Überraschende Lösung für denkmalgeschütztes Gebäude in Winkelhaid

Das alte Haus ist gerettet

Angelika und Thomas Kiesel sind zuversichtlich, dass die Sanierung klappt. Zuerst sollen der Dachstuhl repariert und das Dach gedeckt werden. Nächst Woche wollen die Kiesels anfangen. Foto: Blinten2013/06/kiesel1_New_1371196801.jpg

WINKELHAID – Überraschende Lösung im Gezerre um das denkmalgeschützte Haus in der Richthausener Straße in Winkelhaid: Das Haus ist gerettet. Angelika und Thomas Kiesel haben das Gebäude übernommen, es fehlt nur noch die notarielle Verbriefung, die am 18. Juni erfolgen soll.

Der Unternehmer hat vor Jahren in Grünsberg die Gaststätte Postmeister gekauft, ebenfalls ein denkmalgeschütztes Bauwerk, und das Haus in enger Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege vorbildlich saniert. Mit seiner Frau Angelika wohnt er hier und betreibt im Erdgeschoss die dortige Gastronomie. Ansonsten ist die Firma Thomas Kiesel bayernweit in Sachen Sanierung historischer Baustubstanz unterwegs.

So macht der Grünsberger unter anderem Sonderkernbohrungen in Sandsteinbauten, aus denen Proben für die Untersuchung in der Landesgewerbeanstalt (LGA) genommen werden. Kiesel arbeitete am Würzburger Käppele ebenso wie an den alten Mainbrücken in Ochsenfurt und Lohr, war aber auch in Feucht etwa bei der Sanierung des ehemaligen Forstamts oder des Ebl-Hauses tätig.

Die große Erfahrung mit sanierungsbedürftigen Sandsteingebäuden gibt dem Grünsberger die Zuversicht, auch in der Richthausener Straße ein hervorragendes Sanierungsergebnis zu erzielen. Anfangen möchte er am liebsten sofort, weil jetzt, nach dem Einsturz des Dachfirsts die akute Gefahr besteht, dass die Decke des Dachbodens bei Regenwetter durchweicht. Andererseits ist der Käufer des Hauses gar nicht traurig darüber, dass der Firstbalken brach: „Da hat der Herrgott geholfen, weil wir hier ohnehin hätten zurückbauen müssen.“ Die Statik des Gebäudes ist tatsächlich problematisch, räumt der Fachmann aus Grünsberg ein. Dabei sind die Probleme aus seiner Sicht aber durchaus lösbar.

Platz für Wohnungen

150.000 bis 200.000 Euro inklusive Eigenleistung wird er in das Gebäude stecken müssen, um es soweit zu sanieren, dass mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Dessen Kosten kommen dann noch mal oben drauf. Dabei will Kiesel vorsichtig und sorgfältig vorgehen. So sollen beispielsweise Stuckdecken ebenso erhalten bleiben wie Kachelöfen. Am Ende sollen Wohnungen entstehen, die der Grünsberger vermieten will.

Dass Kiesel sein Handwerk versteht, hat er bei der Sanierung des Postmeisters bewiesen, dessen Dach er anheben musste, um das Gebäude statisch zu sichern. Die Altdorfer Altstadtfreunde waren so begeistert von der Arbeit in Grünsberg, dass sie Kiesels Leistung seinerzeit mit einem Preisgeld honorierten (wir berichteten).

Faible für Altes

Das Ehepaar Kiesel hat ein gemeinsames Faible für alte Häuser. Während sich Thomas Kiesel um Statik und Sandstein kümmert, ist Ehefrau Angelika für den Innenausbau und für Malerarbeiten zuständig. Gekauft hat das Objekt in Winkelhaid deshalb auch das Ehepaar gemeinsam. Seit Monaten schon hatte es sich für das Schönweiß-Haus interessiert und ist froh, dass man es jetzt erwerben konnte. Das Paar hofft, dass die Winkelhaider nun mit der Information zur Rettung des alten Hauses ihre auf einen Abriss zielende Unterschriftenaktion einstampfen. „Das Haus hat ein Herz, das lebt, es will stehen bleiben“, schwärmt Thomas Kiesel.

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