Fragebogen-Aktion zum Ezelsdorfer Dorfweiher

Des Bürgers Meinung ist gefragt

Dieses Erscheinungsbild ist keine Visitienkarte für Ezelsdorf, finden nicht nur die Mitglieder des Dorfvereins und wollen nun in die Offensive gehen. | Foto: Spandler2017/10/ezelsdorf-weiher2.jpg

EZELSDORF – Seit Jahren ein bekanntes Ritual für Eingeweihte: Wenn es bei der Verabschiedung des Haushalts im Burgthanner Gemeinderat um die einzelnen Positionen geht, dann mahnt die SPD gebetsmühlenartig an, dass man sich doch endlich um den Schandfleck in der Ezelsdorfer Ortsmitte kümmern möge und den Dorfweiher irgendwie herrichten sowie das traurige Erscheinungsbild des Gewässers verbessern solle. Bis heute ist jedoch nichts Sichtbares geschehen.

Nun hat der Dorfverein, der sich vor vier Jahren gründete und um die Traditionen und ein attraktives Ortsbild kümmert, der Sache angenommen. Morgen endet eine Fragebogenaktion, bei der möglichst alle Ezelsdorfer ihre Meinung zur Zukunft des Weihers kundtun sollen. Dies soll bei der Entwicklung des kleinen Tümpels helfen.

Kein natürlicher Wasserzulauf

Im Urkataster von 1834 ist der Weiher schon eingezeichnet. Er war zu dieser Zeit jedoch viel größer. Anfang der 1950er Jahre wurde er in Rücksprache mit der Gemeinde vom Anwohner Vitzthum auf die jetzige Größe verkleinert und das Ufer mit Bruchsteinen abgesichert. Die heutigen Probleme mit der mangelnden Wasserzufuhr – der Weiher hat keinen natürlichen Wasserzulauf mehr – gibt es wohl seit dem Kanalbau und – wie Bürgermeister Heinz Meyer auf der Bürgerversammlung anmerkte – seit der verstärkten Wohnbebauung in der Nachbarschaft.

Wasserniveau ist immer gleich

Dennoch sei man in Sachen Dorfweiher von Seiten der Gemeinde nicht untätig geblieben und habe eine Landschaftsarchitekten drei Entwürfe ausarbeiten lassen. Die drei Varianten wurden mit Kosten zwischen 230 000 und 490 000 Euro veranschlagt. Bei den Entwürfen wird Frischwasser zugeführt, was für die Gemeindeverwaltung keine Option ist. Auch der Vorschlag eines Teilnehmers der Bürgerversammlung, einen Brunnen zu bohren, um damit den Weiher zu speisen, schätzte der Bürgermeister als sehr kostspielig und wenig erfolgversprechend ein. „Das Wasserniveau ist immer gleich, egal, was man reinpumpt.“ Auch versteht er die ganze Aufregung um den Tümpel nicht: „Es gibt so viele attraktive öffentliche Plätze in Ezelsdorf und ausgerechnet auf den problematischen Weiher stürzen sich jetzt alle.“

Die Bruchsteinmauer zerfällt

Diese Auskunft ist für die Mitglieder des Dorfvereins allerdings unbefriedigend. Sie kritisieren, dass der Weiher kaum gepflegt wird. „Im Sommer ist er grün übersät von Wasserlinsen, teilweise beschweren sich Anwohner im Sommer, dass er kippt, also unangenehm riecht. Auch die Grünanlagen rings um den Weiher werden nur notdürftig gepflegt, die Bruchsteinmauer zerfällt“, klagt Katja Wittmann. Nun hat der Verein einen Fragebogen ausgearbeitet, der in verschiedenen Geschäften ausliegt. Man möchte sich ein Stimmungsbild machen, wie der Weiher augenblicklich wahrgenommen wird und was mit ihm – nach Meinung der Ezelsdorfer – passieren sollte.

„Alle Ihre Angaben werden vertraulich behandelt und dienen rein statistsichen Zwecken“ heißt es darin. Es wird zum Beispiel darum gebeten, anzukreuzen, ob der Weiher so bleiben soll, wie er ist, ob er anderweitig genutzt oder etwa zum Wasserspielplatz umgestaltet werden soll. „Wir möchten den Prozess der Umgestaltung ins Rollen bringen, egal wie es weitergeht“, versichern die Vereinsmitglieder, und auch, dass die Arbeit des Vereins abhängig ist vom Interesse der Ezelsdorfer an diesem Thema.

350 Bögen ausgefüllt

Bis Mitte der Woche waren bereits 350 Bögen abgegeben worden, aber die Initiatoren hoffen, dass heute und morgen noch etliche hinzukommen. Ausgegeben werden die Fragebögen beim Bäcker Alder, bei der Metzgerei Müller und beim Fachgeschäft Zehnter. Dort stehen auch die Sammelboxen für die Rückgabe der ausgefüllten Umfragezettel. In ein paar Wochen will sich der Verein dann zusammensetzen und über die Ergebnisse diskutieren.

Noch bis zum morgigen Samstag, 28. Oktober, können die ausgefüllten Bögen an folgenden Stellen zurückgegeben werden: Briefkästen dafür gibt es in der Schwabenstraße 2 und Am Steinbach 23, Boxen stehen bei Adler, Müller und Zehnter. Alternativ kann auch ein Handy-Foto oder Scan per WhatsApp (Telefon 0151/41469450) oder eine E-Mail an [email protected] geschickt werden.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler