Rettung mit Seilwinde

Frau stürzt am Hohlen Fels ab

Im unwegsamen Gelände unterhalb des Hohlen Felsens wäre eine „normale“ Bergung heikel gewesen und hätte zu lange gedauert, deshalb forderte die Bergwacht den Rettungshubschrauber Christoph 27 an, um die abgestürzte Frau durch die Luft abzutransportieren. | Foto: Bergwacht2021/05/20210524-140754192-iOS-scaled.jpg

HAPPURG – Mit dem Hubschrauber musste die Bergwacht Frankenjura am Pfingstmontag eine schwer verletzte Frau am Hohlen Fels bergen. Die 53-jährige Wanderin aus dem Landkreis Fürth war an dem beliebten Ausflugspunkt oberhalb von Happurg rund zehn Meter abgestürzt und dann den Hang hinabgerutscht.

Kurz vor 15 Uhr alarmierte die Leitstelle Nürnberg den diensthabenden Einsatzleiter Bergwacht Hersbrucker Schweiz, den Rettungswagen und Notarzt aus Hersbruck, den Rettungshubschrauber Christoph 27 aus Nürnberg sowie den Einsatzleiter Rettungsdienst zu einer Rettung aus dem unwegsamen Gelände bei Happurg.

Gemeldet war eine aus 20 Meter Höhe abgestürzte Person am Kletter- und Aussichtsfelsen „Hohler Fels“ oberhalb des Stausees. Weil deswegen von schwersten Verletzungen ausgegangen werden musste, forderte Einsatzleiter Veit Lösch umgehend mehrere Einsatzkräfte der Bergwacht an. Auch das Kriseninterventionsteam der Bergretter wurde alarmiert, weil sich zu diesem Zeitpunkt rund 200 Wanderer und Kletterer auf dem Hohlen Felsen aufhielten.

Luftretter angefordert

„Wir haben uns wegen der uns vorliegenden Informationen dazu entschieden, einen Luftretter mit Notarzt samt Notfallausrüstung mit Hilfe der Hubschrauberwinde zum Wandfuß zu fliegen, um der Wanderin umgehend medizinische Hilfe zu ermöglichen. Zeitgleich sind weitere Einsatzkräfte der Bergwacht mit dem Rettungsdienst bodengebunden zur Einsatzstelle vorgedrungen“, so Lösch.

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Vor Ort habe sich dann herausgestellt, dass die Frau vom 35 Meter hohen Kletterfelsen Hohler Fels (oder Happurger Wand) abgestürzt war, als sie von einem Vorsprung aus ein Foto machen wollte, berichtet Luftretter und Bergwacht-Pressesprecher Maximilian Zeuch: „Dabei war es wahrscheinlich kein freier Fall von 35 Metern, sondern eher einer über acht bis zehn Meter. Dann ist die Frau weiter im absturzgefährdeten Gelände heruntergerutscht.“ Für die Bergretter eine dramatische und auch gefährliche Rettungsaktion.

Steiles und schmieriges Gelände

Die schwer verletzte Patientin wurde vom Rettungsdienst zusammen mit der Bergwacht medizinisch versorgt. Anschließend wurde sie mit einem Bergwacht-Luftretter im Luftrettungssack liegend zum Hubschrauber hochgezogen. „Ein bodengebundener Abtransport hätte in diesem sehr steilen und schmierigen Gelände deutlich länger gedauert. Die Rettung aus der Luft war die schnellste Möglichkeit, die Patientin schonend aus ihrer lebensbedrohlichen Situation zu befreien.“, so Zeuch.

Die verletzte Wanderin wurde zur weiteren medizinischen Versorgung in eine Nürnberger Klinik gebracht. Bei dem Einsatz waren Retter der Bergwachten aus Lauf-Hersbruck, Nürnberg, Forchheim, Erlangen und Sulzbach-Rosenberg beteiligt. Sowohl am Landeplatz als auch an der Einsatzstelle selbst hätten „sich leider einige Personen über die Anweisungen der Einsatzkräfte hinweggesetzt“, heißt es vonseiten der Bergwacht. Mit diesem Verhalten hätten sie sich in akute Absturzgefahr gebracht und unter anderem durch Fotografieren die Rettungsaktion behindert.

Einsatz Nummer 100

Dies war im Jahr 2021 der 50. Einsatz für die Bergwachten Lauf-Hersbruck und Nürnberg sowie der 100. Einsatz für die Bergwacht Frankenjura. Im vergangenen Jahr hatte die Bergwacht im Nürnberger Land einen deutlichen Einsatzanstieg zu verzeichnen (2020: 150 zu 2019: 100). Das gleiche gilt auch für die elf Bereitschaften der Bergwacht Frankenjura. Diese wurden 2020 zu insgesamt 342 Einsätzen gerufen, 2019 waren es noch 218.
Über das Pfingstwochenende wurden die Bergwachten im Frankenjura zu insgesamt zehn Einsätzen gerufen.

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