Bürgerversammlung Hersbruck

Ideen für eine lebendige Altstadt

Auf der linken Seite der Hersbrucker Poststraße könnte ein Hotel in die ungenutzten Räume der Sparkasse einziehen, rechts soll ein Ärztehaus mit stationären Betten entstehen. | Foto: J. Ruppert2019/02/BV-Heb.jpg

HERSBRUCK – Ärztehaus statt Hotel auf dem Posthofareal und ein Dormero-Hotel im leeren Teil der Sparkasse? Rathauschef Robert Ilg hat bei der Bürgerversammlung Ideen zur Belebung der Hersbrucker Innenstadt vorgestellt. Die allgemeinen Themen in seinem umfassenden Vortrag reichten von Müll an Altglascontainern über Finanzen und Baumaßnahmen bis zur Einwohnerstatistik.

Bislang wollte die Hohenstädter Firma Maisel die maroden Gebäude im Hinterhof der Post abreißen und dort als Projektentwickler ein Hotel errichten. Allerdings fehlt ein Betreiber. Nun gibt es einen alternativen Ansatz: ein Ärztehaus mit stationären Betten. Hintergrund ist der absehbare Verlust des Hersbrucker Krankenhauses. „Vorstand und Verwaltungsrat des Klinikums Nürnberg wollen die Schließung dieses Standortes und die Verlagerung der Betten nach Lauf“, sagte Robert Ilg. Daran können offenbar weder die vielen Bürgerproteste noch etliche Vorstöße auf politischer Ebene etwas ändern.

Nun hat die Koalition aus CSU und Freien Wählern im Landtag im Koalitionsvertrag beschlossen, einen stationären Betrieb „light“ zu fördern. Hersbruck bewirbt sich für solch ein „intersektorales Gesundheitszentrum“ als Pilotprojekt, sagte Robert Ilg. Derzeit läuft eine Abfrage bei Ärzten, ob genügend Interesse besteht. Das Unternehmen Maisel ist zu einer Umplanung bereit. Ein weiterer Knackpunkt ist, ob die Krankenkassen dem Modell zustimmen.

Wird Sparkasse zum Hotel?

Der Bürgermeister möchte aber auch am Vorhaben „Hotel“ dranbleiben. Eine Möglichkeit bietet das weitgehend leer stehende Gebäude der Hersbrucker Sparkasse. Die Dormero-Kette der Familie Wöhrl, die bekanntlich in Reichenschwand das Schloss-Hotel betreibt, hat Interesse bekundet, dort eine 80-Zimmer-Herberge zu verwirklichen. Vermittlungsgespräche mit der Sparkasse laufen bereits. Dieses Projekt und auch ein Gesundheitszentrum würden die Innenstadt beleben, strich Robert Ilg heraus, machte aber auch klar, dass die Ziele sehr ehrgeizig gesteckt sind.

In Sachen Finanzen haben die Haushaltsberatungen gezeigt, dass sich Schuldentilgung und Rücklagen gut entwickeln. Allerdings müsse man weiter wachsam sein, hielt Robert Ilg eine Entwarnung noch für zu früh. Trotz der nicht allzu rosigen Lage hat Hersbruck fleißig investiert, so im Kinder- und Jugendbereich und bei der Infrastruktur. Heuer ist die Erneuerung der Kuhpegnitzbrücke eine große Herausforderung.

Müll bei Altglascontainern

Robert Ilg zeigte sich erfreut über den geplanten Zuzug der Firma Löffler, die baldige Öffnung der Fackelmann-Welt im ehemaligen Möbelhaus Zink und die neuen Wohnanlagen auf dem früheren Schickedanz-Areal. Ein Magnet für viele Menschen sei die neue DAV-Kletterhalle. Er nahm kein Blatt vor den Mund, um Müllablagerungen an den Altglascontainern anzuprangern. „Wir unterhalten uns über Artenschutz und Ökologie und dann erlebt man solche Dinge“, kommentierte er ein Foto mit illegal entsorgtem Unrat aller Art.

Der Rathauschef sprach aber auch unangenehme Themen an. Dazu zählt derzeit die Erweiterung der Firma Geru-Plast. Derzeit werden Einwendungen von Gegnern des Projekts bearbeitet. Robert Ilg möchte eine Lösung für möglichst viele: Es geht um Interessen der Anwohner, die Weiterentwicklung der Firma und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Hersbruck zählt im Moment über 12.800 Einwohner. Dank der Zuzüge (rund 100 mehr als Wegzüge) ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

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