Kriterienkatalog für das Ezelsdorfer Neubaugebiet

Gute Karten für Burgthanner

Noch nicht viel zu sehen, aber schon jetzt treffen immer wieder Anfragen bei der Verwaltung ein, wann denn Grundstücke für das neue Baugebiet an der Bayernstraße zu erwerben sind. Die Gemeinde hat einen Punktekatalog für die Vergabe der Parzellen erarbeitet. | Foto: Gisa Spandler2020/04/Ezelsdorf-Bayernstrasse.jpg

BURGTHANN – Die Verwaltung hat einen Kriterien-Katalog für den Verkauf von Grundstücken im Neubaugebiet an der Ezelsdorfer Bayernstraße erarbeitet.

Die Gemeinde möchte durch einen Kriterienkatalog beim Verkauf von Grundstücken im neuen Baugebiet Bayernstraße Ezelsdorf Burgthanner Bürgern und jungen Familien, die sich für länger in der Großgemeinde ansiedeln möchten, den Grunderwerb erleichtern. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat intensiv über einen Punktekatalog diskutiert, der einem Ranking bei der Bewerbung um eine Bauparzelle zugrunde liegen soll. Außerdem gab es eine sachliche Diskussion über zwei Anträge der Grünen, die die Vergabe der Baugrundstücke als Chance sahen, im Vergabekatalog auch eine Bevorzugung für Bewerber festzuschreiben, die sich an besonders wirkungsvolle Energiestandards halten.

Die Grundlage für die Vergabe-Richtlinien wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Gemeindetag und in Anlehnung an die Vorgaben anderer Kommunen erarbeitet. Interessierte, die gern in der Bayernstraße bauen möchten, haben noch bis zum 30. Juni die Chance, sich für den Kauf eines Bauplatzes zu bewerben. Bis dahin müssen die Formulare ausgefüllt sein, deren Auswertung anschließend von der Gemeinde vorgenommen wird und die dann für alle Bewerber eine Gesamt-Punktzahl ergibt. Entsprechend der Anzahl der Punkte, die sich aus den erfüllten Kriterien errechnen, entsteht eine Reihenfolge, so dass die Bauwilligen, die die meisten Punkte haben, zum Zug kommen. Die notarielle Beglaubigung soll bis spätestens September 2020 erfolgen.

Wichtige Voraussetzungen

Zunächst wurde eine Staffelung der Einkommensgrenzen vorgenommen, wobei die ursprünglich vorgesehene Obergrenze von 150 000 Euro jährlich als Zulassungskriterium fallen gelassen wurde. Weitere Voraussetzung sind die Forderungen, dass der Kaufinteressent kein Wohneigentum besitzt und dass er die Finanzierbarkeit nachweisen kann. Haben mehrere Bewerber das gleiche Grundstück ins Auge gefasst, dann erhält der den Zuschlag, der es insgesamt auf mehr Punkte bringt. Die gibt es für Kinder, Schwangerschaft, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit. Niedrige Einkommen bringen ein Punkteplus ebenso wie ein bisheriger Wohnsitz in Burgthann und, wie in der Sitzung erst ergänzt, der Besitz einer Ehrenamtskarte als Nachweis für bürgerschaftliches Engagement. Die für viele ausschlaggebende Vorschrift dürfte die Bedingung sein, auch tatsächlich innerhalb von vier Jahren zu bauen und das Gebäude für mindestens zehn Jahre selbst zu nutzen. Wer sich nur das Grundstück ins Portfolio legt und nicht darauf bauen und wohnen möchte, für den greift eine Klausel, die der Gemeinde das Rückkaufrecht garantiert.

Wichtige Energiestandards

Mit in den Vertrag aufgenommen wurden nach ausführlicher Diskussion und sorgfältigen Ausführungen durch Wolfgang Seitz (Grüne) zwei Anträge von Bündnis 90/Grüne: Wer beim Bau eine Planung nach dem Energie-Effizienzstandard KfW-Effizienzhaus 40 oder KfW-Effizienzhaus 40 Plus bevorzugt oder eine Fotovoltaik-Dachanlage verwirklicht, erhält zusätzliche Punkte.
Noch weiter geht der zweite Antrag, der verlangt, dass beim Erwerb eines Grundstücks der Energie-Effizienzstandard KfW-Effizienzhaus 55 oder besser verpflichtend bei der Bebauung ist. Zur Erklärung: Je kleiner die Ziffer des Wertes desto geringer ist der Energiebedarf der Immobilie. Energie-Effizienzstandard 55 sollte also Voraussetzung für den Bau sein, Standard 44 wäre erwünscht, weil er eine noch höhere Energie-Einsparung bedeutet. Als Begründung führt die Fraktion an, dass die in der Energieeinsparverordnung und im Gebäude-Energiegesetz definierten Standards für Neubauten bei weitem nicht ausreichend für die notwendige Reduktion im energieintensiven häuslichen Bereich seien.

Energetische Sanierungen seien zudem unwirtschaftlich, so dass unbedingt beim Neubau die entsprechenden Standards umgesestzt werden sollten, hier würden sich die geringen Mehrkosten schnell für den Bauherrn amortisieren.
Die Argumentation überzeugte die Mitglieder des Gemeinderats offensichtlich, so dass – nach einer weiteren Prüfung der Verwaltung zur Umsetzung eines Bonus-Systems für die anspruchsvollen Energiestandards – beide Anträge in die Richtlinien für das sogenannte „Ansiedlungsmodell Burgthann“ eingearbeitet werden.

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