Markt der langen Gsichter

Klo für 26 Euro unter dem Hammer

Dicht an dicht standen die Besucher des von der Hersbrucker Zeitung zum zweiten Mal veranstalteten „Marktes der langen Gesichter“ in Kratzers Biergarten. Gerhard Kratzer ersteigerte dabei das Klo2013/12/Markt_9-1.jpg

HERSBRUCK – „Acht Euro zum ersten, acht Euro zum zweiten und acht Euro zum dritten!“ Mit dem Schlag eines Fleischklopfers auf den Tisch besiegelt Götz Reichel den Handel. Er und Alexander Göttlicher haben auf Hersbrucks „Markt der langen Gesichter“ selbst die unmöglichsten Weihnachtsgeschenke versteigert.

Wie schon im vorigen Jahr hat die Hersbrucker Zeitung die Veranstaltung organisiert. Und wie schon beim ersten Mal nahmen zahlreiche Beschenkte die Gelegenheit beim Schopf und brachten ihre Flops vom Heiligen Abend auf die Bühne in Kraters Biergarten: von der Schwimmkerze über ein Korkenzieherset bis zum FC-Bayern-Strampler Größe 64.

HZ-Redaktionsleiterin Susanne Will hatte Götz Reichel und Stargast Alexander Göttlicher als Versteigerer gewinnen können. „Wir werden versuchen, dass Sie genau das haben wollen“, umschrieb der fränkische Entertainer mit Blick auf den Gabentisch hinter ihm die Herausforderung.

Das erste Schmuckstück löste gleich ein großes „Hallo“ unter der Zuschauermasse aus. Denn Susanne Will brachte eine nagelneue Toilette samt roter Schleife zum Auktionstisch.

Obwohl Götz Reichel das Teil wenig schmeichelhaft als „ein echtes Sch…-Geschenk“ umschrieb, entwickelte sich ein lebhaftes Bieterduell. Sieger wurde schließlich Altstadtwirt und Hausherr Gerhard Kratzer, der 26 Euro investierte. „Seine Gäste sollen auch endlich einmal sitzen können“, gratulierte Götz Reichel unter dem Gelächter des Publikums.

Der erklärte kurz noch, was es mit dem Klo auf sich hatte. Es handelte sich nicht um ein verunglücktes Weihnachtspräsent, sondern um eine Spende der Hersbrucker Bauwelt Franken für die Versteigerung.

Dieser „Eisbrecher“ wirkte jedoch. Auch Unmögliches kam erfolgreich unter den Hammer. Weiter ging es mit zwei Sammeltellern aus Darmstadt, eine sehr schick verpackte Thermoskanne samt Osterhasenemblem und der Espressomaschine eines „Koffein-Intoleranten“. Zwei Vasen blieben erst einmal ohne neuen Besitzer. „Ich hätte die Dinger auch hergebracht, wenn ich sie gekriegt hätte“, äußerte Götz Reichel Verständnis für die Zurückhaltung der Besucher.

Bei zwei Bilderrahmen fabulierte Alexander Göttlicher wild drauf los, dass sie aus der Schickedanz-Villa stammen würden. „Wenn Du die beiden Sachen versteigert hast, dann schaff ich das – was ist das eigentlich? – ebenfalls“, sagte Götz Reichel. Das „Was“ war Gartendeko, die er nach einigen Draufgaben tatsächlich an den Mann brachte. Bei einem Jägerhut samt Joppe musste Alexander Göttlicher ein Lied singen, sonst wäre er gescheitert.

Neben den glücklichen neuen und alten Besitzern der Versteigerungssachen gab es einen dritten Hauptgewinner des Abends: das Hersbrucker Tierheim. Denn 20 Prozent aus allen Erlösen gehen an die von Ehrenamtlichen geführte Einrichtung in der Hopfau.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert