung zu sensibilisieren, was derzeit den Aufenthalt in Wald und Feld angehe, da sei es geradezu ein Hohn, wenn sich die Behörden derart ignorant verhielten. Hier werde auf Monate hinaus die Natur zerstört, so Memmler in seinem Brief. Die Jäger bitten nun Landrat Kroder, die Veranstaltung entweder komplett zu stoppen, zeitlich in den Herbst zu verschieben oder zumindest wieder in den Steinbruch zu verlegen.

Im Landratsamt, der Genehmigungsbehörde, sei alles nicht nur rechtens, sondern sehr überlegt abgelaufen, so Pressesprecher Rolf List. Man wisse natürlich um die Interessenkonflikte von solchen Veranstaltungen und sei deshalb stets um Ausgleich bemüht. Das Crossrennen wurde von der Unteren Naturschutzbehörde erst genehmigt, „nachdem bei einem Ortstermin gemeinsam mit dem Veranstalter und dem Naturschutz eine einvernehmlich geänderte Streckenführung gefunden werden konnte“. Auch das Amt für Landwirtschaft und das Forstamt hatten keine Einwände.

Inzwischen sei auch der Jäger darüber informiert worden, dass der Naturschutz die Streckenführung akzeptiert habe, weil sich das Rennen zu drei Vierteln auf Abbauflächen des Steinbruchs abspiele und der Uhu dieses Jahr ohnehin nicht da sei.

Eine Beteiligung des Jagdpächters sei in solchen Fällen nicht üblich, Rehe fielen außerdem nicht unter den Natur- sondern unter den Artenschutz, und dessen Belange seien eingehalten worden. Und schließlich habe am 1. Mai sogar die Jagdsaison für Rehe wieder begonnen.

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