Stellungnahme der Schwartzachtalplus-Bürgermeister zum Netzentwicklungsplan

„Nicht akzeptable Planungen“

Die sogenannte Monster-Trasse gegen die betroffene Städte, Märkte und Gemeinden Sturm laufen. Zwischenzeitlich haben sich die Kommunen entlang der Trasse zu einem Verein zusammengeschlossen.2014/05/schwrzachtalplusbm.jpg

BURGTHANN – Sowohl bei ihrem Treffen im Rathaus von Burgthann als auch in der zwischenzeitlich formulierten gemeinsamen schriftlichen Stellungnahme sprachen sich die Bürgermeister der „Schwarzachtalplus-Kommunen“ Altdorf, Berg, Burgthann, Postbauer-Heng, Pyrbaum, Feucht, Schwarzenbruck, Leinburg und Winkelhaid entschieden gegen die vorgesehene Gleichstrompassage von Bad Lauchstädt nach Meitingen aus und werden  weiterhin die „nicht akzeptablen Planungen“ zusammen mit den vielen Bürgerinitiativen in der Region massiv bekämpfen.

Die Rathauschefs sehen keine Belege für die behauptete Notwendigkeit der neuen Megaleitungen, die quer durch das Schwarzachtalplus-Gebiet mit 80.000 Einwohnern führen und fast alle Gemeinden und deren Bürger massiv betreffen würden. Das erarbeitete gemeinsame Entwicklungskonzept beinhaltet auch die gemeinsame Entwicklung des Tourismus in der Metropolregion Nürnberg. Durch die drohenden Monsterleitungen würden diese Bemühungen ad absurdum geführt und es wäre sogar der jetzige Standard gefährdet. Darüber hinaus können die gesundheitlichen Gefährdungen der Bürgerinnen und Bürger in den anliegenden Orten sowie die drohenden Wertverluste der Immobilien keinesfalls akzeptiert werden.

Die von der geplanten Stromtrasse betroffenen Gemeinden werden  im Rahmen der bis 28. Mai 2014 laufenden Konsultation des Netzentwicklungsplans 2014 massivsten Widerstand gegen dieses Vorhaben ausüben. Eine gemeinsame Stellungnahme gegen die im Netzentwicklungsplan und Bundesbedarfsplan vorgesehene Gleichstromleitung und auch gegen die geplante Aufrüstung der 220-KV-Leitung, die durch die Gemeinden Altdorf, Winkelhaid, Burgthann und Postbauer-Heng führen würde, auf 380 KV wurde auf den Weg gebracht.
Nach dem Burgthanner Bürgermeister Heinz Meyer wird ab 1. Juni für ein Jahr Erich Odörfer, 1. Bürgermeister der Stadt Altdorf, neuer Sprecher von „Schwarzachtalplus“ sein. Stellvertretender Sprecher bleibt Helmut Himmler aus Berg.

In der gemeinsamen Stellungnahme machen die Bürgermeister deutlich, „dass man beide Maßnahmen entschieden ablehnt und zusammen mit der betroffenen Bevölkerung sowie den Bürgerinitiativen entschlossen Widerstand gegen die überflüssigen Planungen leisten wird.“ Die neuen Stromtrassen wären keinesfalls Teil der sogenannten Energiewende, sondern würden sie konterkarieren.

Zwischenzeitlich wurde in Pegnitz der Verein „Kommunen gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost“ gegründet, dem insgesamt 26 Städte, Märkte und Gemeinden angehören. Unmißverständliche Zielsetzung des Vereins ist die Verhinderung der sog. Gleichstrompassage Süd-Ost von Bad Lauchstädt in Ostdeutschland nach Meitingen in Schwaben.

Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Uwe Raab, Bürgermeister der Stadt Pegnitz, gewählt, Stellvertreter sind der Neumarkter Oberbürgermeister Thomas Thumann und der Hilpoltsteiner Bürgermeister Markus Mahl. Als Finanzierungsbeitrag wurde eine Beitragshöhe von 0,50 Euro pro Jahr und Einwohner der Mitgliedsgemeinden festgelegt.

Die Bürgermeister waren sich auch hier einig, dass die Verhinderung der „Monstertrasse“ im Interesse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger entlang der Gleichstrompassage eine schwierige Aufgabe wird und man nur gemeinsam mit den Bürgerinitiativen erfolgreich sein könne.

Die Bürgerinitiativen wurden aufgerufen, den vehementen Widerstand beizubehalten. Man müsse stetigen Druck auf die Politik ausüben, um das „nicht nötige Projekt der Energie- und Finanzwirtschaft“ mit gewaltigen Wertverlusten der Immobilien, unabsehbaren gesundheitlichen Risiken und der Verschandelung der Landschaft zu verhindern.

Die Stadt Altdorf will sich nach Vorliegen der Satzung des Vereins in der nächsten Stadtratssitzung mit der Thematik befassen und über eine Mitgliedschaft entscheiden. db/L.M.

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