Gesundheitsministerin Melanie Huml

Eine Chance für Hersbruck?

Das Hersbrucker Krankenhaus ist nach wie vor von der Schließung bedroht. | Foto: HZ2018/02/DSC_4995.jpg

HERSBRUCK/BAYREUTH – Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft beim Ziel, dass sich die Menschen auch auf dem Land weiter auf eine hochwertige medizinische Versorgung verlassen können. Sie sagte anlässlich der Versorgungskonferenz der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) in Bayreuth: „Ärztliche Hilfe muss wohnortnah zu finden sein.“

In einer Pressemitteilung betonte Huml, dass Bayern ein Programm aufgelegt habe, mit dem die Niederlassung von Haus- und Fachärzten im ländlichen Raum gefördert wird. Die Politik sei dennoch weiterhin gefordert, „einen geeigneten Rahmen abzustecken — und auch korrigierend einzugreifen, wenn dies erforderlich ist. Bestehende regionale Strukturen sollten noch besser genutzt werden, eine weitere Vernetzung fördern wir auch im Rahmen unserer ‚Gesundheitsregionen plus’“, so Huml weiter.

Bayern habe sich zudem bei den Koalitionsverhandlungen erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Strukturfonds zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung erhöht wird. Huml: „Erfreulich ist, dass die Bedarfsplanung jetzt stärker an den Bedürfnissen vor Ort ausgerichtet werden soll. Sie soll kleinräumiger, bedarfsgerechter und flexibler gestaltet werden.“

Die Ministerin ergänzte: „Noch dazu sieht der Koalitionsvertrag Regionalisierungen, verknüpft mit einer stärkeren sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und Vernetzung im Gesundheitswesen vor. Entsprechende Vorschläge soll eine eigene Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeiten. Ich könnte mir auch die flächendeckende Einrichtung regionaler Versorgungskonferenzen vorstellen, bei denen auch die Kommunalpolitik eine starke Stimme hat.“

Was Hersbruck betrifft, so steht hier allerdings nach wie vor die geplante Schließung des Krankenhauses im Raum — und die Befürchtung vieler Bürger, dass genau damit auch die Ärzte vor Ort abwandern. Die hatten in jüngster Zeit immer wieder angemahnt, dass in Hersbruck die Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gut funktioniere, mit der Schließung des Krankenhauses aber aufs Spiel gesetzt werde.

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