Ergebnisse aus Happurger Gemeinderatssitzung

Räte halten Kurs aufs Bürgerhaus

Was wird aus der „Oberen Mühle“? Fest steht: Kaufen kann sie die Gemeinde derzeit nicht. | Foto: Marita Münster2016/09/7446930.jpeg

HAPPURG – Das Traditionsgasthaus „Obere Mühle“ in Happurg steht zum Verkauf. Willy Seitz, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, beantragte deshalb, Happurg solle zugreifen und es dann verpachten. Dies lehnte der Gemeinderat ab. Das Gremium erhielt außerdem Informationen zum Abbruch am Albrecht-Anwesen und zur Sanierung der Bachmauer im Hauptort. Vorgesehene Asphaltarbeiten im Gemeindegebiet könnten sich verzögern.

Sichtlich erleichtert wirkte Bürgermeister Bernd Bogner, als er von der Aufteilung der Unterhaltslast an der Ufermauer des Happurger Baches zwischen der Brücke „Am Schulanger“ bis zum Wehr südlich der „Oberen Mühle“ berichtete. Nach längeren und zähen Verhandlungen zwischen der Gemeinde und dem Wasserwirtschaftsamt, sogar unter Einschaltung des Bayerischen Gemeindetages, gibt es jetzt einen Vereinbarungsentwurf. Die Regierung von Mittelfranken hat ihn erarbeitet, das Bayerische Umweltministerium hat ihn genehmigt.

Er sieht vor, dass 67 Prozent der Unterhaltskosten der Freistaat Bayern, den Rest die Gemeinde trägt. Die Vereinbarung regelt die Kosten der anstehenden Bachmauersanierung und generell den künftigen Unterhalt. Laut Wasserwirtschaftsamt sind die Kosten für die Instandsetzung nur schwer zu beziffern. Das Rathaus rechnet mit 100  000 bis 150  000 Euro. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung zu.

Im Rahmen der Städtebauförderung soll in Happurg ein Bürgerhaus entstehen. Dazu wurden zwei Anwesen, die gegenüber dem Rathaus stehen, von der Gemeinde gekauft. Die Mader-Scheune soll aus- und umgebaut werden, das baufällige Albrecht-Haus daneben wurde bereits abgebrochen, die Fläche aufgefüllt und planiert, um dort Parkplätze und adäquate Außenanlagen schaffen zu können. Laut Bürgermeister soll die Fläche in einigen Bereichen mit schnell wachsenden Pflanzen begrünt werden und ein Bereich wird auch mit einem Zaun versehen werden. Es gibt also erst einmal neue dringend benötigte Parkplätze. Die Vermessung soll demnächst in Auftrag gegeben werden. Auf die weiteren Baumaßnahmen werden die Bürger allerdings noch einige Zeit warten müssen, dazu fehlt aktuell das Geld.

Nicht wieder von vorne
Zum Thema passte auch der Antrag von Willy Seitz. Er hat sich Gedanken zum Gasthof „Obere Mühle“ gemacht, der zum Verkauf steht. Er meint, Gasträume, Küche und die Außenanlagen seien mit verhältnismäßig wenig Mitteln auf Vordermann zu bringen. Und so hätten die Happurger Bürger und Vereine bald wieder einen größeren Saal zur Verfügung, der momentan fehlt. Er beantragte deshalb, die Gemeinde solle das Anwesen kaufen und entsprechend verpachten.

Damit stieß er bei Bürgermeister und Gemeinderäten auf wenig Gegenliebe. Die Argumentation sei zwar nachvollziehbar, aber am stärksten spreche dagegen, dass die Maßnahme „Mader-Albrecht-Anwesen“ nun schon sehr weit vorangetrieben und in der Planung der Städtebauförderung verankert sei. Auch hätten alle Beteiligten schon viel Beratungszeit investiert.

Jetzt bei einem anderen Projekt wieder bei Null zu beginnen, hielten die Räte für keine gute Idee. Und eine weitere Investition in diese Richtung lasse die Gemeindekasse auch nicht zu, so der Bürgermeister und etliche Gemeinderäte.
Hauptamtsleiter Stephan Krimm ergänzte noch, dass ein Verpachtungsvertrag schädlich für eine Förderung wäre. Einzig Gemeinderat Alfred Pürzer (SPD) wollte wenigstens prüfen lassen, ob diese Immobilie ebenfalls förderungsfähig sei. Der Bürgermeister lehnte dies allerdings ab.
Auch keine Prüfung

Er begründete dies damit, dass es keinesfalls eine pauschale Antwort auf diese Anfrage geben würde. Es wäre zunächst wieder ein kostenpflichtiges Nutzungskonzept eines Fachmannes erforderlich. Dieses Geld wollte keiner dafür in die Hand nehmen. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme (Pürzer) abgelehnt.

N-Land Marita Münster
Marita Münster