Katastrophenschutzzentrum als Sammelstelle

Feuerwehren schaffen Hilfe nach Kroatien

Die Kreisbrandmeister Christian Lankes und Thorsten Brunner (Mitte) führen die Listen, Kay Marienfeld (links) und weitere Feuerwehrleute packen die Gitterboxen für ihre Kameraden in Kroatien. | Foto: J. Ruppert2021/01/FFW1-scaled.jpg

HERSBRUCK – Die Feuerwehrleute aus Roding sind gerade am Ausladen, die Hohenstädter warten schon, dann folgen Hagelstadt und Böhmfeld: Das Katastrophenschutzzentrum im Hersbrucker Süden hat sich in ein Lager für Rettungsausrüstung verwandelt. Der Landesfeuerwehrverband Bayern sammelt für die Kameraden im Erdbebengebiet Kroatien.

Am Sonntag um die Mittagszeit soll ein Hilfskonvoi mit mehreren Lastwagen starten. Ziel ist Sisak, sagt Kreisbrandrat Norbert Thiel. Die Stadt südlich von Zagreb liegt im Epizentrum des Bebens vor wenigen Wochen und hat schwere Schäden erlitten.

Seit Mittwoch sind mehrere Kreisbrandmeister wie Thorsten Brunner, Kay Marienfeld und Florian Bayer, dazu Wolfgang Fürst vom BRK mit dem Aufbau der Sammelstelle beschäftigt. Im Zwei-Schichtbetrieb erfolgt die Warenannahme aus ganz Nordbayern von Aschaffenburg bis Cham.
Mitglieder der Feuerwehren Eschenbach, Schwarzenbruck und Schwaig (jeweils eine Wehr aus den drei Dienstbezirken im Nürnberger Land) nehmen die „feuerwehrspezifischen“ Materialien in Empfang, sortieren und verteilen sie auf Gitterboxen: Überjacken, Hosen, Stiefel, Helme, Kabeltrommeln, tragbare Lampen, Handlampen, Heizgeräte, Werkzeug, Notstromaggregate, Leitern, Handschuhe „Brand“ und vieles mehr.

Dringende Bitte aus Kroatien

Es handelt sich um Schutzausrüstung, Stromerzeuger und Beleuchtung, um die die kroatischen Retter dringend gebeten haben. „Geplant sind rund 100 Paletten“, sagt Thorsten Brunner. „Es gehen aber laufend weitere Meldungen aus 40 nordbayerischen Landkreisen ein.“

Wichtig ist es, den Überblick zu behalten. Die Kreisbrandmeister Andreas Hübner und Floroian Bayer tragen deshalb alle angelieferten Teile samt Palettennummern und Metallkorbbeschriftung an den Computern im Hersbrucker Katastrophenschutzzentrum in Excel-Listen ein.

Papierkrieg hält auf

Glück im Unglück ist, dass der Chef der kroatischen Einsatzkräfte in Sisak gut deutsch spricht. Damit müssen die Aufstellungen nicht auch noch übersetzt werden.Während für die Annahme zehn Stunden pro Tag eingeplant sind, dauert der Papierkrieg bis tief in die Nacht. Am Donnerstag saß Thorsten Brunner bis gegen halb elf Uhr abends am PC. Regelmäßig schauen Norbert Thiel und Kreisbrandinspektor Holger Herrmann vorbei und greifen wenn nötig mit ein. In Südbayern sammelt der Landesfeuerwehrverband ebenfalls. Die Konvois aus beiden Regionen treffen sich dort.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren