Weitere Finanzmittel bewilligt

Altes Gotteshaus soll wieder erstrahlen

Aufwändige Sanierungsmaßnahmen sollen die Spuren der Zeit an der mittelalterlichen Hersbrucker Spitalkirche beseitigen. | Foto: J. Ruppert2021/03/redwebP1370110.jpg

HERSBRUCK – Nach langen Vorbereitungen zeigt das Baugerüst um die Spitalkirche, dass die Sanierung nun startet. Der Stiftungsbeirat hat im Rahmen der Etatverabschiedung die 2021er-Ausgaben für das mittelalterliche Kleinod abgesegnet. Bei den drei kleinen Hersbrucker Stiftungen deuten schon die Namen wie „Almosen“ und „Waisenhaus“ auf die Probleme einer zeitgemäßen Geldverwendung hin.

Alle vier Einrichtungen werden von der Stadt Hersbruck verwaltet. Die Stadträte des für die Finanzen zuständigen Hauptverwaltungsausschusses sind gleichzeitig Stiftungsräte. Coronakonform genehmigten sie die Haushalte ohne große Aussprache. Das Hauptaugenmerk bei der Elisabeth-Spital-Stiftung liegt auf dem Gotteshaus. Heuer sind 560.000 Euro an Ausgaben veranschlagt. Zusätzlich stehen noch nicht verbrauchte „Ausgabenreste“ aus dem letzten Jahr zur Verfügung und zwar 680.000 Euro.

Insgesamt rechnen die Kämmerer Hubert Seidler und Wolfgang Klebl mit etwas über zwei Millionen Euro an Renovierungskosten für das Kleinod bis einschließlich 2023. Die Stiftung verfügt über weitere Objekte wie das Bürgerspital, das Emil-Held-Haus, Wälder und Grundstücke, die Einnahmen durch Mieten, Holzverkauf und Erbpacht bringen.

Grundstücksverkauf zur Finanzierung

Zur Finanzierung der Arbeiten an, auf und in der Spitalkirche werden stiftungseigene Grundstücke in der Hersbrucker Südstadt für rund 760.000 Euro verkauft. Dazu kommen staatliche Zuschüsse von 1.05 Millionen Euro, Zuwendungen von privaten Denkmalstiftungen und Entnahmen aus der Rücklage. Weitere Fördermittel haben die Stadt Hersbruck und der Landkreis in Aussicht gestellt. Ein Renner ist die vom zweiten Bürgermeister Peter Uschalt ins Leben gerufene „Ziegelspende“, die bislang über 45.000 Euro in die Kasse brachte.

Die Waisenhausstiftung unterstützt gemäß ihrer Satzung in Hersbruck wohnende elternlose Kinder. Die Definition soll nicht wortwörtlich genommen werden. Nach Anpassung an die heutigen Gegebenheiten ist entscheidend, dass Leistungen Mädchen oder Jungen in persönlich schwierigen Situationen zu Gute kommen. Dazu zählen Sprachförderung ebenso wie Kauf von Schulbedarf bei Bedürftigkeit. Dafür stehen 15.000 Euro im Etat.
Ähnlich sieht es bei der Almosenstiftung aus, die 38.000 Euro ausschüttet.

Stiftungen zusammenlegen?

Mangels Masse sieht es für die Geschwister Liedel’sche Stiftung im Moment nicht rosig aus. Schon lange verfolgt die Stadt den Plan, zumindest zwei oder gleich alle drei der kleinen Stiftungen zusammenzulegen, sagte Bürgermeister Robert Ilg. Kämmerer Hubert Seidler hofft, dass ein neues Gesetz in Kürze den Weg dazu ebnet.


Alle drei kleinen Stiftungen haben in den letzten Jahren Grundstücke oder Häuser verkauft: in der Amberger Straße, am Furtweg und in der Max-Reger-Straße. Die erzielten Beträge von insgesamt einer halben Million Euro sind gemäß einer Wiedererwerbsverpflichtung erneut in Immobilien anzulegen. Dorothea Müller Philipps Sohn schlug vor, ein gemeinsames Objekt zu kaufen. Hubert Seidler bestätigte diese Möglichkeit in Form von Teil- oder Miteigentum. Verwaltungschef Karlheinz Wölfel ergänzte, dass die Regierung von Mittelfranken als Stiftungsaufsicht ihr Okay geben muss.

Das letzte Wort zu den Stiftungsetats hat das Plenum. Bürgermeister Robert Ilg gab eine Änderung für die nächsten Stadtratssitzungen bekannt. Grund ist das allgegenwärtige Thema Corona. Teilnehmer müssen während der Treffen eine FFP 2-Maske tragen. Außerdem stehen Selbsttests zur Verfügung. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Denn andernorts mussten nach einer Zusammenkunft als unerfreuliches Nachspiel etliche, die dabei waren, in Quarantäne.

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