Beliebte Lesereihe vor Live-Publikum und als Live-Stream

Laufer Literaturtage 2.0: Neues und Altbewährtes

So sah die Bühne der Literaturtage vor einem Jahr aus: viel Technik und kein Publikum. Dieses Mal können zumindest wieder ein paar Zuschauer vor Ort dabei sein. Einen Live-
Stream gibt es trotzdem. | Foto: Sichelstiel/PZ-Archiv2021/10/literaturtage-lauf-2021-scaled.jpg

Lauf – Die Laufer Literaturtage erfinden sich ein Stück weit neu – Corona macht es nötig, aber auch möglich. Neben Präsenz-Lesungen im kleinen Rahmen der Stadtbücherei vor 75 Zuschauern wird es, wie schon im vergangenen Jahr, Live-Streams im Internet geben. Los geht es am Dienstag, 9. November.


„Wir waren heilfroh, dass wir die Veranstaltungen letztes Jahr hybrid geplant hatten“, betont Ina Gombert, die bei der Stadtbücherei Lauf für die Organisation der Lesereihe zuständig ist. Hybrid, das heißt, sowohl als Live-Lesungen vor Ort, als auch online. Als kurz vor dem Start der Literaturtage die neuen Corona-Richtlinien in Kraft traten und Vorstellungen vor Live-Publikum einen Riegel vorschoben, konnte kurzfristig auf die Möglichkeit des Streamings zurückgegriffen werden.


Philipp Zinn, der für die technische Leitung der Literaturtage zuständig ist, und Florian Sperber, der sich um das Streaming kümmert, hatten alles bestens im Griff. „Ich kann die beiden nicht genug loben“, betont Gombert, „ohne sie hätten wir das nicht geschafft.“

Unheimlich aufwendig sei die technische Organisation gewesen. Die Bücherei glich einem TV-Studio: mit Kameras, Scheinwerfern, Monitoren und Schnittplätzen. Einige Autoren reisten erst gar nicht nach Lauf an, sondern ließen sich per Konferenz von zu Hause aus zuschalten – eine zusätzliche Herausforderung für das Technik-Team.

Ein Tag nur für den Aufbau


„Jetzt profitieren wir von diesen Erfahrungen“, sagt die Organisatorin. Auch wenn die Technik dieses mal ganz anders angeordnet werden muss. Um den Zuschauern nicht den Blick auf die Bühne zu versperren, wird das Streaming-Equipment im ersten Stock aufgebaut. Im Zuschauerraum soll lediglich eine Kamera auf einem Stativ stehen, die anderen werden aufgehängt. Ein Tag ist für den Aufbau eingeplant. „Und ein zweiter als Puffer“, sagt Gombert und grinst.


Konferenzschalten wird es nicht geben. „Alle Autoren sind vor Ort“, freut sie sich. „Eine Lesung auf Distanz ist zwar möglich, aber es ist viel schöner, wenn man der Person gegenübersitzt, dieses Live-Moment teilen kann und die direkte Rückmeldung durch die Zuschauer hat.“


Die Verlegung ins Internet hatte aber auch positive Folgen für das Format. Der klassische Aufbau aus Autorenvorstellung, Lesung und Fragerunde wich einem Wechsel aus Lesepassagen und Dialog zwischen Autor und Organisatorin. „Ein reiner Vortrag schien uns für das Streaming zu eintönig“, erklärt Gombert die Neuerung, die auch bei den LesArt-Veranstaltungen im Sommer auf dem Kunigundenberg beibehalten wurde. „Das Feedback war durchweg positiv“ und wird deshalb fester Bestandteil der neuen, moderneren Literaturtage.

Weitere Open-Air-Lesungen?


Begeistert sei nicht nur sie, sondern auch die Autoren und das Publikum auch von der Kulisse auf dem Kunigundenberg gewesen. Ob es dort weitere Open-Air-Lesungen geben wird, steht allerdings in den Sternen. Die Organisation sei enorm kraftraubend gewesen, finanziell und zeitlich. „Wir allein hätten das niemals stemmen können. Wir waren heilfroh, dass wir mit Arteschock und dem PZ-Kulturraum so tolle Partner hatten.“

Ina Gombert würde es gefallen, wenn auf dem Kunigundenplatz dauerhaft eine feste Infrastruktur für Veranstaltungen geschaffen würde. „Aber das muss alleine die Stadt entscheiden.“


Neben all den Neuerungen gibt es auch viel Altbewährtes. „Schließlich sind die Literaturtage nicht umsonst seit einem Vierteljahrhundert so erfolgreich und genießen einen ausgezeichneten Ruf“, betont Gombert. Unter anderem findet wieder eine Signierstunde statt. Und auch der Standort in der Bücherei soll nur eine Übergangslösung sein.

Karten nur noch für Online-Streaming


„Wir haben uns aufgrund der aktuellen Situation für einen kleinen Rahmen mit nur 75 Zuschauern entschieden“, erklärt Gombert. Entsprechend schnell seien die Karten weg gewesen. Nach nur zwei Tagen waren alle fünf Termine ausverkauft. Veranstaltungen mit 600 Besuchern, wie es sie in der Vergangenheit in der Bertleinaula gab, wären aktuell nicht vertretbar. Doch sobald es wieder möglich ist, will Gombert in die frisch renovierte Schulaula zurück. „Wir sind schon total gespannt und freuen uns riesig auf die alte, neue Kulisse!“

Tickets für das Online-Streaming gibt es für vier Euro unter www.literatur-tage-lauf.de oder im PZ-Service-Center in der Nürnberger Straße 19. Die Lesungen in der Stadtbücherei sind ausverkauft.

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