Freitag ist wieder Hirtentag

Wüstenschiffe auf dem „Obersten“

Er gibt das „Startsignal“ für den Hirtentag: Hermann Schmitt, Sohn des letzten Hersbrucker Stadthirten, beim „Patschen“ mit seiner Ringelpeitsche. | Foto: J. Ruppert2017/01/7774192.jpeg

HERSBRUCK — Am Freitag, 6. Januar, um 11 Uhr lassen es Hermann Schmitt, Thomas Geiger und die Gruppe Karikacsapas aus Ungarn vor dem Deutschen Hirtenmuseum wieder knallen – mit der Ringelpeitsche, dem lautstarken Signalinstrument der fränkischen Hirten. Nach dem „Patschen“ eröffnet Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg deren „Obersten“, den Hirtentag, den das Hirtenmuseum heuer zum 44. Mal ausrichtet.

Die Tradition des Hirtentages reicht bis ins Jahr 1931 zurück, als sich die Rinderhirten des Hersbrucker Umlandes erstmals in der Stadt versammelten und bei Musik und Tanz ihre Erfahrungen austauschten. Zwischen 1934 und 1967 fanden die Treffen stets am Dreikönigstag statt, seit 1973 leben sie als „Hirtentag“ des Museums fort und locken als Familienfest der besonderen Art viele Besucher aus Nah und Fern in die Stadt.

Wie gewohnt erwartet Besucher am Freitag von 10 bis 17 Uhr ein buntes Programm. Begleitet von traditionellen Volksmusikklängen – es spielen die Erbsenbodenmusikanten – können sie gemütlich auf einem vielfältigen Markt verweilen. Es werden Geschichten zur Hirtenkultur erzählt, und es ist zu sehen, wie spektakulär Hirten aus Ungarn ihre Ringelpeitschen schwingen. Die seit Jahren bestehende Gruppe Karikacsapas, bekannt in Osteuropa durch ihre internationalen Auftritte, führt nicht nur vor, sie weist Mutige auch in ihre Technik ein.

Um 11 Uhr eröffnet Bürgermeister Robert Ilg das Fest offiziell – begleitet vom ersten „Patschen“ und musikalisch unterstützt durch den Hersbrucker Hirtenruf, gespielt von Robert Vogel auf seinem „Vogelhorn“ und umrahmt von den Veldensteiner Musikanten.

Auch Kamele gehören unbedingt zu Dreikönig, und dieses Jahr besuchen die anpassungsfähigen Tiere den Hirtentag in Hersbruck. Wer schon immer mal auf einem „Wüstenschiff“ reiten wollte, den tragen die Tiere gelassen und erhaben durch den Garten des Museums.

Ausgewählte Hersteller und Händler präsentieren ihre aufwendig hergestellten Arbeiten – ob Goldschmiedearbeiten, Schmuck aus Silberbesteck, handgewickelte Unikate aus Murano-Glas, Reliefsteine oder Gartenkeramik. Unentbehrlich in der kalten Jahreszeit sind auch Lammfell- und Alpaka-Produkte, handgestrickte Socken sowie schicke Hüte, Mützen und Schals. Besucher finden auch Spezialitäten wie feine Marmeladen, frischgebackene Baumkuchen, Käse, geräucherte Fische, gezüchtete Pilze und Liköre. Zum Verweilen laden auch die Vorführungen der Korbflechter, Pinselmacher, Glasbläser und der Klöpplerin ein. Ein Kräuterpädagoge räuchert nach altem Brauch und erläutert das Räuchern mit heimischen Kräutern.

Auf der Straße vor dem Museum knallen die Peitschen um 11 und 14 Uhr. Leiser, aber nicht weniger spannend wird es im zweiten Stock des Haupthauses in der Hirten-Abteilung: Dort gibt es um 12 Uhr einen kurzen geschichtlichen Vortrag zur Kultur der Hirten, und um 15 Uhr erzählt Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark Aktuelles über die Kuhhirten im 21. Jahrhundert.

Zur Stärkung der Hirtentag-Besucher gibt es von den ungarischen Gästen original zubereitetes Gulasch, warme Getränke, Kuchen und frisch ausgebackene Museumskugeln.

Wegen des Hirtentages ist das Eisenhüttlein zwischen Oberer Markt und Braugasse am Freitag von 8 bis voraussichtlich 19 Uhr für den Gesamtverkehr gesperrt. Die Stadt Hersbruck bittet zur Vermeidung von Behinderungen der Veranstaltung, die auf den öffentlichen Parkplätzen im Eisenhüttlein und dem Parkstreifen an der Südseite der Grabenstraße westlich Hausnummer 21 abgestellten Kraftfahrzeuge rechtzeitig zu entfernen.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta