Protest gegen die Juraleitung

Tennet und Trassengegner auf einem Podium

Mit dieser Grafik werben Stadt und Aktionsbündnis für ihr Aktionswochenende. Es soll die Dimension der geplanten Juraleitung verdeutlichen. | Foto: Stadt Altdorf2020/09/Altdorf-Stromtrasse-Grafik.jpg

ALTDORF – Die Stadt Altdorf macht mit einem ganzen Aktionswochenende mobil gegen die Juraleitung. Höhepunkt ist eine Podiumsdiskussion am kommenden Samstag.

„Die Stromtrasse P53 ist eine akute und weitreichende Bedrohung für Altdorf“, sagt Bürgermeister Martin Tabor zum Planungsstand der Juraleitung P53, den die Firma Tennet im Juni 2020 vorgestellt hat. Der Altdorfer Rathauschef warnt vor einer unwiederbringlichen Zerstörung des Landschaftsbildes und nicht kalkulierbaren Risiken für die Gesundheit und betont: „Ein Bedarfsnachweis für den geplanten massiven Ausbau des Übertragungsnetzes fehlt.“

Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Trassengegner und allen im Stadtrat vertretenen Parteien veranstaltet die Stadt kommende Woche die Aktionstage: „Altdorf unter Strom – Stoppt die Juraleitung!“ Auftakt ist am Donnerstag, 24. September, um 19 Uhr mit der Eröffnung einer Kunstausstellung zum Thema Energie im Kultur-Rathaus. Die Ausstellung zeigt in Bildern und Plakaten den Widerstand gegen den Trassenausbau und den Verlauf der Energiewende. Sie ist bis Donnerstag, 8. Oktober, kostenfrei und ohne Anmeldung zu besichtigen. Die genauen Öffnungszeiten werden noch bekanntgegeben.

Erinnerungen an Wackersdorf

Unter dem Titel „Die Arroganz der Macht – von der Notwendigkeit bürgerlichen Widerstands“ folgt am Freitag, 25. September, um 19 Uhr im Kulturtreff am Baudergraben ein Diskussionsabend mit Filmausschnitten und Zeitzeugengesprächen am Beispiel Wackersdorf. „30 Jahre nach dem Baustopp von Wackersdorf hat sich wenig geändert“, sagt Dörte Hamann, Sprecherin des Aktionsbündnisses Trassengegner.

Die Filmausschnitte, erläutert Hamann, beleuchten Aspekte, die den vom Stromnetzausbau Betroffenen aus den Planungsprozessen für Juraleitung oder Südostlink nur allzu vertraut seien: „Die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Umwelt werden verharmlost, Dialoge mit der betroffenen Bevölkerung eingestellt, der Naturschutz den Plänen der Energiekonzerne untergeordnet.“ Es kommen Menschen zu Wort, die gegen die WAA in Wackersdorf gekämpft haben und die sich jetzt auf Seiten des Aktionsbündnisses der Trassengegner gegen den Netzausbau und für eine dezentrale Energiewende einsetzen. Für Fragen steht an diesem Abend der Rechtsanwalt Wolfgang Baumann als Fachmann für Atomrecht und technisches Umweltrecht im Podium zur Verfügung.

Infos zur regionalen Energiegewinnung

Von 9 bis 16 Uhr gibt es am Samstag, 26. September, eine Messe am Marktplatz in Altdorf. Eingebettet in ein Rahmenprogramm aus Filmausschnitten, Redebeiträgen und Kultur können sich Messebesucher an diversen Ständen zum Thema regionale/örtliche Energiegewinnung informieren. Unter anderem berichten die Stadtwerke Altdorf über grünen Strom und Fördermöglichkeiten, der Bund Naturschutz gibt Infos zur Energiewende und die Energieberatung Nürnberger Land erläutert die Möglichkeiten des Energiesparens in Alt- und Neubauten.

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Diskussion mit Kroder und Tennet

Den Abschluss der Aktionstage bildet am Samstagabend um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion, die unter dem Titel „Welche Stromtrassen braucht die Energiewende?“ im Kulturtreff am Baudergraben beginnt. Bürgermeister Martin Tabor, Landrat Armin Kroder, Rainer Kleedörfer von N-Ergie sowie ein Vertreter der Firma Tennet werden mit Mitgliedern des Aktionsbündnisses diskutieren. Kleedörfer referiert zudem zum Thema: „Mit welcher Infrastruktur wird Energie transportiert?“

Info: Corona-bedingt ist die Teilnehmerzahl bei beiden Abendveranstaltungen begrenzt. Eine kostenfreie Anmeldung per E-Mail an [email protected] ist erforderlich. Die Stadt plant, Livestreams einzurichten. Genaue Details werden noch bekanntgegeben.

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