Grünen-Ortsverband in Schnaittach

Alarmiert vom Klimawandel

Paul Raab (links) ist Ortssprecher der neu gegründeten Schnaittacher Grünen, Hannes Gürne Schriftführer. | Foto: Kirchmayer2020/01/Grune-Schnaittach-Paul-Raab-Hannes-Gurne.jpg

SCHNAITTACH — Fast sechs Jahre lang gab es keinen Grünen-Ortsverband in Schnaittach. Nun ist die Partei wieder da, rechtzeitig zur Kommunalwahl im März 2020. Mit neuem Personal, wie Ortssprecher Paul Raab, 64, und Schriftführer Hannes Gürne, 62.

Die beiden sind neu in der Kommunalpolitik, und das in einem Alter, in dem viele andere darüber nachdenken, sich aus der Politik wieder zurückzuziehen. Erst 2017 ist Raab den Grünen beigetreten, Gürne hat sein Parteibuch erst seit Kurzem, wie er sagt (die Pegnitz-Zeitung berichtete über die Neugründung Ende vergangenen Jahres).

Was Raab und Gürne umtreibt, wird im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung schnell klar: Es ist die Klimakrise, die aus bisher nur politisch denkenden Menschen nun Parteifunktionäre gemacht hat. „Ich will nicht zuschauen, wie die Welt den Bach runtergeht“, sagt Raab. Es sei nötig, jetzt zu handeln, „die Zeit drängt“. Das gelte nicht nur für die große Politik. Die gebe zwar den Rahmen vor, aber es liege an den Kommunen, die Gesetze umzusetzen. Raabs Forderung: Schnaittach muss CO2-neutral werden.

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„Es geht nicht weiter wie bisher“

Man müsse künftig bei jeder Entscheidung, auch in der Kommunalpolitik, auf ökologische Auswirkungen Rücksicht nehmen, und zwar genauso sehr wie auf wirtschaftliche, sagt Gürne. Der Wandel müsse mit nur noch minimalem Flächenverbrauch gelingen, sagt Raab. „Es geht nicht weiter wie bisher. Wir brauchen Ökologie jetzt, wir brauchen Ökologie schnell.“

Wie man Schnaittach CO2-neutral bekommt, dafür sollen jetzt Konzepte ausgearbeitet werden. Klar ist: Es sind Einschnitte nötig. „Man muss halt anders leben“, sagt Gürne. Die Deutschen müssten ihren Konsum zurückfahren, auf gewissen Komfort verzichten. „Ich glaube, der große Einschnitt kommt“, sagt Gürne und meint damit den Klimawandel und seine Folgen. Die Frage sei nur: Wolle man die Veränderungen mitgestalten oder auf eine Katastrophe warten?

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Die Initiative, den Ortsverband wiederzubeleben, kam von Raab. Er hat „aktiv nach Leuten gesucht, die grün denken“, vor allem auf Veranstaltungen im Schnaittachtal, und ist immer wieder fündig geworden.
Am Dienstag, 7. Januar, um 19 Uhr wird die Grünen-Liste in Schnaittach im Gasthaus „Schwarzer Adler“ in Osternohe aufgestellt. Bis dahin hoffen Raab und Gürne darauf, dass das Bewerberfeld breiter wird. Ein paar jüngere Kandidaten könnten nicht schaden.

Einen Bürgermeisterkandidaten werden sie nicht nominieren. Für eine Partei, die zuletzt gar nicht im Marktgemeinderat vertreten war, wäre das wohl auch vermessen. Aber für den Einzug ins Gremium sind die beiden zuversichtlich. Mindestens einen Sitz wünscht sich Raab, jeder weitere wäre ein Bonus.

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Viele Konkurrenten

Die Konkurrenz ist groß, das wissen die Grünen. Neben der CSU und der SPD treten die Freien Wähler wieder mit einer eigenen Liste an. Auch die Bunte Liste wirbt um Wählerstimmen. Sie vertritt ähnliche Positionen, spricht ähnliche Wählergruppen an und an ihrer Spitze steht die ehemalige Grüne Karin Dobbert. Sie war 2014 zusammen mit ihrem Mann für das Aus des Grünen-Ortsverbands verantwortlich.

Für die heutigen Grünen spielen die Ereignisse von damals aber keine Rolle, beteuern Gürne und Raab. „Das ist Vergangenheit“, so der Ortssprecher. Sie sehen es als Vorteil, dass sie eine starke Bundespartei und ein Programm hinter sich haben.


Für den Wahlkampf haben sich die Grünen prominente Unterstützung gesichert. Am Mittwoch, 22. Januar, kommt Anton Hofreiter, der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, in den Schnaittacher Badsaal. Er spricht zum Thema „Verkehrswende anpacken“. Die Veranstaltung, an der auch die Grünen-Landratskandidatin Gabriele Drechsler teilnimmt, beginnt um 19 Uhr.

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