Corona-Krise

Corona-Tests im ehemaligen Hersbrucker Krankenhaus

Versorgungsarzt Dr. Martin Seitz und Annika Bohne, Medizinstudentin an der Uni Regensburg, vor dem ehemaligen Hersbrucker Krankenhaus, in dem eine Corona-Teststation eingerichtet wurde. | Foto: W. Sembritzki2020/04/DSC-1255.jpg

HERSBRUCK – Seit Ende März ist im ehemaligen Krankenhaus Hersbruck eine Corona-Teststelle des Gesundheitsamtes am Landratsamt Nürnberger Land eingerichtet. Seit dieser Woche nutzt auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) das Gebäude für Corona-Abstriche.

Die Frequenz der Abstriche sei so ansteigend, dass der bisherige Corona-Fahrdienst an die Grenzen stoße, sagt Dr. Martin Seitz, als Versorgungsarzt des Landkreises zuständig für die Koordinierung. Bettlägerige Menschen würden aber weiterhin zu Hause aufgesucht. Am ersten Tag nahmen die Mediziner in wenigen Stunden 18 Abstriche. Die Tests finden nur mit Terminvergabe statt.

Die Schichten im ehemaligen Hersbrucker Krankenhaus sind zweigeteilt. An den Vormittagen sind seit Ende März Ärzte des Gesundheitsamtes vor Ort. Sie nehmen Abstriche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie von Pflegekräften und Ärzten im Landkreis, die in Kontakt mit Corona-Patienten gekommen sind. „Die Tests des Gesundheitsamtes finden in Hersbruck derzeit nur für einen klar abgegrenzten Personenkreis statt“, betont Rolf List, Pressesprecher am Landratsamt Nürnberger Land. Es gehe darum, diejenigen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit regelmäßig mit erkrankten Menschen in Kontakt kommen, zu überwachen und damit die Verbreitung des Virus im Landkreis einzudämmen.

Einige renitente Bürger

An den Nachmittagen ist seit Montag dieser Woche die Kassenärztliche Vereinigung mit einem Arzt im ehemaligen Hersbrucker Krankenhaus vor Ort. Auch sie testet nur mit Terminvergabe. „Wir bitten die Menschen um Verständnis“, sagt Martin Seitz. Die Nachricht von der Teststelle habe sich schnell herumgesprochen. Bereits am ersten Nachmittag habe es unschöne Diskussionen mit Bürgern gegeben, die nicht einsehen wollten, dass sie sich nicht ohne Termin und ärztliche Indikation testen lassen können. „Wir müssen aber darauf bestehen“.

Der Laufer Allgemeinmediziner und Sprecher der KV, seit vergangener Woche auch offizieller Versorgungsarzt für den Landkreis, koordiniert vor Ort den Einsatz von Material sowie die Einweisung der Ärzte und Patienten. Letztere wurden bislang bei Verdacht auf eine Infektion vom Fahrdienst der KV zu Hause oder an bestimmten Treffpunkten aufgesucht. Dort wurde dann der Abstrich genommen.

Bis zu zehn Tage

Doch die Corona-Verdachtsfälle nehmen auch im Landkreis zu. „Wir sind froh, dass wir jetzt eine feste Teststelle haben“, sagt Seitz. Aktuell dauert es laut Seitz rund vier Tage, bis die Abstriche auf positive Ergebnisse ausgewertet sind, bis zu zehn Tage für negative. „Das ist sicher nicht befriedigend, aber der akuten Situation geschuldet“, sagt der Mediziner. Die Labore seien einfach überlastet.

Wer an sich Symptome einer Corona-Erkrankung feststellt, soll auch künftig die Hotline der KV mit der Nummer 116117 wählen oder seinen Hausarzt kontaktieren. Im Gespräch entscheiden die Ärzte, ob bei der Person ein Abstrich genommen wird oder nicht.

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