Schnaittach kommt ohne neue Schulden aus

Freude über ausgeglichenen Haushalt

Einige Straßen in Schnaittach (im Bild der Rollhofer Weg) sind dringend sanierungsbedürftig. Die Arbeiten dürften teuer werden, der Marktgemeinderat hat sich aber darauf geeinigt, damit heuer noch nicht anzufangen. | Foto: Kirchmayer2017/02/Rollhofer-Weg-Schnaittach-1.jpg

SCHNAITTACH — Einstimmig hat der Schnaittacher Marktgemeinderat am Donnerstagabend den Haushalt für das Jahr 2017 verabschiedet. Zum ersten Mal seit über zehn Jahren kommt der Markt ohne Neuverschuldung aus. Die Schuldenlast von rund zehn Millionen Euro und große anstehende Investitionen in den Folgejahren – etwa in marode Straßen – trüben aber die Freude.

Mit einem Volumen von 19,1 Millionen Euro kommt der Haushalt zwar nicht an den Rekord aus dem Jahr 2015 heran. Mit einem Verwaltungshaushalt in Höhe von 15,8 Millionen Euro stößt der Markt allerdings in eine neue Dimension vor (Vorjahr: 14,6).

Möglich wurde das durch hohe Einkommens- und Vermögenssteuer­einnahmen von über 10,4 Millionen Euro. Dadurch können dem Vermögenshaushalt knapp 1,79 Millionen Euro zugeführt werden. Das Geld steht also für Investitionen, etwa den beschlossenen Neubau einer Turnhalle für die Grundschule für 600000 Euro, zur Verfügung (die PZ berichtete).

Bürgermeister Frank Pitterlein (CSU) lobte erneut die „sehr, sehr harmonischen Haushaltsberatungen“. Er bedankte sich überschwänglich bei der Verwaltung der Marktgemeinde, die großartige Arbeit leiste. Sein Dank galt auch den Bürgern, die durch gute Löhne für die hohen Einkommenssteuereinnahmen sorgen. Pitterlein stellte in Aussicht, dass der Markt dank der ansässigen Firmen auch in Zukunft stabile Gewerbesteuereinnahmen generieren werde.

Für das Jahr 2017 habe sich der Markt „Ziele gesetzt, die erreichbar sein können“, darunter die Fortsetzung des Breitbandausbaus und der Bau einer neuen Turnhalle der Grundschule. Die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Schnaittacher Feuerwehr für 258 000 Euro bezeichnete Pitterlein als „Pflichtaufgabe“ des Marktes.

Johannes Merkel, Sprecher der CSU-Fraktion im Marktrat, freute sich über einen „soliden Haushalt“, der „trotz großer und teurer Investitionen keine neuen Kredite benötigt“, und lobte Kämmerin Marion Karg.„Natürlich übersehen wir nicht die zukünftigen Notwendigkeiten, vor allem die Sanierung beziehungsweise Erneuerung von maroden Straßen und des Kampferstegs“, so Merkel. Diese Maßnahmen würden heuer zumindest geplant.

„Wir teilen ein Stück weit die Freude über einen ausgeglichenen Haushalt“, sagte SPD-Sprecher Ulrich Weber. Allerdings sei Schnaittach nicht über Nacht reich geworden. Die Steuereinnahmen verdanke der Markt der guten Konjunktur. „Etliche Projekte konnten nicht fertiggestellt werden“, bemängelte Weber, und spielte damit unter anderem auf den Breitbandausbau an, der 2016 nicht im erhofften Tempo lief. Die Sanierung mehrerer Straßen, auf deren Aufschub sich die Schnaittacher Ausschüsse in den Haushaltsberatungen geeinigt hatten, sei in den Folgejahren fällig. „Was wir heuer an Schulden nicht aufnehmen, nehmen wir im nächsten Jahr auf. Wir müssen auf ein gutes Zinsniveau hoffen.“

Karin Dobbert, Sprecherin der Bunten Liste, sprach von einem „historischen Haushalt“. Erstmals seien die Vorberatungen öffentlich gewesen. Sie betonte, das sei der Initiative der Bunten Liste zu verdanken, dankte im gleichen Atemzug aber allen Räten für ihre Offenheit.

Der Haushalt habe sich von selbst aufgestellt, so Dobbert. Große Verdienste habe dafür niemand im Rat. Bedanken müsse man sich bei den Gemeinderäten von vor 20 Jahren, die das Gewerbegebiet an der Kirschenleite – das dem Markt heute die hohen Gewerbesteuereinnahmen einbringt – „weitsichtig auf den Weg gebracht“ hätten.

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