Aus dem Gemeinderat

Neuer Kiosk für Happurger Baggersee: Skizze steht

Ostansicht des Entwurfs für die neue Kioskanlage. Hinter den Doppeltüren im Erdgeschoss ist ein Gastraum für 40 Personen, daneben der Küchen- und Ausgabebereich. Im Obergeschoss befindet sich die Wohnung für den Pächter. Foto: Hofmann2014/09/Happurg_Ostansicht.jpg

HAPPURG (doh) – Wasserleitungen, Neubauten, Sanierungen und Waldbau: In der Happurger Gemeinderatssitzung am 24. September drehte sich alles um Baumaßnahmen. Neben einiger privater Bauanträge waren vor allem die Restaurierung des Förrenbacher Kindergartens und die neue Kioskanlage am Baggersee (HZ berichtete) zentrale Themen.

Planer Theodor Hofmann stellte den Entwurf für ein auch in der Wintersaison nutzbares Restaurant vor. Der Neubau soll ab der Saison 2016 die jetzige Anlage am Happurger Baggersee ersetzen. „Das momentane Gebäude stammt aus den 1970er Jahren und ist hoffnungslos veraltet“, sagt Hofmann. „Die Anlage soll nicht nur modernisiert, sondern auch um eine Dusche für die Badegäste, eine Wohnung für den Pächter und einen großen Gastraum für 40 Personen erweitert werden.“ Der Gemeinderat war begeistert von dem neuen Konzept. Nun geht der Entwurf zur Prüfung an das Landratsamt, das bereits im Vorfeld eine Genehmigung grundsätzlich signalisiert und einen Zuschuss in Aussicht gestellt hatte. Die Kostenkalkulation soll bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Weitere Details wie die Parkplatzsituation sind noch nicht endgültig ausgearbeitet, fest steht aber, dass die Terrasse in ihrer jetzigen Form erhalten und renoviert werden soll.

Anschließend schlug Revierförster Tobias Vorwieger ein Ausdünnen des Gemeindwaldes Förrenbach vor: In der Nähe des Festzeltplatzes sollen auf einer Fläche von ein bis zwei Hektar 250m³ Kiefer und Fichte herausgeschlagen werden. Deren Bestand ist nicht gefährdet, aber die Naturverjüngung dort wachsender Tannen „muss erhalten und generiert“ werden. „Der Wald wird lichter, aber es geht definitiv nicht um einen Kahlschlag“, sagt Vorwieger. „Die Fläche wird auch nicht befahren, weil ein spezieller Seilbagger die gefällten Bäume mit einem mehrere hundert Meter langen Seil herausziehen kann.“

Das fördert der Freistaat mit 3000 Euro. Bei Kosten für Aufarbeitung und Rückung von 8000 Euro betragen die voraussichtlichen Einnahmen 12.500 Euro. Ein Teil davon soll, so Vorwieger, für den Bau eines Zauns zum Schutz der Jungtannen verwendet werden. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung war aber die Sanierung des Förrenbacher Kindergartens. „Eine Renovierung ist mehr als dringend nötigt“, sagt Pfarrer Alexander Reichelt. Die Kirchengemeinde ist Träger des Kindergartens. „Wegen der alten Fenster sind die Heizkosten pro Jahr auf 5000 Euro gestiegen. Das ist das Doppelte von anderen Kindergärten in der Gemeinde. Auch die Eingangstür, Beleuchtung und sanitären Einrichtungen sind hoffnungslos veraltet.“ Planer Wolfgang Weidinger stimmt ihm zu: „Der Zustand ist desolat. Die Heizung ist nicht steuerbar – entweder sie ist an oder aus – und im Waschbereich gibt es kein warmes Wasser. Auch die Fußböden müssen erneuert werden.“ Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen sind mit 236.000 Euro kalkuliert und werden von der mittelfränkischen Regierung bezuschusst. Weitere Details der Renovierung werden in Sitzungen des Bau- und des Finanzausschusses im Oktober besprochen werden. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Bürgermeister Bernd Bogner. „Im kommenden Jahr muss etwas passieren.“

Danach beschloss der Gemeinderat einstimmig – trotz Einwand des Landratsamtes – den Erlass einer städtebaulichen Satzung für den Bereich „Deckersberg-Nord“. Kreisbaumeisterin Andrea Heinlein befürchtete durch dieses Baugebiet eine „dornförmige Ortsentwicklung“, was eine „städtebauliche Fehlentwicklung“ sei. Die Wasserleitungsbaumaßnahmen in der Hohenstädter Straße und im Bereich der Unteren Mühlstraße/Untere Bachgasse wurden in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verwiesen.

Dagegen genehmigte die Versammlung die Bauanträge für den Umbau eines Einfamilienhauses in Thalheim, den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage und zwei Stellplätzen an der Gemarkung Happurg und dem Bau eines Betriebsleiterwohnhauses an der Gemarkung Breitenbrunn.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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