Dehnberg bleibt Festival-Zentrale

Wolfgang Riedelbauch (rechts) und Ralf Weiß sind ein eingespieltes Team. Jetzt sollen der Gründer und der Leiter des Dehnberger Theaters auch offiziell eine Doppelspitze bei der Organisation des Fränkischen Sommers bilden. Foto: PZ-Archiv2010/06/Weiß_Riedelbauch_dht.jpg

DEHNBERG — Die Schaltzentrale des Fränkischen Sommers bleibt in Dehnberg. Der Bezirk will den Intendantenvertrag mit Wolfgang Riedelbauch, dem Gründer des Dehnberger Hof Theaters (DHT), bis 2012 verlängern – und das, obwohl es bis zuletzt immer wieder Versuche gab, das Festival neu zu organisieren. Jetzt wird Riedelbauch sogar noch der Rücken gestärkt: Ralf Weiß, derzeit DHT-Leiter, soll ihn als „Kulturmanager“ unterstützen.

„Abstimmungsschwierigkeiten“ – so umschreibt Wolfgang Riedelbauch, was das Verhältnis der Festival-Organisatoren zu ihrem größten Geldgeber, dem Bezirk Mittelfranken, in den letzten Monaten prägte. Berühmt jene Pressekonferenz im Februar, bei der eigentlich „nur“ der Spielplan vorgestellt werden sollte. Stattdessen sorgte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch für Wirbel, als er – offenbar ohne Vorwarnung – ankündigte, die Zahl der Konzerte auf 25 deckeln zu wollen. Seit zehn Jahren bringt der Fränkische Sommer hochkarätige Musiker aufs Land, nach Dehnberg, Kirchensittenbach, Wiesentheid oder Gunzenhausen. Nun schien es, als sei die Zukunft des Festivals durch die knappen öffentlichen Kassen gefährdet.

Riedelbauch, der das Dehnberger Hof Theater gegründet hat und vor 23 Jahren mit „Musica Franconia“ gewissermaßen das Vorgängerfestival des Fränkischen Sommers ins Leben rief, betont heute – nachdem Bartsch seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat –, dass es nicht ums Geld gehe. „Ich will gar nicht am finanziellen Rahmen rütteln.“ Ihn treibt etwas anderes um: „Ein Festival kann man nicht verwalten, man muss es gestalten.“ Vor allem eine starre Vorgabe für die Höchstzahl der Konzerte stört ihn – weil man solche Veranstaltungen ja genauso gut für 1000 wie für 30 000 Euro organisieren könne. „Die Anzahl sagt nichts über den Finanzumfang aus“, so der 71-Jährige. Er will weiter die Fläche versorgen, will das „Angebotsgefälle“ in Sachen Kultur zwischen der Großstadt und den Dörfern ausgleichen. 

Die Ernennung von Ralf Weiß mag der Theatergründer nicht offiziell bestätigen. Zuerst müssten die Gremien des Bezirks die Personalie beschließen, da will er nicht vorgreifen. Auch  Riedelbauchs Vertragsverlängerung braucht noch das Okay der Bezirkstagsmitglieder. Aber offensichtlich haben der Intendant und sein Zuschussgeber ihre Differenzen beigelegt. Vorbei sind die Spekulationen über eine Verlegung des Festivalbüros von Dehnberg nach Ansbach.

Mit der Beförderung von Weiß zum „Kulturmanager“ wird zudem institutionalisiert, was längst Fakt ist: Er hat schon bisher kräftig bei der Organisation des Fränkischen Sommers mitgemischt. Nun bekommt der Leiter des DHT auch die passende Position. Das Festival ist eben durch und durch ein Dehnberger Projekt. 

Riedelbauch selbst will gar nicht so sehr über politische Taktiererei reden. Er verweist stattdessen auf die Erfolgsbilanz der Veranstaltungen. Viele Besucher kämen von weit her, um berühmte Solisten oder Ensembles zu hören. Auch in diesem Jahr bietet das Programm schließlich einige Höhepunkte, etwa den Auftritt der Pianistin Christine Schornsheim in Kirchensittenbach oder das festliche Eröffnungskonzert mit Arthur Schoonderwoerd und dem „Ensemble Cristofori“ im Nürnberger Rathaussaal. Riedelbauch: „Das Ding ist ein Riesenunternehmen geworden.“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren