Förderung für Imkerverein Hersbruck

Letztes Puzzleteil für „Mitmach-Imkerei“ ist da

Nachhaltig und barrierefrei: Die Mitmach-Imkerei von Hersbruck aus gesehen, im Vordergrund die knapp 20 Quadratmeter große Terrasse. Der Baubeginn ist jetzt in greifbarer Nähe. | Foto: Ganser Architektur2020/04/Mitmach-Imkerei-Ansicht-Nord-West-scaled.jpeg

ELLENBACH – Freude beim Imkerverein Hersbruck: Vor ein paar Tagen kam der heiß ersehnte Förderbescheid von Leader und damit der „Startschuss“ für den Bau der Mitmach-Imkerei am Ellenbacher Hutanger.

„Jetzt können wir endlich anfangen“, sagt Vorsitzender Thomas Reichel, einer der „Motoren“ des Projekts. Wohlwissend, dass auch hier die derzeit allgegenwärtige Corona-Pandemie den ursprünglichen Zeitplan ins Rutschen gebracht hat und weiter bringen wird. Eigentlich wollten die Bienenfreunde ihre neue Heimat am 15. Mai mit Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber einweihen, doch daraus wird nichts: „Ich habe in München schon um einen neuen Termin im Mai 2021 gebeten“, sagt Reichel.

Dann hätte der Verein auch genügend Zeit, sein rund 200.000 Euro teures Projekt in aller Ruhe umzusetzen. Wie mehrfach berichtet, soll gleich oberhalb der „Kapelle unter den drei Linden“ eine kleine, aber feine Ausbildungsstätte für Neu- und Nachwuchsimker entstehen. Auf knapp 70 Quadratmetern beinhaltet das barrierefreie Häuschen aus heimischen Hölzern einen großen Multifunktionsraum als Mittelpunkt und links davon einen Schleuderraum. Der ist durch eine große Glasscheibe für die „Schüler“ gut einsehbar (Stichwort: Schau-Imkerei), aber abgeschlossen. „Aus Hygienegründen, schließlich stellen wir Lebensmittel her“, sagt Reichel.

Attraktiver Treffpunkt

Auf der rechten Seite findet sich neben der behindertengerechten Toilette eine gut zehn Quadratmeter große Werkstatt, in der die Imker Bienenkästen selbst reparieren und bauen, Bienenwachs für die Mittelwände herstellen oder Gäste in verschiedene Aktionen einbeziehen können. Und auf der Nordseite – mit Blick auf den Hutanger und Hersbruck – schließt sich eine knapp 20 Quadratmeter große Terrasse an. Schließlich soll das neue Heim, das nur in der warmen Jahreszeit genutzt wird, auch als attraktiver Treffpunkt dienen, um das Vereinsleben zu beleben.

Ein großer Teil der Baukosten von über 200.000 Euro kommt aus dem EU-Förderprogramm „Leader“ als Teil des ebenfalls mit diesen Geldern geförderten Kooperationsprojekts „Weg der Landwirtschaft“. Seit 16. April liegt nun der endgültige Förderbescheid vom dafür zuständigen Amt für Landwirtschaft in Uffenheim vor.

Viele Unterstützer

Dazu kommen viele Spenden. Reichel und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Jahren kreativ und erfolgreich die Werbetrommel gerührt, gewannen 2016 den 1. Förderpreis für ehrenamtliches Wirken der Raiffeisenbank (Reichel: „Der Startschuss“) oder wurden mit dem Erlös des „Markts der langen Gsichter“ der HZ bedacht. Zur langen Liste der Unterstützer gehören auch die Sparkasse Nürnberg, der Bildungsfonds Nürnberger Land und die Stadt Hersbruck.

Das Architekturbüro Ganser aus Speikern übernahm die Planung des „Bienenhauses“ auf Spendenbasis. Nach Gesprächen mit Leadermanagerin Christina Duffner und Vereinskassier Marco Rudowitz beauftragt Reichel das Büro in diesen Tagen mit der Ausschreibung: „Hoffentlich können wir dann Mitte oder Ende Mai mit den Arbeiten anfangen.“


Spender und Paten gesucht

Nicht zuletzt weil Reichel wegen der zeitlichen Verzögerung mit höheren Kosten rechnet, bittet er weiter um Spenden oder um neue Bienenpaten. Nach dem Tod eines Vereinsmitglieds übernahm der Imkerverein dessen Völker und kann damit etliche weitere Patenschaften für jeweils eine Königin samt emsigem Volk vergeben. Die gibt es für eine jährliche Gebühr von 300, 200 oder 150 Euro.

Im Gegenzug gibt es am Ende des Jahres 20, 10 oder 5 Pfund Honig aus heimischen Gefilden, damit die Paten „wissen, wie gut unsere Heimat schmeckt“, sagt Thomas Reichel. Sollte danach noch Honig übrig sein, verkauft ihn der Verein auf dem Samstagsmarkt in Hersbruck, auch dieser Erlös fließt dann in die Betriebskosten der Mitmach-Imkerei.

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