Abitur am CJT

Ein Jahrgang, der viele Hürden genommen hat

127 Schüler haben ihren Abschluss am Laufer Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium in diesem Jahr bestanden, trotz einer Pandemie und all ihren Folgen für den Unterricht. | Foto: CJT2021/07/abi-lauf-2021-scaled.jpg

Lauf. Keine lauten Fanfarenklänge für den Einmarsch der Abiturienten, keine längeren oder kürzeren Reden von allen möglichen, aber immer wichtigen Honoratioren außer zweien, dafür ein Platz unter freiem Himmel – was wollte man mehr an diesem Abend der Verabschiedung? Natürlich, die Übergabe der Abschlusszeugnisse, und so konnte es nicht ausbleiben, dass die „Abiletten“ zu Hause bleiben mussten, jene scherzhaft sogenannten Schlappen, die sich im diesjährigen Abitur-Motto der Laufer wiederfinden: „Abiletten – jahrelang durchgeschlappt!“

Durch den Abend führten Lilly Schneider und Tobias Gebhard, die beiden Hauptredner waren Oberstufenkoordinator Ingo Körber und Schulleiter Wolf Kraus. Die musikalischen Leckerbissen lieferten dieses Jahr Emilia Gutheil und Brenda Vas, die – mal alternierend, mal gemeinsam – für die gesanglichen Einlagen sorgten, mit Amy Winehouse‘ „Rehab“ im Duett als absolutem Highlight, begleitet von Nele Müller, Simon Gröf, Till Kraus und Konstantin Wiehler an den Instrumenten.

Schüler mussten auf viel verzichten

Die erste Rede hielt Ingo Körber, der zunächst herausstrich, was in den zurückliegenden beiden Jahren wohl eher als negativ und traurig empfunden werden konnte: „Es gab wegen Corona keine Studienfahrten, und aus Lehrersicht fand der Online-Unterricht vor schwarzen Bildschirmen statt – eine Herausforderung für beide Seiten.“ Positiv für so manchen Schüler oder manche Schülerin war wohl eher hingegen, dass die Oberstufenkoordinatoren wegen des Online-Unterrichts nicht wie gewohnt ihrer Aufgabe nachkommen konnten, „den Schülern im Bedarfsfall in den Hintern zu treten“. Geschadet hat es am Ende doch fast keinem, da 127 Schüler erfolgreich durchs Abitur geführt werden konnten, und dies mit einem Traumdurchschnitt von 2,04. Damit toppt das Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium den bayernweiten Durchschnitt noch, der mit 2,1 ebenfalls einmalig ist. Auch gab es viermal die Traumnote von 1,0 und reihenweise Notenschnitte von 1,1 bis 1,5.

Das diesjährige Abiturmotto griff Schulleiter Wolf Kraus mit Beginn seiner Rede auf. Der Ursprung der „Abiletten“ finde sich im Jahre 1963, der Namenspatron war die Firma Adidas, die ihre Badeschlappen fast gleichen Namens – „Adiletten“ – auf den Markt brachte. So weit konnte Kraus dem Motto problemlos folgen. Mit dem zweiten Teil fremdelte er hingegen ein wenig, denn „durchgeschlappt“, das passe eigentlich nicht, es klinge nach müde, schlapp, und die Abiturienten waren in den vergangenen zwei Jahren seiner Auffassung nach alles andere als das.

Selbst wenn sie sich vielleicht zum Abitur hätten durchschlappen wollen, Corona habe dies gar nicht zugelassen, so Kraus in seiner Rede. Die vorübergehende Umstellung von Präsenz- auf Distanzunterricht, das Tragen von Masken, Selbsttests und immer wieder neue Vorgaben durch das Ministerium – die in aller Regelmäßigkeit viel zu spät an der Schule eintrafen – führten zu ganz neuen Herausforderungen und spätestens hier zeigten alle, wie flexibel, anpassungsfähig und vor allem auch willig sie waren, die Maßnahmen mitzugehen. Dies galt selbst für den Abischerz – üblicherweise eine Massenveranstaltung auf dem Sportplatz –, der ebenfalls den Gegebenheiten angepasst werden musste. Ergebnis: „Ich bin nun seit 20 Jahren am CJT und dies war der beste Abischerz!“

So negativ Corona insgesamt auch gesehen werde, für die Zukunft der Abiturienten bringe es auch etwas Positives, so Kraus. „Kann ich mich richtig strukturieren?“ Eine von vielen Fragen, die fürs Studium wichtig sind. Der Dis­tanzunterricht habe hier Antworten geben können.

Besonders wichtig aber – und hier wurde Kraus ernst – sei Folgendes: „Nelson Mandela sagte ‚Education is the most powerful weapon to change the world’. Macht euch daher bewusst, wie privilegiert ihr seid und hinterfragt alles. Selbst in manchen Staaten der EU sind Werte wie Freiheit und Demokratie eingeschränkt. Daher stellt euch den Herausforderungen, diese Werte hochzuhalten. Ihr habt die Verpflichtung dazu!“

Es folgten die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse und schließlich noch die obligatorischen Ehrungen für herausragende Leistungen und Übernahmen von Aufgaben.

Den Abschluss bildete die Rede der Abiturienten selbst, dieses Mal verteilt auf viele Schultern in einer Art Reflexionsgespräch: Was macht eine gute Abirede aus? Über allem und jedem war zusammengefasst eines klar: Trotz der Ungewöhnlichkeit dieses Abiturjahrgangs sind am Ende alle zusammengerückt, sind ein Team geworden. Und wie ein Zeichen hierfür zeigte sich über der Veranstaltung während eines kurzen und nur leichten Regenschauers ein Regenbogen.Matthias Kausch

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