Kundgebung in Lauf

„Fridays for Future“ demonstriert

Los ging die Demo mit einer Kundgebung vor dem Hersbrucker Tor. | Foto: Kirchmayer2019/11/67EFD222-F2C3-457A-94F0-19DEF6A79BC1.jpeg

Lauf – Weltweit wurde am Freitag für eine andere globale Umweltpolitik demonstriert, und erstmals gab es auch eine Kundgebung samt Protestzug in Lauf.

Die Demo in der Kreisstadt führte vom Oberen Marktplatz über die Simonshofer Straße, das Rathaus, die Brücke West und den Kreisverkehr an der Altdorfer Straße und sie war deutlich größer, als es die Organisatoren zunächst erwartet hatten. Mit 100 Teilnehmern hatte Anita Bitterlich vom Laufer Bund Naturschutz kalkuliert, etwa die dreifache Personenzahl beteiligte sich.

Darunter waren bei weitem nicht nur Schüler. Auch viele Erwachsene aller Altersklassen machten mit, teilweise mit selbst gebastelten Plakaten. Vor allem die jungen Teilnehmer skandierten „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und andere Sprüche. Neun Polizisten der Laufer Inspektion waren im Einsatz, um die Strecke zu sichern.

Fünf Redner auf dem Oberen Marktplatz

Auf dem Oberen Marktplatz hatten sich zuvor fünf Redner an die Demonstranten gewandt. Bitterlich erinnerte daran, dass der Weltklimarat bereits 1990 dringende Maßnahmen gegen den Klimawandel empfohlen hat. „Getan hat sich global gesehen fast gar nichts“.

Das Klimapaket, das die Bundesregierung im September verabschiedete, bezeichnete die Sprecherin des Bund Naturschutz als „Klimapäckchen“, sie forderte mehr Anstrengungen der Politik, weltweit, deutschlandweit, aber auch kommunal. So müsse der öffentliche Nahverkehr attraktiver gestaltet werden, es müsse in Lauf Fahrradstraßen geben. „Ist nicht ganz Lauf als Zone 30 denkbar?“, fragte Bitterlich. Den Teilnehmern legte sie ans Herz, künftig nur noch Ökostrom zu beziehen.

Fridays for Future : Jeder kann seinen Beitrag leisten

Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping (Grüne) warb für mehr Urlaube mit dem Fahrrad oder der Bahn statt dem Auto oder Flugzeug. Er betonte, es sei schade, dass seine beiden Stellvertreter nicht an der Demo teilnehmen. Mehrere Grünen-Stadt- und Kreisräte waren zu der Veranstaltung gekommen. Bispings Rede wurde durch einen Störer unterbrochen, der dem Politiker vorwarf, als Bürgermeister nicht genügend gegen den Klimawandel zu tun.

Auch die beiden christlichen Kirchen Laufs beteiligten sich an der Demo. Der evangelische Pfarrer Thomas Hofmann bezeichnete den Klimaschutz als Herzensanliegen. „Es braucht ein radikales Umdenken“, so Hofmann. Auch Gott wolle nicht, dass der Mensch den Planeten zerstöre. Die Teilnehmer ermahnte er, bei sich selbst anzufangen. Die Nutzung des Internets, vor allem Video-Streaming, sei für sehr viel CO2-Ausstoß verantwortlich.

Im Podcast

Die katholische Pastoralreferentin Gabriele Netal-Back­öfer bestärkte die Jugend darin, auf die Straße zu gehen. „Wir als Kirche stehen voll hinter eurer Bewegung.“ Ihre eigene Generation habe zu wenig getan, um das Thema Klimaschutz in die Öffentlichkeit zu bringen.

17-jährige Organisatorin

Organisatorin der Demo war die 17-jährige Tabea. Die Lauferin besucht das CJT-Gymnasium und hat schon in Nürnberg und Berlin mit Fridays for Future demonstriert. Dass am Donnerstag in Europäischen Parlament der Klimanotstand ausgerufen wurde, bezeichnete Tabea als Zeichen dafür, dass die Bewegung sich Gehör verschafft.

Dass die meisten Streiks während der Schulzeit stattfinden, sei richtig. Bei einem Warnstreik werde ja auch nicht gearbeitet. „Unsere Bildung bringt uns nichts, wenn wir keine Zukunft haben.“ Die erste Veranstaltung in Lauf begann um 13.15 Uhr. Man demonstriere auch, ohne dafür die Schule zu schwänzen, sagte Tabea.

Weitere Demos in Lauf sind in Planung.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer