FSJ in Altdorf

Junge Freiwillige aus der ganzen Welt kommen im Wichernhaus zusammen

Eine Tour durch Altdorf: Margarita Rossenik und Mirzofaridunkhon Ataev begleiten Hannah Steinhöfer bei einer kleinen Entspannungsrunde. | Foto: Heike Reinhold2022/07/a475725179i0011_max1024x.jpeg

ALTDORF – Zwölf junge Leute aus der ganzen Welt absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr im Wichernhaus.

Mirzo Ataev ist 21 Jahre alt. Am 29. August 2021 startet der junge Mann aus Tadschikistan in das Abenteuer seines Lebens. Am Flughafen von Khujand im Süden des zentralasiatischen Landes steigt er in ein Flugzeug nach Frankfurt am Main. Seine Freiwilligenzeit beginnt er bei einem Träger, der mit Menschen mit Behinderung arbeitet, in einem kleinen Dorf in Mittelfranken. Sechs Monate später wechselt er ins Wichernhaus nach Altdorf.

Bundesfreiwilligendienst

Im Wichernhaus lebt Mirzofaridunkhon Ataev, den seine Kollegen Mirzo nennen, mit zwölf jungen Menschen, die aus dem Ausland kommen und ein FSJ oder einen Bundesfreiwilligendienst machen. Jeder hat ein eigenes Zimmer, gemeinsam nutzen sie die zwei Bäder, die Küche und das Wohnzimmer. 40 Stunden pro Woche arbeiten sie mit den Kollegen aus dem Wichernhaus. Die Aufgaben richten sich nach den Wünschen und dem Unterstützungsbedarf der Bewohner: So unterstützen sie etwa bei der Körperpflege und dem Zähneputzen. Sie helfen beim Essen und verteilen Medikamente. „Wir planen mit den Bewohnern auch Freizeitaktivitäten und begleiten sie etwa ins Kino oder zu Ausflügen in die Umgebung“, erzählt Ataev.

„Ich war von 2017 bis 2018 FSJlerin im Wichernhaus und es waren bei uns junge Leute aus Argentinien, Belarus, Ukraine, Usbekistan und Aserbaidschan“, zählt Margarita Rossenik auf. Die 24-jährige Belarussin arbeitet seit September 2021 als Fachkraft im Wichernhaus. Nach ihrem FSJ begann sie eine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin und wurde nach dem Abschluss im Wichernhaus angestellt.

Freiwillige aus dem Ausland

Für die Wichernhausleitung ist der Plan, junge Menschen als internationale Fachkräfte zu gewinnen, damit aufgegangen: „Wir haben vor einigen Jahren ganz bewusst angefangen, uns um Freiwillige aus dem Ausland zu bemühen“, erzählt Alexander Sperling, stellvertretender Leiter. Zwei Fachkräfte haben die Altdorfer so bereits gewonnen. Dieses Jahr hatten sie über 100 Bewerbungen für ein freiwilliges Jahr. Neben den jungen Leuten aus dem Ausland engagieren sich auch zehn junge Deutsche bei der Rummelsberger Einrichtung in Altdorf. Wer will, kann ein Zimmer im alten Universitätsgebäude beziehen und Teil der Multi-Kulti-WG im Wichernhaus werden.

Per Videotelefonie führt Kevin Kellermann Vorstellungsgespräche mit jungen Menschen aus allen Ecken der Erde. Und wenn die Chemie passt, verschickt er die Vereinbarung über das FSJ, die die angehenden Freiwilligen brauchen, um ein Visum zu beantragen. Was allerdings nicht immer glatt läuft. „Ich schätze, 25 Prozent der Bewerber bekommen kein Visum“, sagt Kellermann. Dann kontaktiert er die Deutsche Botschaft im Heimatland der Bewerber und versucht zu helfen.

Ende eines Abenteuers

Für Mirzofaridunkhon Ataev endet das Abenteuer FSJ am 31. August. Aber sein Abenteuer geht weiter: „Ich will in Deutschland bleiben“, sagt er. Von Altdorf zieht er weiter nach Stuttgart zu Freunden aus der fernen Heimat. „Ich werde dort eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger machen“, erzählt er und dann will er Medizin studieren und als Arzt in Deutschland arbeiten.

Info

Weitere Informationen über den Freiwilligendienst bei der Rummelsberger Diakonie bei Kevin Kellermann: [email protected]

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