Geplant ist eine neue Verwaltungsstelle

Ein Klimaschutzbeauftragter für vier Gemeinden

Die Photovoltaikanlage auf dem Röthenbacher Bauhof ist eines von mehreren Projekten zum Klimaschutz. Was künftig sonst noch in Sachen Energiewende getan werden kann, soll ein Klimaschutzbeauftragter ermitteln, der von vier Kommunen gemeinsam beschäftigt werden könnte. | Foto: PZ-Archiv2020/12/photovoltaik-bauhof-rothenb.jpg

RÖTHENBACH/SCHWAIG/RÜCKERSDORF/LEINBURG – Die vier Kommunen Röthenbach, Schwaig, Rückersdorf und Leinburg planen gemeinsam den Umweltschutz voranzutreiben. Ein „Klimaschutzbeauftragter“ soll die Verwaltungen der Gemeinden unterstützen, Förderanträge stellen und klima­freundliche Projekte anstoßen. 

Die Stadt- und Gemeinderäte von Röthenbach, Rückersdorf und Schwaig haben in ihren letzten Sitzungen ihre Zustimmung zur Suche nach einem Klimaschutzbeauftragten gegeben. Leinburg entscheidet am 14. Dezember. Durch die Zusammenarbeit würden die vier benachbarten Kommunen jeweils nur ein Viertel des Gehalts einer Vollzeitstelle mit 40 Stunden pro Woche zahlen. Allerdings müssten sie sich auch die Arbeitszeit teilen. 

Trotz der beschränkten Zeit ergibt das laut Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker Sinn. „Unsere Ideen und Ziele in Sachen Umweltschutz sind ähnlich. Wir würden alle davon profitieren, wenn ein Spezialist gemeinsame Projekte plant und ähnliche Anträge stellt und damit unsere Verwaltungen entlastet“, sagt Hacker.

Röthenbach nähme bei der möglichen Einstellung eines Klimaschutzbeauftragten eine besondere Rolle ein. Denn es ist geplant, den Arbeitsplatz für die neue Stelle im dortigen Rathaus einzurichten und den Beauftragten als Teil der Röthenbacher Verwaltung zu beschäftigen. 

Knappes „Ja“ in Röthenbach

Mit 13 zu 10 Stimmen beschloss der Röthenbacher Stadtrat, der im September die Klimanotlage ausrief, den gemeinsamen Antrag von SPD, Freien Wählern und Grünen, einen Klimaschutzbeauftragten einzustellen. Die CSU Röthenbach hält die Stelle angesichts der knappen Kassen der Stadt für unnötig. Zusätzlich beschloss der Stadtrat, dass städtische Einrichtungen in Röthenbach ab 2021 mit Ökostrom versorgt werden.

„Wenn eine Kommune sagt, dass ihr der Klimaschutz wichtig ist, braucht sie auch jemand, der sich um die Umsetzung kümmert“, sagt Hacker. Nun muss eine Stellenbeschreibung und eine Aufgabenliste erstellt werden. Als Beauftragter kämen Menschen aus verschiedenen Berufszweigen infrage, wie etwa aus der Naturwissenschaft, der Verwaltung oder der Technik. 

Zu den Aufgaben könnten die Senkung des CO2-Ausstoßes der Gemeinden, neue Energiespar- und Klimaschutzkonzepte, Öffentlichkeitsarbeit und das Stellen von Förderanträgen zählen.

Die Nachbarn betreffen die gleichen Themen

Schwaigs Bürgermeister Thomas Wittmann sind die Förderanträge und die Beratung der vier Kommunen am wichtigsten. „Spezielle Örtliche Schutzkonzepte werden bei 25 Prozent der Arbeitszeit wahrscheinlich schwierig, aber die meisten Umweltfragen betreffen uns vier Nachbarn ja in ähnlicher Weise“, sagt Wittmann.

Eine gemeinsame Stelle spare Zeit und Einsatz. Das sahen die Schwaiger Gemeinderäte wohl ähnlich, die in der Dezembersitzung einstimmig dafür waren, das Planen der neuen Stelle weiter voranzutreiben. 

„Aber Schwaig soll auch seinen Anteil haben, der Beauftragte soll Projekte effektiv vorantreiben“, so Wittmann. Falls sich Leinburg gegen die Stellenschaffung entscheide, könnten Röthenbach, Schwaig und Rückersdorf laut Wittmann wohl auch zu dritt einen Klimaschutzbeauftragten anheuern. 

Alle warten auf Leinburg

Doch Leinburgs Bürgermeister Thomas Kraußer ist frohen Mutes. „Ich werde für die Anstellung des Klimaschutzbeauftragten stimmen. Wir haben alle genug Ideen und lange genug diskutiert, aber für die Umsetzung haben unsere Verwaltungen keine Kapazitäten“, sagt Kraußer. 

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Ein Spezialist vor Ort sei nötig, der Umweltschutzkonzepte vorlegt und dafür gleich die passenden Baufirmen sucht. Wie die Leinburger Fraktionen zu dem Plan stehen, kann Kraußer noch nicht sagen.

Rückersdorf stimmt für den Beauftragten

Der Rückersdorfer Gemeinderat hat seine Entscheidung bereits in der Novembersitzung getroffen. Er folgte damit einstimmig dem Vorschlag der Grünen, die den Klimaschutzbeauftragten in ihren Antrag für das Vorantreiben des Klimaschutzes in Rückersdorf aufgenommen hatten.

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde das Anstreben einer Klimaneutralität der Gemeinde Rückersdorf bis 2030. Das Ausrufen einer Klimanotlage, die ebenfalls Teil des Antrags war, lehnte die Mehrheit des Rats als überflüssig ab. 

„Der Klimaschutzbeauftragte soll zunächst für zwei Jahre eingestellt werden. Der Freistaat zahlt für eine solche Stelle eine Gehaltsförderung von bis zu fünf Jahren“, sagte der Rückersdorfer Bürgermeister Johannes Ballas in der Sitzung. Vielleicht hat dieser Punkt den Kommunen Röthenbach, Schwaig und Rückersdorf ihre Entscheidung für die neue Stelle erleichtert. 

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