„KNRD-Fest“ in Hormersdorf

Punkrock-Fans feiern im Grünen

Beim "KNRD-Fest" konnten die Besucher die Bands hautnah erleben. | Foto: Schuster2018/07/Konrad-Fest-Hormersdorf-Band-in-der-Menge-us.jpg

HORMERSDORF — Eine friedliche, harmonische Punkrock-Party haben die Besucher des „KNRD-Fest“ am Naturfreundehaus in Hormersdorf gefeiert. Dabei traten an zwei Tagen 16 Bands aus sieben Ländern auf.

Zwei Tage lang, vergangenen Freitag und Samstag, brachten die Bands aus Europa sowie den USA den Punk­rock aufs Land. Bereits zum siebten Mal fand das Konradfest beim Laufer Naturfreundehaus am Hohen Kreuz statt. Die Organisation des kleinen Festivals lag in den Händen des gleichnamigen Vereins, dessen Wurzeln in der ehemaligen Laufer Band „Konrad 48“ zu finden sind. Bands und Besucher waren gleichermaßen begeistert von der familiären Atmosphäre und dem engen Kontakt zu den Musikern.

Eröffnet wurde dieses außergewöhnliche Festival durch die Münchner Band „Dankeschatz“, die nur aus zwei Bandmitgliedern besteht. Gitarre, Gesang und Schlagzeug reicht den Oberbayern, denn der Bass kommt vom Band. Hier wurde noch in deutscher Sprache gesungen. Eine Ausnahme unter den Bands. Auch das Publikum unterhielt sich vorwiegend in englischer Sprache.

Auf der Bühne sorgten die Bands für Stimmung. | Foto: Schuster2018/07/Konrad-Fest-Hormersdorf-Buhne-us.jpg

Skacore aus Gelnhausen ertönte im Anschluss mit der Band „Thee Infidels“. Die Jungs sollten bereits 2017 beim Konradfest auf der Bühne stehen, mussten damals aber absagen, weil ihr Schlagzeuger krank wurde. „From The Tracks“, eine Band in schottisch-schwedisch-dänischer Zusammensetzung, hatte sich eigentlich schon aufgelöst. Nun spielten sie doch noch ein paar ausgewählte Shows in Europa, darunter auch beim Konradfest. „Ein Glücksfall für uns“, erklärt Florian Degelmann vom Konradverein.

Zwischenzeitlich bevölkerten mehr und mehr Besucher die große Wiese unweit des Festivalgeländes, bauten dort ihr Zelt auf oder positionierten ihr Wohnmobil, während die Livemusik schon unüberhörbar war.

Naturfreunde sorgten für Verpflegung

Am Naturfreundehaus indes hat Kurt Bauer von den Laufer Naturfreunden mit weiteren Mitgliedern einiges zu organisieren. So gab es kurzzeitig ein Problem mit der Stromversorgung, das jedoch schnell gelöst wurde. Die Naturfreunde versorgten die Besucher auch mit Frühstück und am Samstag mit veganem Chili.

Noch bei Tageslicht standen „The Human Project“ auf der Bühne in Hormersdorf. Während die Musiker aus dem nordenglischen Leeds ihren Fast Melodic Punk Rock zelebrierten, wurde der Raum vor der Bühne immer enger. Die Ersten versuchten sich beim Crowdsurfing. Dabei wird ein Anwesender über der Menge liegend vom Publikum weitergereicht.

Einige wagten beim Crowdsurfing den Sprung in die Menge. | Foto: Schuster2018/07/Konrad-Fest-Hormersdorf-Stagediving-us.jpg

Headliner am Freitag war die wohl bekannteste Band des Festivals „A Wilhelm Scream“ aus den USA mit ihrem Melodic-Hardcore. Diese trat zum ersten Mal im Nürnberger Land auf. In ihrem Genre zählen sie zu einer der besten Live-Bands weltweit. Den Abschluss am Freitag besorgte „After the Fall“ mit einer Akustikshow. Am Samstagabend spielten sie jedoch noch ihre reguläre Show auf dem „KNRD-Fest“.

