Bürgerversammlung

Kitas, Kunst und Duschboykott

Hans-Joachim Strauß wirbt bei der Bürgerversammlung in der Reichswaldhalle für die Anliegen des Themenkunstvereins. | Foto: Christian Geist2019/01/Feucht-Buergerversammlung-Strauss.jpg

FEUCHT – Nach den Ausführungen von Bürgermeister Konrad Rupprecht und Gemeindewerke-Chef Raimund Vollbrecht haben mehrere Feuchter die Bürgerversammlung für ihre Anliegen und Anfragen genutzt. Sie thematisierten unter anderem den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen, die Duschsituation für Obdachlose und die Zukunft des Themenkunstvereins.

Die Kita an der Sternstraße ist noch nicht fertiggestellt, da versucht der Marktgemeinderat den nächsten Bau auf den Weg zu bringen. In der Sitzung heute Abend soll die nötige Vereinbarung mit der evangelischen Kirche für einen Bau an der Altdorfer Straße beschlossen werden. Rupprecht begründete die Notwendigkeit bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend mit einem Blick in die Statistik: Im Jahr 2010 besuchten knapp 580 Kinder eine Feuchter Betreuungseinrichtung: von Krippe bis Hort. Diese Zahl ist bis 2018 auf rund 950 Kinder gestiegen. Nimmt man jene Kinder mit hinzu, die in den Nachbarkommunen unterkommen, steigt die Zahl auf fast 1200 Kinder – bei einer Einwohnerzahl von gut 14 100. Für das neue Kindergarten- beziehungsweise Schuljahr fehlen der Gemeinde aktuell 80 Betreuungsplätze. Ob diese Kinder in Containern unterkämen, wollte Manuela Lehnert deshalb wissen. Und Rupprecht sicherte ihr dies zu. In den Faschingsferien werden alle Kinder die mobilen Raummodule an den Sporthallen verlassen und an die Sternstraße ziehen. In diese Container ziehen ab September dann die nächsten Kinder ein – bis der Bau an der Altdorfer Straße steht.

Die Zukunft der Kunst

Hans-Joachim Strauß appellierte für den Themenkunstverein an den Bürgermeister und die anwesenden Mitglieder des Marktgemeinderats. „Kunst ist eine Botschaft. Und eine Botschaft braucht ein Publikum, sie muss jemanden erreichen“, sagte Strauß und erläuterte, dass der Raum über dem Café Bernstein aus allen Nähten platzt (wir berichteten). Bei 50 aktiven Künstlern komme bei einer Ausstellung längst nicht jeder zum Zug.
Was der Verein braucht, sind Wände. Und damit Räume. Strauß verwies auf ein Schreiben, das dem Marktgemeinderat vorliegt, und forderte, dass die Kultur in der Ortsplanung eine Rolle spielen müsse, um das Erreichte zu erhalten und das künstlerische Interesse von Jung und Alt aufzufangen.
Bürgermeister Rupprecht sicherte ihm zu, dass das Schreiben und die darin geäußerten Wünsche (der Themenkunstverein erachtet das Obergeschoss der Reichswaldhalle als idealen Standort) in den ISEK-Prozess eingehe. ISEK steht für integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept.
Dieses lässt die Marktgemeinde gerade erstellen, um weiterhin Fördergelder aus dem Topf der Städtebauförderung zu erhalten. Erste Ergebnisse erwartet Rupprecht bis Mitte 2019.

„Sicher keine Absteige“

Willibald Welker äußerte sein Unverständnis über die Duschsituation der Feuchter Obdachlosen. Rupprecht hatte berichtet, dass seit Mitte Juni eine Duschmöglichkeit in der Hauptstraße 37 besteht, diese aber immer noch nicht benutzt wurde. Die räumliche Distanz zwischen der Unterkunft und der Hauptstraße bezeichnete Welker als „nicht sehr praktikabel“ und wünschte den Obdachlosen eine Waschmöglichkeit direkt an der Jägersruh. „Jeder Obdachlose geht doch auch mal ins Zentrum“, entgegnete ihm Rupprecht und bezeichnete die Dusche als saniert und ordnungsgemäß: „Das ist sicher keine Absteige.“

Hatte die Diskussion über die Überarbeitung des Flächennutzungsplans noch im vergangenen Frühjahr die Bürgerversammlungen der Marktgemeinde geprägt, war das Thema diesmal nur eine Randnotiz. Helga Beier, Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Grün, wollte lediglich wissen, ob die Einwände von Bürgern und Behörden in einem Ausschuss vorberaten oder erst im Marktgemeinderat diskutiert werden. Rupprecht sicherte ihr zu, dass alle 51 Einwände und Anmerkungen in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates auf den Tisch kommen: am Mittwoch, 13. März, ab 19 Uhr in der Reichswaldhalle.

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