Fest am 6. Januar

Museum lädt zum 50. Hirtentag nach Hersbruck

Er feiert heuer Jubiläum: Zum 30. Mal schwingt Hermann Schmitt am Freitag die Peitsche. Unterstützung bekommt er diesmal von den „Urzeln“ aus Nürnberg - und von einem Überraschungsgast. | Foto: Ruppert/ Archiv2011/01/Hirtentag_2010.jpg

HERSBRUCK – Am 6. Januar lädt das Deutsche Hirtenmuseum von 10 bis 17 Uhr zum Hirtentag ein. Und an dem gibt es heuer gleich doppelt was zu feiern.

Es war 1931, als sich am 6. Januar Hirten aus dem Hersbrucker Land in der Stadt trafen. Sie kamen damals mit ihren Hirtenpeitschen, Langhörnern, bunten Schellenbögen und Hirtenstecken zusammen, um sich auszutauschen und zu feiern.

Bis 1967 soll es diese Zusammenkünfte gegeben haben. Am 6. Januar 1973, vor genau 50 Jahren, ließ dann das Deutsche Hirtenmuseum in Hersbruck diese Tradition wieder aufleben und lud die Bürger zum Hirtentag ein. Und die kamen gerne. 342 verkaufte Karten zählte die Museumskasse an diesem Tag. So steht es im Nachbericht, der am 8. Januar 1973 in der HZ erschien.

Doch nicht nur der 50. Hirtentag im Museum steht heuer an. Hermann Schmitt, Sohn des letzten Hersbrucker Stadthirten, schwingt an diesem Freitag auch zum 30. Mal die Ringelpeitsche. Um 11, 13 und 15 Uhr lässt er es vor dem Museum knallen.

Von einem zum nächsten

Gelernt hat Schmitt, der schon als Siebenjähriger seinen Vater beim Austrieb der Tiere begleiten durfte, das „Patschen“ von Karl Müller. Den unterstützte er 1994 zum ersten Mal beim Peitschenknallen am Hirtentag. Und auch Schmitt hat seine Kenntnisse schon weitergegeben, an Thomas Geiger zum Beispiel. Der ist heuer allerdings nicht mit von der Partie. Vertreten lässt sich Geiger von Lorenz Jarallah, der zum ersten Mal mit der Peitsche knallt.

Als besondere Gäste sind am Freitag die „Urzeln“ aus Nürnberg mit dabei. Sie zeigen einen siebenbürgischen Handwerkerbrauch aus dem 17. Jahrhundert. Danach begleiteten die „Urzeln“ die Bruderschaftsladen, die von den Gesellen getragen wurden, und versuchten durch grausige Masken, Peitschenknallen und lärmende Kuhschellen am Gesäß böse Geister fernzuhalten. Doch aufgepasst: Die Urzeln fangen gerne Zuschauer mit der Peitsche ein und tanzen mit ihnen. Damit wollen sie dieser Person eine Ehre erweisen.

Museumsleiterin Ingrid M. Pflaum hat zudem noch zwei Überraschungen in petto: Robert Vogel präsentiert auf seinem Vogelhorn neben dem Hirtenruf eine eigens geschriebene Jubiläumsfanfare. Und beim „Patschen“ gibt es einen speziellen Gast. Wer das sein wird, das hat Ingrid M. Pflaum allerdings noch nicht verraten.

Und das ist am Hirtentag alles geboten

Von 10 bis 17 Uhr lockt das Hirtenmuseum mit buntem Markttreiben: Aussteller zeigen ihr Können und bieten ihre Waren an – von Schmuck über Holz- und Keramikarbeiten bis zu marokkanischem Kunsthandwerk, Lammfellprodukten und Kräutercremes.

Im Museumsgarten können Mutige Kamelreiten. Es gibt Köstliches aus der Museumsküche. Musik erklingt von Alexander Remde und dem Duo Leipold.

Gepatscht wird um 11, 13 und 15 Uhr. Dazu treten die „Urzeln“ auf, Robert Vogel bläst den Hersbrucker Hirtenruf und auch der ein oder andere Jodler erklingt.

Offiziell Eröffnung des Hirtentags ist um 11 Uhr mit Landrat Armin Kroder und dem Hersbrucker Bürgermeister Robert Ilg.

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