Nach Schließung in Hersbruck

Es gibt weniger Betten im Landkreis

Ein Bild aus dem Mai 2019: Vor einem Jahr wurde das Hersbrucker Krankenhaus geschlossen, dadurch gab es im Nürnberger Land 48 Betten weniger. Diese Lücke wurde bisher nur teilweise geschlossen. | Foto: PZ-Archiv/HZ2020/05/krankenhaus-hersbruck.jpg

HERSBRUCK/LAUF – 48 Betten sollten nach der Schließung des Hersbrucker Krankenhauses nach Lauf verlegt werden. Bis zum geplanten Bau zusätzlicher Zimmer stehen dort allerdings nur 32 Betten zur Verfügung, also 16 weniger. Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag hervor.

Wie bereits berichtet, wurde in Lauf eine Station im Altbau mit 22 Betten reaktiviert. Sie ging nach Angaben der Staatsregierung im Dezember 2019 vollständig in Betrieb, „daneben sollen Einbettzimmer in den im Bestand vorhandenen Stationen bei Bedarf mit einem zweiten Bett belegt werden“. So lassen sich übergangsweise weitere zehn Betten generieren.

Bettenkapazität wird später erreicht

Die Bettenkapazität, die seit der Schließung des Standorts Hersbruck vor einem Jahr im Landkreis fehlt, wird demnach erst mit Verwirklichung des sogenannten fünften Bauabschnitts in Lauf wieder erreicht werden. Die Bauphase wird wohl frühestens Ende 2020 beginnen und mehrere Jahre dauern. Der Zeitraum bis zur Fertigstellung muss überbrückt werden, um die stationäre Versorgung sicherzustellen.

Ärztliche Versorgung ist gut

Die Antwort des Gesundheitsministeriums liefert auch eine Antwort auf die Frage, wie es um die ärztliche Versorgung bestellt ist: Im
Landkreis-Durchschnitt gut bis sehr gut.

Dabei beruft sich die Staatsregierung auf Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB), die den sogenannten Sicherstellungsauftrag hat. Bei den Hausärzten beziffert die KVB den Versorgungsgrad im Raum Hersbruck auf 110,5 Prozent, im Raum Lauf auf 105,20 Prozent.


Angebot an Augenärzten

Die chirurgische und orthopädische Versorgung wird für das gesamte Nürnberger Land mit 160,20 Prozent, die hautärzliche mit 146,60 Prozent angegeben. Definitionsgemäß liegt bei mehr als 110 Prozent Überversorgung vor. Noch am schlechtesten ist das Angebot an Augenärzten (103,9 Prozent).

Alle diese Werte orientieren sich an der sogenannten Bedarfsplanung im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Konkrete regionale Unterschiede, etwa zwischen dem Raum Hersbruck und dem Raum Lauf, lassen sich bei den Fachärzten aber nicht aus den KVB-Zahlen ablesen. Insofern kann es trotzdem Lücken geben.

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