Gemeinderat Kirchensittenbach

Friedhof in Oberkrumbach soll Urnengrabsystem bekommen

So sieht das für den Friedhof in Oberkrumbach geplante Urnengrabsystem im Querschnitt aus . | Foto: Weiher GmbH2020/08/redwebVorstellung-Urnenerdgrabsystem-5.jpg

OBERKRUMBACH – Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Feuerbestattung, inzwischen lässt sich fast jeder zweite Deutsche in einer Urne zur letzten Ruhe betten. Auch in Oberkrumbach ist das bald möglich – der Gemeinderat Kirchensittenbach beschloss jetzt einstimmig, auf dem dortigen Friedhof ein Urnengrabsystem installieren zu lassen.

Aus der Bevölkerung eines der schönsten Dörfer Frankens sei wiederholt dieser Wunsch an ihn herangetragen worden, sagte Bürgermeister Klaus Albrecht, auch weil viele junge Oberkumbacher wegzögen und so die Pflege der Gräber ihrer Eltern und Großeltern leichter zu bewerkstelligen sei.

Bei einem Ortstermin hat der Bauausschuss vor kurzem bereits nach einem geeigneten Platz für das dafür vorgesehene Urnengrabsystem gesucht und ihn auf der Wiese am Kreuz gefunden. Dort werden nun zunächst – je nach Bedarf – drei oder vier sogenannte Urnenröhren im Boden versenkt, in denen zwischen zwei (Einzel- oder Partnergrab) und vier (Familiengrab) Begräbnisgefäße Platz finden. Obendrauf kommt eine diebstahlsichere, etwa 30 mal 30 Zentimeter große Bronzegussabdeckung, auf der die Angehörigen eine Inschrift anbringen lassen können.

Kleine Gräber

Auch der Kirchenvorstand habe diese Lösung für gut befunden, so Albrecht. Bisher gibt es nur im Hauptort Kirchensittenbach selbst die Möglichkeit zu dieser Art der Bestattung, auf dem kirchlichen Friedhof allerdings in Form kleiner Gräber für die Urnen.

Schon Ende Juli habe sich der Bauausschuss in Oberkrumbach zudem nach einem geeigneten Ort für das unbedingt notwendige neue Feuerwehrhaus umgesehen, berichtete Albrecht dem Gemeinderat. Eine Entscheidung sei dabei allerdings noch nicht gefallen. „Wir suchen nach einer Lösung, die uns ausreichend Platz verschafft, uns aber auch nichts für die Zukunft verbaut“, sagte er.

Offen ist auch, ob der vor einiger Zeit bei einem Unfall schwer beschädigte Dorfbrunnen in der bekannten Form auf seinen seit vielen Jahrzehnten angestammten Platz zurückkehrt. Derzeit ist das Wahrzeichen zur Reparatur bei Steinmetz Ehmer in Hersbruck; ob die beiden wieder zusammengeklebten Teile allerdings dauerhaft halten werden, ist noch nicht endgültig klar – vor allem, wenn wieder Wasser hineinfließt und im Winter „Väterchen Frost“ dem Brunnen zusetzt. Eines aber ist sicher: „Es muss auf jeden Fall wieder ein Brunnen auf den Dorfplatz“, so Albrecht.

Alles verkauft

Genehmigt hat der Ausschuss den Bau eines Einfamilienhauses. Eine mitteilenswerte Besonderheit dabei: Es entsteht auf der letzten freien Parzelle im Baugebiet Kirchensittenbach.

Vorerst mit Mehrheit abgelehnt hat der Gemeinderat das Vorhaben, an der Straße hinauf nach Hohenstein eine neue Leitplanke mit Unterfahrschutz anbringen zu lassen. Nicht etwa, weil die Räte dies für unnötig erachten, sondern wegen der Kosten von rund 12 000 Euro für das zirka 60 Meter lange Stück zusätzliche Sicherheit vor allem für Rad- und Motorradfahrer. Sobald die finanzielle Situation wieder rosiger ist, wollen sich die Räte nochmals mit dem Thema befassen.

Die freilich ist derzeit ziemlich düster, wie Klaus Albrecht anschließend deutlich machte: Als finanzielle Auswirkung des im Zuge der Corona-Pandemie verhängten Shutdowns muss die Gemeinde bei der Einkommens- und Umsatzsteuer wohl auf rund 300 000 Euro – und damit gut ein Viertel der hier im Haushalt eingeplanten Summe – verzichten.

Kaum Spielraum

„Für eine kleine Gemeinde wie die unsere ein ganz schöner Betrag“, so Albrecht. Direkte Folge: Der Spielraum ist kräftig eingeengt, Geld sei wohl nur für die wirklich notwendigen Dinge vorhanden.

Im Informationsteil hatte der Rathauschef dann noch ein paar gute Nachrichten dabei: Der Kindergarten ist wie geplant Anfang Augst in den Neubau umgezogen. In den nächsten drei Wochen ist die Einrichtung geschlossen, um die Kinderkrippe im Altbau umzubauen. Auch die Arbeiten an den Außenanlagen beginnen, so dass am 31. August alles für den Beginn des neuen Kindergartenjahres fertig sein wird.

Oberkirchenrat Prof. Dr. Hans-Peter Hübner zeigte sich beim Besuch mit Vertrauen der Landeskirche sehr angetan vom Frühmesserhaus und dankte der Gemeinde dafür, sich um dessen Sanierung gekümmert zu haben. Die Landeskirche werde sich an den laufenden Kosten beteiligen, sagte er und versprach, hier in Zukunft auch das ein oder andere Seminar abzuhalten.

Wunsch nach mehr

Zudem informierte Albrecht darüber, dass Agnes Wolf die Leitung der Grundschule übernimmt. Sie tritt die Nachfolge der nach Igensdorf gewechselten Schulleiterin Christine Mages an, die sich „im Tal“ sehr wohl gefühlt habe, künftig aber mehr Stunden unterrichten wolle.
Keine Einwände erhob der Gemeinderat dagegen, dass beim Erweiterungsbau der Firma Geru-Plast in Altensittenbach nun doch keine Linksabbiegespur auf der Staatsstraße gebaut wird. Wichtig sei nur, dass es deswegen zu keinem Rückstau komme, so der Tenor.

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