Erste Mahd

Gefahr für Bambi

Kleine Rehe drücken sich zum Schutz gerne in Wiesen. | Foto: pawlasty - stock.adobe.com2020/05/AdobeStock-84176306.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Die erste Mahd der Wiesen bedeutet jedes Jahr den Tod für Tausende von Jungtieren. Doch das muss nicht sein, sagt der Jagdschutz- und Jägerverein (JJV) Hersbruck.

Die erste Mahd fällt zeitlich mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen und dem Schlüpfen der verschiedenen Wiesenbrüter – soweit noch vorhanden Feldlerche, Kiebitz, Fasan, Rebhuhn – zusammen. Die natürliche Überlebensstrategie dieser Tiere, das „Drücken“, schützt sie zwar vor den Beutegreifern wie Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Kreiselmähwerkzeug.

Von innen nach außen

Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft werden jährlich bei der ersten Grünland-Mahd rund 100  000 Rehkitze verstümmelt oder getötet. Die Maschinen mit meist großer Arbeitsbreite fahren mit hoher Geschwindigkeit über die Felder – die sich „drückenden“ Jungtiere haben keine Überlebenschance. Eine gewisse Verbesserung verspricht das neue „Artenschutz-Gesetz“: Es besagt, das die Wiese grundsätzlich von innen nach außen gemäht werden muss. Dadurch sollen Rehe, Hasen und Flugwild noch eine Möglichkeit zur Flucht haben.

Es gebe aber bessere Möglichkeiten, dieses jährliche Gemetzel zu minimieren, erklärt der Jagdschutz- und Jägerverein Hersbruck in einer Presseerklärung. Denn Jäger und Landwirte stehen in der gesetzlichen Verpflichtung, mit ihren Möglichkeiten etwas gegen den Mähtod zu tun. Wenn der Landwirt dem Jäger rechtzeitig den Erntetermin mitteilt, hat der Jäger die Möglichkeit, am Tag oder Abend vorher Wildscheuchen aufzustellen oder die Wiesen abzusuchen. Seit Kurzem werden vom Fachhandel moderne elektronische Wildscheuchen angeboten: mit vielen Tönen, Lichtimpulsen und Geräuschen. Diese Geräte werden von den Verwendern meist positiv beurteilt, so der JJV Hersbruck.

Am wirkungsvollsten wären jedoch die unter Beratung des Bayerischen Jagdverbandes noch in Entwicklung befindlichen Drohnen und Wärmebild-Kameras, so der Verein weiter. Bereits angebotene, aber noch nicht ausgereifte Geräte seien aber noch extrem teuer. Zudem müssten sich Verwender einer Schulung mit Prüfung unterziehen. Die Drohnen-Anwendung muss außerdem amtlich genehmigt werden.

„Am wichtigsten aber“, so der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Hersbruck, Wolfgang Müller, „ist und bleibt die gute Abstimmung zwischen dem Landwirt und seinen Jägern. Die Jäger müssen einfach rechtzeitig wissen, wann gemäht wird, nicht erst eine Stunde vor der Mahd. Nur dann können sie rechtzeitig aktiv werden“.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung