Neuer Manager der Kommunalen Allianz Schwarzachtalplus

Kernwegenetz als erstes ILEK-Projekt

Dr. Alexander Blöchl (rechts) bei seinem Vortrag im Stadtrat, links Bürgermeister Erich Odörfer und Vertreter der Verwaltungsspitze. Foto: Spandler2014/11/bloechl_New_1415196602.jpg

ALTDORF – Seit 1. September dieses Jahres ist Dr. Alexander Blöchl von der BBV LandSiedlung GmbH (Bamberg) der Allianzmanager der Kommunalen Allianz Zukunftsregion Schwarzachtalplus und soll deren Leitbild im Rahmen von ILEK (Integriertes Landschaftsenwicklungskonzept) umsetzen. Auf der jüngsten Stadtratssitzung stellte er sich dem Gremium mit Bürgermeister Erich Odörfer, dem neuen Vorsitzenden dieser Allianz, vor.

Noch bis Mitte nächsten Jahres wird der Diplom-Geograph im Altdorfer Rathaus sitzen. Er habe sich bereits in den umliegenden Orten umgesehen, „um ein Gefühl für die Heimat zu bekommen“, berichtete er eingangs den Stadträten. Zum Zusammenschluss gehören neun Kommunen, neben Altdorf sind das Berg, Burgthann, Feucht, Leinburg, Postbauer-Heng, Pyrbaum, Schwarzenbruck und Winkelhaid.

Als Schwerpunkte seiner Arbeit sieht Blöchl die Schaffung eines Wir-Gefühls, das auch auf die Bürger ausstrahlt, die Vernetzung aller regionaler Akteure, die Entwicklung der Kontakte sowie eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit. Schließlich geht es ihm um die Betreuung von Maßnahmen und Projekten.

Was die Schaffung der gemeinsamen, regionalen Identität angeht, möchte der Manager erreichen, dass sich die Bürger weniger als Altdorfer denn als Schwarzachtaler fühlen, ein Ziel, das manche Stadträte für recht anspruchsvoll hielten. Zudem möchte der Geograph Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten und unter den Teilnehmenden Multiplikatoren ausbilden.

Beim Thema Networking legte er vor allem Wert darauf, wichtige Kontakte zu vermitteln, zum Beispiel mit Fachverwaltungen, Verbänden und Bildungseinrichtungen, schließlich eine Kontaktdatei zu erarbeiten und in diesem Zusammenhang eine Gesprächsrunde mit Verwaltungsangestellten ins Leben zu rufen.

Entwicklung einer Freizeitkarte

Der Block Maßnahmen und Projekte umfasst aus seiner Sicht unter anderem die Identifikation und Vorstellung von Best-Practice-Beispielen, durchgeführte Vorhaben, die sich andernorts schon bewährt haben. Dazu gehören auch die Erarbeitung von Zeitplänen und Organisationsstrukturen oder auch die Erschließung von Fördermöglichkeiten. Ganz wichtig bei allem, was angepackt wird, sei die Akzeptanz in der Bevölkerung und „dass man die Maßnahmen auch spürt“, so Blöchl.

Als erstes Projekt stellte er das bereits anvisierte Landwirtschaftliche Kernwegenetz vor. Ziel dieses Vorhabens für sechs Kommunen ist es, ein gemeindeübergreifendes Verkehrsnetz zu erstellen, bei dem landwirtschaftliche Wege zu ordentlichen, genügend breiten Straßen zur vielfältigen Nutzung ausgebaut werden. Erstellt werden könnte es in drei bis sechs Monaten, kosten würde das 30.000 bis 35.000 Euro, wobei eine 75-prozentige Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung in Ansbach winkt.

Den Restbetrag würden die sechs Gemeinden unter sich aufteilen. Hierfür wurden eben die Ausschreibungen gemacht, informierte Blöchl. Mittelfristiges Ziel dieses Projekts sei die Entwicklung einer Freizeitkarte, die auf dem digitalen Konzept der Kernwege basieren
könnte.

Ein weiteres Vorhaben ist die Entwicklung der E-Mobilität im Allianzgebiet, bei dem E-Fahrzeuge gemietet werden können. Hierfür existiert aber noch kein Finanzplan. Weitere angedachte gemeinsame Projekte gibt es zuhauf: die Abstimmung von Großveranstaltungen, Erstellung eines Kulturkalenders, die Vernetzung der Museen und andere.

Optimale Ausschöpfung

In der anschließenden Fragerunde wollte Cordula Breitenfellner wissen, ob sich die beiden Förderprojekte Leader und ILEK nicht gegenseitig im Wege stünden. Blöchl versicherte, dass man sich darum kümmern werde, dass nicht zwei gleichartige Projekte gleichzeitig angegangen würden. Man werde die Fördermittel optimal ausschöpfen. Eckhard Paetzold sorgte sich darum, dass beim Ausbau der Kernwege für schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge zu viel Landschaft zuasphaltiert werde. Diese Befürchtung suchte der Geograph zu entkräften, indem er darauf hinwies, dass das Wegenetz ja auch für andere Zwecke genutzt werden solle, als Radwege oder Ortsverbindungsstraßen. Zudem sei ja der Ausbau gerade ein Wunsch der Landwirte. Bürgermeister Odörfer warf ein, dass viele Straßen ohne jegliche Förderung gebaut werden müssten: „So aber kommen wir an die Zuschüsse ran.“ Thomas Dietz bat noch einmal darum, darauf hinzuwirken, dass Großveranstaltungen in den Kommunen sich nicht so häufig überschneiden, und Cordula Breitenfellner wollte wissen, wie man denn mehr Bürgerbeteiligung erreichen könnte, schließlich sei das Interesse im Vorfeld nicht gerade zufriedenstellend gewesen. Dies sei ein generelles Problem, gestand der Allianzmanager, man wolle aber durch gezielte Einbindung, wie die von Schulen, mehr Beteiligung erreichen.

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