Gute Organisation und freundliche Menschen

Die allermeisten Gäste waren auch in den Vorjahren schon auf dem Festival. So auch Maximilian Raschendorfer aus Neunkirchen, der wieder mit seinen Freunden gekommen war. Völlig überrascht von dem angenehmen Flair und der grandiosen Location war Simone Schmidt aus Lauf. Sie war noch nie auf einem Punkrock-Konzert und deshalb etwas aufgeregt, was sie erwartet. Ihre Bedenken hatten sich jedoch schnell zerstreut. „Der ganze Aufbau mit der Organisation und dem Ablauf hat mich sehr beeindruckt. Alles ist super durchdacht und die Menschen freundlich, höflich und friedlich“, berichtete Schmidt. Auch ein Pulk mit rund 20 Hormersdorfern spazierte am Abend zum Festival – Junge und Ältere gleichermaßen.

Gut gelaunt waren die Besucher des Konradfests. | Foto: Schuster2018/07/Konrad-Fest-Hormersdorf-Punks-us.jpg

Der Samstag begann dann mit leichten Regenfällen, die der Stimmung am Festivalgelände aber keinen Abbruch taten. Im Gegenteil; nach der Hitzeschlacht am Freitag waren die Tänzer und feierlaunigen Gäste froh über niedrigere Temperaturen.

Die Band „The Affect Heuristic“, bestehend aus belgischen und schottischen Mitgliedern, machte mit Punkrock mit Metal-Elementen den Anfang.
Danach folgte „Head Honcho“ aus Seattle. Der Kontakt zum Verein entstand nicht ganz zufällig: Gitarrist Ananda war bereits als Gast auf dem „KNRD-Fest“ und fand es so toll, dass er seine Band nach Hormersdorf holte. „Ananda ist seit wir ihn kennen ein guter Freund geworden und wir sind sehr froh, dass seine Band den Punkrock bei uns spielt“, berichtete Max Bauer vom Konradverein.
Ebenfalls alte Bekannte und Freunde der „KNRD“-Crew ist die Band „Fair Do’s“ aus Manchester. Sie sind derzeit mit ihrem neuen Album „Leopards“ auf Tour und haben ihren Auftritt in Hormersdorf extra mit eingeplant.

Das traditionelle Flunkyball-Spiel durfte auch nicht fehlen. Marc Hlusiak, der stellvertretende Vorstand des Vereins, übernahm die Aufgabe des Schiedsrichters.

„Forever Unclean“ nennt sich ein dänisches Pop/Punkrock-Trio, das bereits zum zweiten Mal auf dem „KNRD-Fest“ auftritt. Wahnsinnig melodischer, eingängiger Mitsing-Punkrock, präsentiert von den feuchtfröhlichen, sehr unterhaltsamen, liebenswürdigen Dänen Leo, Lasse und Troels, so formulierten es ihre Konradfreunde. „Petrol Girls“ brachten danach feministischen Post-Hardcore unters Volk. Hier spielte Zock Schlagzeug, der später auch bei „Astpai“ aus Österreich als Sänger aktiv war.

Lokalmatadoren auf der Bühne

Lokalmatador und Urgestein auf dem „KNRD-Fest“ war die Nürnberger Band „Money Left to Burn“. Nur im vergangenen Jahr fehlte sie im Line-up. Durch die Band hatte die „KNRD“-Crew schon viele Kontakte in die internationale Punkrockszene knüpfen können.

„The Movement“ aus Kopenhagen waren Headliner am Samstag und brachten dabei Punkrock mit extrem viel Partypotenzial in die Fluren der Marktgemeinde. Die Bandmitglieder sind bekennende Marxisten, was man ihren Texten auch entnehmen kann.

Den Abschluss hätte eigentlich ein Schweizer mit seiner Gitarre und einer gewaltigen Stimme machen sollen: „Migre Le Tigre“. Dieser hatte jedoch kurzfristig abgesagt, was viele Fans, darunter auch Carolin aus Osternohe, die zum ersten Mal beim Konradfest war, enttäuschte.

Den Organisatoren gelang es, eine angenehme, entspannte Atmosphäre für das internationale Publikum zu schaffen. Mit über 40 Helfern stemmte das Konrad-Team die komplette Organisation rund um das kleine Musikfestival. Die Laufer Naturfreunde halfen dabei kräftig mit und sorgten mit einem Weißwurstfrühstück für gute Laune nach einer langen Nacht.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster