Radeln auf den Spuren der Industriegeschichte

Am Laufer Industriemuseum wird die erste Tafel des Radweges zur Industriegeschichte eröffnet. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, alle in Radlerkluft, werten den strömenden Regen lachend als gutes Zeichen2012/05/42911_industrieradwegtafelfuerpz_New_1336484284.jpg

LAUF — Schlimmer hätte es für die ersten Radler, die versammelten Bürgermeister aus dem Unteren Pegnitztal und dem Schnaittachtal, auf dem neuen „Radweg zur Industriegeschichte“ nicht mehr kommen können. Bei strömendem Regen waren am Sonntagmittag nicht nur die Stations-Tafeln in Lauf, Rückerdorf und Röthenbach enthüllt worden, ganz tapfer und am Ende völlig durchnässt bewältigte der kleine Tross mit Abordnungen aus allen betroffenen Gemeinden die erste Tour trotz Dauerregen auf seinen Drahteseln.

Im Rahmen der zweiten Laufer Gewerbeschau am Industriemuseum war die neue Radtour zur Industriegeschichte eröffnet worden. Zunächst zwar noch im Maschinensaal des Museum durch Schnaittachs Bürgermeister Geog Brandmüller, der die Federführung des Projektes hatte. Anschließend am Steg vor dem Gebäudekomplex, wo die erste von insgesamt 26 aufwendigen Emailetafeln enthüllt wurde. Tafeln, die von der Industriegeschichte zwischen Nürnberg und Simmelsdorf erzählen. Schilder, die an allen Stationen auf einen BlickWissenswertes rund um die Geschichte von Industriedenkmälern oder auch heute noch arbeitenden Industriebetrieben erzählen.

Entsprechend ist der Radweg ein Gemeinschaftsprojekt von Lauf, Leinburg, Neunkirchen, Ottensoos, Röthenbach, Rückersdorf, Schnaittach und Simmelsdorf, die damit bei Tagestouristen, bei Ausflüglern aus Nürnberg oder echten Radtouristen mit ihrer Geschichte werben wollen. Der Themenradweg führt zu historischen und modernen Gewerbestandorten, die viel Interessantes über die Entwicklung der Region vom Mittelalter bis heute zu erzählen haben. Zum Beispiel, dass in der Frühen Neuzeit im kleinen Lauf mehr Wasserräder betrieben wurden, als in der großen Reichsstadt Nürnberg? Oder dass die Steckdose in ihrer heutigen Form vor 100 Jahren in Lauf erfunden wurde. Dazu führt die Strecke durch historische Ortschaften, durch alte Arbeitersiedlungen und aufs Land.

Das Streckennetz umfasst insgesamt etwa 70 Kilometer. Immer wieder führt die Route an Bahnhöfen vorbei, so dass sie auch abschnittsweise befahren werden kann. Die Hauptroute von Nürnberg/Hammer nach Simmelsdorf ist 37 Kilometer lang und gut mit einem City- oder Tourenbike zu fahren. Die Schleife über Leinburg (etwa 22 Kilometer) ist durch einen Anstieg am Moritzberg eher für sportliche Fahrer geeignet. Ebenso wie der steile Anstieg am Hienberg bei Simmelsdorf führt hier die Route über Schotter, so dass eher ein Touren- oder Mountainbike erforderlich ist. Alle Strecken sind nicht rennradgeeignet. Radler können das Streckennetz auch für GPS unter www.frankenalb.de herunterladen.

Stationen und Tafeln finden sich am Start am Industriegut Hammer, am Conradtyhaus, am Wehrtechnikmuseum und bei Diehl in Röthenbach, am Heimatmuseum Rückersdorf, an den Laufer Industriebetrieben Emuge, Döbrich und Heckel, Ceramtec und ABL-Sursum, am Industriemuseum, der Reichel´schen Schleif und in der Stammarbeitersiedlung, an der Weißen Straße von Schwaig nach Diepersdorf, in Leinburg an der Brauerei Bub, am Moritzberg zum Thema Steckerleswald und Flachsanbau, in Ottensoos am alten Bahnhof und an der Ostbahn, in Neunkirchen an der alten Eisenstraße und an der Hopfenscheune in Speikern, bei den Wolfshöher Tonwerken, am Heimatmuseum und der Marktmühle in Schnaittach, an der Lohmühle Hedersdorf und an der Simmelsdofer Mühle.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer